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Rheingauer Klostersteig

Klostersteig

"Ich bin dann mal weg" heißt es seit Herbst 2016 auch im Rheingau: ganz im Sinne des wohl berühmtesten Pilgerwanderer unserer Zeit, Hape Kerkeling, kann man jetzt auch auf dem Rheingauer Klostersteig 45.0000 Schritte der Besinnung tun.

Der Rheingau ist seit Jahrhunderten für seine vielen Klöster verschiedenster Ordensgemeinschaften bekannt, sie sind von jeher fester Bestandteil der Kulturlandschaft und haben den Rheingau und seinen Weinbau entscheidend geprägt.

Neben Kloster Eberbach ist das Hildegardiskloster in Eibingen, in dem heute noch eine rege Benediktinerinnen-Gemeinschaft lebt, betet, arbeitet und erstklassigen Wein anbaut, am bekanntesten. Doch es gibt noch viel mehr Klöster im Rheingau, die man jetzt auf einer besonderen Wandertour entdecken kann. Die Historie der Klostergebäude und Kirchen erzählen bis heute vom Glauben der Menschen und sind immer noch Quellen der Besinnung in einem hektischen Alltag. Der neue Klostersteig lädt auf über 30 Kilometern dazu ein, mit den Füßen, Gedanken und Herzen zu Pilgern und dabei zu sich selbst zu finden. Die mit über 100 Markierungen gut ausgeschilderte Tour führt vom ehemaligen Zisterzienserkloster Eberbach zum einstigen Kloster Marienhausen. Auf diesem Weg liegen das Kloster Marienthal, das von einer Franziskaner-Gemeinschaft geführt wird, das ehemalige Zisterzienserkloster Nothgottes und die Benediktinerinnen der Abteil St. Hildegard. Nirgendwo sonst in Deutschland liegen lebendige Klöster, in denen der Glaube an Gott täglich gelebt wird, so dicht beieinander wie auf dem Rheingauer Klostersteig. Wer den Weg von 30 Kilometer hoch über dem Rhein nicht an einem Tag erwandern will, kann die Pilgertour sogar in einem echten Kloster unterbrechen: das ehemalige Kloster Johannisberg ist heute ein Hotel mit Restaurant, das seinen klösterlichen Charakter bis zur Möblierung der Zimmer und der Gasträume behalten hat und trotzdem modernen Komfort bietet. Und wie beim "echten" Pilgerwandern erhält man an den Klosterstationen auch einen Stempel. Dazu gibt es auch ein Pilgerheft, welches in alle Klöstern erhältlich ist.

Die Klöster

Am Ausgangspunkt im Kloster Eberbach sollte man zunächst eine Führung durch das Kloster planen, das einst der berühmte französische Abt und Weinbauspezialist Bernard von Clairvaux gründete und dessen Brudergemeinschaft im Rheingau den Weinanbau etablierte und ausbaute. Die riesige Klosteranlage ist bis heute sehr gut erhalten und wurde über Jahre hinweg behutsam restauriert. Bekannt wurde das Kloster Eberbach auch durch die aufwendige Verfilmung des Mittelalter-Krimi "Der Name der Rose" mit Sean Connery. Bis heute ist die beeindruckende Basilika einer der Haupt-Veranstaltungsorte des Rheingau Musik Festival. Das Kloster verfügt auch über eine Vinothek mit Weinproben und Verkauf.

Das Kloster Marienthal ist bis heute ein echtes Pilgerkloster, in dem ein Gnadenbild der Heiligen Maria verehrt wird. Die Franziskanergemeinschaft bietet in der kleinen Kirche regelmäßig Gottesdienste an, der angrenzende große Pilgerplatz ist im Sommer oft bei verschiedenen Wallfahrten bis zum letzten Platz bei Gottesdiensten besetzt. Hier finden an hohen Kirchenfeiertagen auch christliche Bibelszenen ihre Aufführung, die ein Bruder des Ordens schreibt. Direkt am Pilgerplatz gibt es außerdem einen Sinnespfad mit verschiedenen Stationen an mehreren Heiligenbildern entlang des kleinen Waldes, der das Kloster einrahmt. Er lädt zur tiefen Besinnung ein.

Das Kloster St. Hildegard ist bis heute ein sehr lebendiges Kloster, dessen Benediktinerinnen-Gemeinschaft die Lehren der Heiligen Hildegard täglich lebt. Tieferen Einblick in die Mystik dieser weltberühmten Gelehrten des Mittelalters gibt nicht nur ein Besuch der täglichen Gottesdienste in der beeindruckenden Basilika des Klosters. Vor allem auch das Klostercafé mit Spezialitäten aus den Klosterküche und der angrenzende Klosterladen mit großem Angebot auch an selbst produzierten Weinen, Dinkel oder handgemachten Kerzen und Schmuck lohnt ein Besuch.

Das Ziel des Pilgerweges ist Kloster Marienhausen, eines von drei ehemaligen Zisterzienserinnenklöstern des Rheingaus. Seit dem 12. Jahrhundert urkundlich bezeugt, bestand es ohne Unterbrechung bis zu seiner Auflösung im Jahre 1811. Weltberühmt wurde das Kloster auch wegen der zweiten bekannten urkundlichen Erwähnung der Rebsorte "rueßelinge" (Riesling) anlässlich einer Weinbergsverpachtung des Klosters 1453. Die romanisch-gotisch Saalkirche, die zu dem Kloster gehört, liegt mitten auf dem Gelände des Sankt Vincenzstiftes Aulhausen, der kirchlichen Einrichtung, die seit über hundert Jahren Menschen mit geistigen Behinderungen fördert und begleitet. Hier wurde in den letzten Jahren ein einmaliger Weg in der Kirchengeschichte sowie in der Geschichte der Behinderung beschritten: die Kirche Marienhausen ist die erste Kirche, die von Künstlern mit Beeinträchtigung gestaltet wurde. Ihre Realisierung findet diese in den Fenstern, der Christusfigur, im Marienaltar, in der Bodenarbeit sowie in Skulpturen und Videoarbeiten.

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