Die Versorgung der 8000 Einwohner, die in den Städten Lorch und Kaub und den Gemeinden Lorchhausen, Sauerthal, Ransel, Wollmerschied, Welterod, Zorn, Strüth und Egenroth lebten, war äußerst schwierig. Straßenverbindungen ins unbesetzte Deutschland fehlten, so daß der gesamte Waren- und Postverkehr nur auf Schmuggelpfaden möglich war.
Die Eisenbahnbenutzung kam völlig zum Erliegen weil kein Zug im Freistaat halten durfte. Eine rühmliche Ausnahme machte ein Güterzug mit französicher Beutekohle aus dem Ruhrgebiet, der im Rüdesheimer Bahnhof abgestellt war. Dieser Zug wurde von einem beherzten freistaatlichen Lokführer gekappert und in den "Flaschenhals" zurückdirigiert, wo das willkommene Heizmaterial unter der Bevölkerung verteilt wurde.

Bei Nacht und Nebel über den Rhein blühte auch der Schmuggelverkehr, der allerdings von den Franzosen vom linken Rheinufer aus mit starken Scheinwerfern überwacht und gestört wurde. Mutige Freistaatsbuben sahen sich daher veranlaßt, am Lorcher Ufer die Hosen herunter zu lassen, um sich kostenlos beim Franzmann das Hinterteil "bestrahlen" zu lassen.

Wein aus dem besetzten Rheingau wurde nachts mit Ochsenkarren über Waldwege geschmuggelt, um ihn vor dem Zugriff durch die Franzosen zu bewahren. Die Lagerung in Lorcher und Kauber Kellern förderte den Ausbau der Weine so sehr, daß diese Jahrgänge noch heute bei Auktionen höchste Preise erzielen.

Am 25. Februar 1923 wurde der Freistaat entgegen den Vereinbarungen von "Versailes" von Französichen Truppen besetzt, die am 16. November 1924 wieder abziehen und den Freistaat Flaschenhals freigeben mußten.