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Hallgarten

160 Liter Rotwein für Hallgarten

Hallgarten

Über 900 Jahre ist es her, dass die Weinbaugemeinde Hallgarten gegründet wurde: Im Jahre 1112, übertrug, wie eine Urkunde des Stadtarchivs Mainz belegt, der Mainzer Probst Zeizolf, das seinem Kloster gehörende Gut Hallgarten, einem Ruthard von Winkel. Der übergab dafür sein Gut bei Freiweinheim dem Mainzer Kloster. Doch kein halbes Jahrhundert war Hallgarten im Eigentum der Herren von Winkel, schon 1162 wird Hallgarten eine Grangie von Kloster Eberbach und damit eine Hofanlage des Zisterzienser-Klosters.

Hundert Jahre später, im Jahre 1255, belegt ein Schenkungsvertrag, in dem Theoderich und Mechthild von Hallgarten dem Kloster Eberbach jährlich ein Ohm, also 160 Liter, Rotwein zukommen ließen, dass aus dem Hofgut bereits ein kleines Dörfchen mit eigenem Schultheiß und Ortsgericht geworden war. Seine Einwohner werden darin Kolonen genannt, denn sie kolonisierten und rodeten das ihnen zugewiesene Land, waren somit Landwirte und Winzer. In den Pfahlanlagen ihrer Weinberge gab es zu dieser Zeit lediglich zwei Rebsorten: den "France", ein besserer Wein der Hanglagen, und den „Hunze", ein leichter "Feldwein".

Die Menschen waren damals sehr fromm und richteten ihr ganzes Leben nach den Lehren der katholischen Kirche aus. Diese Volksfrömmigkeit führte dann auch im 12. und 13. Jahrhundert und sicher auch unter dem Einfluss Eberbachs, zur Gründung eines Laienordens, der Muttergottesbruderschaft. Diese hat bis 1345 den Bau der Hallgartener Pfarrkirche vollendet und 1360 einen zweiten Geistlichen, den Frühmesser, bestellt. Außerdem wurden zu dieser Zeit auch die Marienglocken angeschafft und die weltberühmte Terrakottafigur der Schrötermuttergottes aufgestellt, die heute noch in der Hallgartener Pfarrkirche zu bewundern ist. Der Glaube an Gott und Kirche war damals allgegenwärtig gewesen und prägte nicht nur den Tagesablauf der Menschen, sondern ihr ganzes Leben. Es gab aber auch Aberglaube und Exzesse wie Hexenverbrennungen, Geißler und das Geschäft mit dem Ablass.

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