Schnorrerfestivals

Fastnacht im Rheingau

Das „Schnorren“ ist im Rheingau ein uralter Brauch, schon vor hundert Jahren zogen maskierte Narren einzeln oder meist in Gruppen abends durch die Straßen der Rheingauorte und verlangten lautstrak Einlass in die Häuser. Einmal die Tür geöffnet, schnorrten sich die Narren dann vor allem Wein und auch gerne mal was zu essen und trieben lustigen Schabernack mit ihren Gästen, die erraten sollten, wer unter den Masken steckt. Später dann zogen die maskierten Schnorrer vor allem durch die Straußwirtschaften und Gutsschänken und tranken dort den Gästen mit Strohhälmen die Gläser leer. Dabei mischten sie die Gaststätten immer ordentlich auf, tanzten fröhlich mit allen Anwesenden und sorgten für närrisches Treiben. Anfang der 80er Jahre schien dieser Brauch ganz in Vergessenheit zu geraten, nur noch ganz selten waren „Schnorrer“ an Fastnacht im Rheingau unterwegs, bis der Kiedricher Carnevalverein Sprudelfunken aus der Not eine Tugend machte und ein „Schnorrerfestival“ erfand. Jetzt ziehen jedes Jahr an Altweiberfastnacht wieder in den Abendstunden dutzende Schnorrer in Gruppen oder Einzeln, meist sehr fantasievoll maskiert, durch die Gaststätten des gotischen Weindorfes und treiben närrischen Schabernack. In den Wirtshäusern sitzen unter den vielen Fans der Schnorrer jeweils Jurymitglieder, die das „Showprogramm“ und die Kostümierung der Schnorrer bewerten. Im großen Festzelt der Sprudelfunken an der Sonnenlandstraße wird dann um Mitternacht zur Demaskierung geben und die besten Gruppen und „Einzel-Schnorrer“ mit tollen Preise prämiert.

Nach dem großen Erfolg des Kiedricher Schnorrerfestivals in den letzten 25 Jahren bietet auch der Oestricher Carnevalverein an Altweiberdonnerstag ein kleines Schnorrerfestival an, bei dem es in den Wirtshäusern von Oestrich mit den bunt maskierten Schnorrer ebenfalls hoch her geht.

zurück zur Übersicht