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Der Oestricher Kran

Der alte Weinverladekran ist das Wahrzeichen von Oestrich. Die 1744 gebaute Anlage war bis zum Jahr 1926 in Betrieb

Der alte Weinverladekran am Rheinufer bei Oestrich

Von Millionen Besuchern wird der alte Kran am Rheinufer alljährlich bestaunt. Er ist einziger erhaltener Zeuge früherer Technik zum Be- und Entladen von Schiffen auf dem Rhein.

Eine einfache dunkle Bretterverschalung des quadratischen Baus verbirgt diese Technik dem Auge des Vorüberfahrenden. Doch zu bestimmten Anlässen können sich Besucher im Inneren des Bauwerks noch von seiner Funktionstüchtigkeit überzeugen. Denn bis 1926 war der Kran noch zeitweilig in Betrieb. Dessen Konstruktion beruht auf einer 2000 Jahre alten Technik, die bereits zur Zeit der Römer auf Baustellen verwendet worden war: Zwei mächtige Mühlräder, die durch das Vorwärtstreten zweier im Inneren laufender Kranknechte bewegt wurden, zogen an Ketten die Lasten empor. Durch das Drehen des beweglichen Oberteils des Krans, an dem der Kranarm befestigt war, konnten die Lasten dann entweder auf ein Schiff oder von diesem an Land gehievt werden. In Oestrich sind früher vorwiegend Weinfässer und Baumstämme verladen worden.

Der Oestricher Kran ist zwischen April 1744 und Februar 1745 gebaut worden. Für das mächtige Fundament, auf dem er ruht, mußten 170 Kubikmeter Sandstein herangeschafft werden.

Zu jener Zeit war der Betrieb eines Krans ein erzbischöfliches Privileg, die Gebühren, die der Kranmeister erheben durfte, waren exakt festgelegt. So genossen auch nur wenige Städte im Rheingau das Recht, eine solche Anlage zu betreiben. Im 15. Jahrhundert besaßen lediglich Eltville, Rüdesheim und später auch Lorch ein derartiges Privileg.

Öffnungszeiten:

Zwischen April und Oktober gibt es kostenlose Führungen an jedem ersten Wochenende im Monat
von 13.00 bis 17.00 Uhr

sowie am Tag des offenen Denkmals im September

Der alte Weinverladekran von Innen

Kommentare

  • am 03.12.2016 um 21:43 Uhr

    von Sabine Gaillard

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Mein sohn muss innerhalb seines Studiums im Bauwesen einen alten Kran nachbauen. Dazu sucht er nach Bauplänen bzw. Massen, um diesen massstabsgerecht nachbauen zu können aus Material seiner Wahl. Wir sind auvh auf ihren gestossen. Ob sie uns iregndwie behilflich sei könnten? Es ist sehr schwierig, etwas Braubares zu finden.

    Für Ihre Mühe danken wir im voraus.
    Mit freundlichen Grüssen

    Sabine und Thibaut Gaillard

  • am 02.01.2012 um 11:07 Uhr

    von Gerd Rättig

    Gleiche Frage wie Horst Naumann wegen der Funktionsfähigkeit: Mit der Erneuerung des Daches 2010/2011 ist die Ausrichtung des Kranständers verbunden. Ich befasse mich seit Jahren sehr intensiv mit historischen Kränen, wo können detaillierte Unterlagen vom Oestrischer Kran eingesehen werden? 1. Dacherneuerung, 2. Zeichnungen
    Über den Kran in Frei-Weinheim schreibe ich z.Zt. ein Buch, dort werde ich auch den Kran in Oestrich aufnehmen.

  • am 18.06.2011 um 21:38 Uhr

    von Werner Kahle

    Oestricher Kran : Wie heißt der römische Ingenieur,nach dessen Bauplan der Kran gebaut wurde? Ich meine mich zu erinnern, dass es bei den alten Römern eine sehr übliche Konstruktion war.

  • am 09.07.2008 um 17:59 Uhr

    von Horst Naumann

    Ist der oestricher Kran noch funktionstüchtig?
    Mit freundlichem Gruß
    Horst Naumann
    Antwort der Redaktion: Nein, der Kran ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr im Betrieb.

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