LICHT.punkt lädt zum besinnlichen Verweilen ein

27.02.2023

Kirchort Johannisberg schaffte mitten im Dorf einen neuen Platz zum Innehalten und Licht anzünden

Johannisberg. (sf) „Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen fürchtet Euch nicht, Gott hat Euch lieb Groß und Klein, seht auf des Lichtes Schein!“, sangen die Kita-Kinder des Johannisberger Kindergartens zusammen mit der Pastoralreferentin Sonja Haas-Wessendorf. Dabei zündeten sie eine selbstgemachte Kerze an, auf der viele christliche Symbole zu sehen waren, die die Kinder alle aufzählten. Ein Kind stellte die Kerze dann auch zusammen mit der Pastoralreferentin in den neuen „LICHT.punkt“, eine kleine, gemauerte Grotte im Hof des Familienzentrums und Pfarrhauses. Mit einem feierlichen Wortgottesdienst und zusammen mit vielen Johannisbergern war der neuen „LICHT.punkt“ damit festlich eingeweiht worden. Mit diesem Ort will der Kirchort Johannisberg mitten im Dorf einen neuen Platz zum Innehalten, besinnlichen Verweilen und Licht anzünden schaffen.

„In der kalten Jahreszeit feiern wir die meisten Gottesdienste hier in der Kapelle im Familienzentrum und nicht in der großen Basilika, oben am Schloss. Doch die Kapelle hat keine Möglichkeit, mal ein Licht zum Gedenken anzuzünden, und so kam die Idee auf, hier im Hof einen solchen Punkt zu schaffen!“, erläuterte der Kita-Koordinator der Pfarrei, Clemens Kiefer, die ursprüngliche Idee. Da wo jetzt die kleine Grotte steht, die im Frühling noch Blumenschmuck erhalten soll, sei zuvor eine von immergrünen Bodendeckern überwucherte, ungenutzte Fläche gewesen, wie auch Pfarrer Marcus Fischer berichtet. So sei man auf den Gedanken gekommen: „Hier könnte man was machen.“ Wichtig sei dabei, dass der neue Platz im Zentrum Johannisbergs liegt. „Mitten im Dorf, wo die Menschen sind. Gott macht sich mit den Menschen auf den Weg“, so Pfarrer Fischer bei der Einweihung. Direkt neben dem Pfarrzentrum, dem alten Pfarrhaus und auf dem Weg zum Kindergarten mit Familienzentrum sei der Ort, an dem die Leute zur Ruhe kommen können, ideal angesiedelt, meint auch Clemens Kiefer.
Der neu geschaffene „LICHT.punkt“ besteht nicht nur aus der kleinen Grotte auf einer Betonstützmauer, deren innere Kuppel von Johannisberger Künstlern unter der Leitung von Istvan Szasz künstlerisch in leuchtendem Blau mit vielen gelben Punkten ausgemalt wurde. Rechts und links davon gibt es mehrere kleine Schilder, die einen „Lebensweg“ markieren sollen: Grün sind die Tafeln für die Sakramente wie „getauft“ oder „gesalbt“, dazwischen weiße für menschliche Gefühle wie „friedlich“, „zusammen“ und „geliebt“. Doch das Licht sollte das Leitmotiv sein, erläuterte die Gruppe, die sich an dem Projekt beteiligt hat. Dazu gehören neben dem Ortsausschuss und Kita-Eltern vor allem auch Pfarrer Fischer, Clemens Kiefer, Sonja Haas-Wessendorf, Peter Steinberg und Oliver Schiffler. Der Leiter des Kindergartens und Familienzentrums hatte mit fleißigen Eltern dafür gesorgt, dass die an der Grotte angrenzenden Flächen zu einem Beet umfunktioniert werden und die verwilderten Bodendecker entfernt. „Manches wurde bei der Umsetzung wieder verworfen, wie der Plan, den Lebensweg als Fluss anzulegen!“, erläutert das Team. Der neue LICHT.punkt mit einem kleinen Kerzenvorrat soll dazu einladen, eine Kerze anzuzünden und in die Grotte stellen, inne z u halten, trauern zu können, sich am Licht zu erfreuen und ganz nah bei Gott zu sein.

Schon vor dem Ukraine-Krieg sei das „Licht-Thema“ entstanden und seitdem werde es noch dringender benötigt, sagte auch Pfarrer Fischer bei der Einweihung: „Ja zum Frieden, ja zum Leben“. So habe man auch mit Bedacht das Datum der Einweihung gewählt: zwei Tage nach Maria Lichtmess.
„Wir haben mit Absicht keine Lourdes-Grotte ausgesucht, sondern wollen hier an die Emmaus-Geschichte aus dem Neuen Testament anknüpfen mit der Botschaft, dass sich Gott mit den Menschen auf den Weg macht!“, sagte Pfarrer Fischer und weihte die Grotte und die Menschen mit Weihwasser. Die Mitglieder des Künstlerkreises Johannisberg wollen die Grotte zu der Geschichte passend noch weiter ausmalen. Außerdem sollen später noch Meditationstexte über QR-Codes am „LICHT.punkt“ zur Verfügung stehen und auch eine Bank zum Verweilen laden. Damit will man auch Menschen begleiten, die Mut und Trost brauchen, erläuterte auch Sonja Haas-Wessendorf. Und auch die Kinder sind eingeladen, hier immer wieder mal innezuhalten und mit den Eltern eine Kerze anzuzünden, dafür wird extra noch eine Stufe angebracht, damit die Kinder besser an die hüfthohe Betonmauer kommen, auf deren Beet die Grotte steht. Und im Frühjahr soll noch eine schöne Bepflanzung und vielleicht noch ergänzende Schilder hinzukommen. Ganz wichtig finden alle Verantwortlichen, dass der neue LICHT.punkt offen für alle ist: so soll das Tor zum Pfarrhof nicht abgeschlossen werden. Gleichzeitig hofft man, dass Vandalen das nicht ausnutzen. „Ideell sollen sich alle vom Lichtpunkt angesprochen fühlen – ob sie Katholiken sind oder nicht!“.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 27.02.2023.

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