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Brentanohaus in Winkel

Das Brentanohaus hat den Geist der Goethezeit bis heute bewahrt

Brentanohaus

1804 erwarb die Frankfurter Adelsfamilie Brentano das Ackermannsche Haus in Winkel als Sommersitz. Hier verweilten Goethe, die Brüder Grimm und Karoline von Günderode.

Johann Wolfgang von Goethe hinterließ seine Spuren in vielen Städten Deutschlands. Kaum eine aber ist so unverändert erhalten wie das sogenannte Goethe-Zimmer im Brentanohaus in Winkel. Hier wohnte der Dichter bei seinen Rheinreisen der Jahre 1814 und 1815.

Goethe kannte die Familie Brentano schon aus seiner Frankfurter Zeit. Als er 1814 zur Weihe der Binger Rochuskirche durch den Rheingau reiste, machte er Station in Winkel und soll dabei von dem "Eilfer", einem 1811er Hasensprung des Brentanoschen Weinguts, so angetan gewesen sein, daß er ihn nicht nur in seinem dichterischen Werk verewigte, sondern auch im folgenden Jahr erneut nach Winkel reiste.

Die Brentanos hatten im 17. Jahrhundert ein Handelshaus in Frankfurt gegründet. 1804 erwarb die Familie das Ackermannsche Haus in Winkel, das ihr fortan als Sommersitz diente. Es wurde zum Treffpunkt eines großen Freundeskreises aus Kunst und Wissenschaft. Clemens Brentano, einer der Begründer der Rheinromantik, noch häufiger Bettina Brentano mit ihrem späteren Mann Achim von Arnim, verbrachten hier viele Sommer, und mit ihnen kamen so bedeutende Persönlichkeiten wie die Brüder Grimm oder der Jurist Friedrich Carl von Savigny nach Winkel.

Der Garten

Im Westteil des Brentanohauses sind einige Räume noch ganz im Stil der damaligen Zeit erhalten geblieben. Bei regelmäßigen Führungen und literarischen Veranstaltungen können Besucher auch heute noch den Geist jener Zeit spüren, den das Gebäude in seinem Inneren bewahren konnte.

Untrennbar mit Winkel ist das Schicksal der Dichterin Karoline von Günderode verbunden. Auch sie gehörte zum Freundeskreis Bettina Brentanos und kam häufiger ins Sommerhaus der Familie. Aus unglücklicher Liebe zu dem Heidelberger Philologen Creuzer erdolchte sie sich am 26. Juli 1806 am Rheinufer. Ihr Grab auf dem Winkeler Friedhof ist noch immer Pilgerstätte bedeutender Germanisten aus aller Welt.

Brentanohaus Brentanohaus

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www.brentano.de

Kommentare

  • am 01.01.2014 um 22:11 Uhr

    von Fiehring, Heide

    Im Tagesspiegel vom 8. Sept. 2013 stand von einem Ultimatum an das Land Hessen, das am 30. Sept. ablaufe - andernfalls würde das Schloss privat verkauft. Ich sehe mit Freude, dasss es noch in Händen der Brentanos ist!

  • am 12.06.2011 um 23:17 Uhr

    von fü von der Wiese

    Eine sehr schöne Beschreibung, und im Bett vom alten Goethe schläft es sich wirklich gut wie ich aus eigener Erfahrung weiß.......schön trunken vom "Goethewein".....

  • am 22.07.2009 um 08:16 Uhr

    von artur kolditz

    Ich vermisse Öffnungszeiten bzw. Besuchsmöglichkeiten
    Die Redaktion: Aktuelle Infos finden Sie unter www.brentano.de

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