Die Mühlen im Johannisberger Grund
Die
Getreide,- Gewürz,- und Ölmühlen waren im Rheingau schon seit Jahrhunderten
ein bedeutender Wirtschaftszweig. Zwar waren oftmals die Besitzer reiche Familien,
die die Mühlen an Müller verpachteten. Diesen blieb durch den hohen Pachtzins
an Eigner und Klöster oftmals nur das Nötigste zum Leben. Es gab bis zu 100
Wassermühlen im Rheingau, von denen Anfang des 20. Jahrhundert noch 30 in Betrieb
waren.
Im Johannisberger Grund waren sechs Mühlen ansässig. Mit Hilfe des aufgestauten Elsterbaches nutzten die Grundherren und Betreiber die Kraft des fließenden Wassers. Die Getreide- und Schrotmühlen deckten den Bedarf an Mehl, Graupen und Grieß. Die erste Mühle am Eingang des Tales nach Marienthal ist die bekannte Schamari-Mühle. Einige hundert Meter weiter folgen die Elstermühle, die Weihermühle, die Ostermühle, die Reußische Mühle und die Schleifmühle. Wann die Mühlen genau errichtet wurden, ist nicht bekannt. Man nimmt an, daß sie aus dem 14.Jahrhundertstammen, da sie ab jener Zeit urkundliche Erwähnung finden.
Die
Geschichte der Schamari und der anderen Mühlen ist eng mit der Geschichte des
Klosters Johannisberg verbunden. Eine erste Benennung der Schamari-Mühle steht
in Zusammenhang mit der Mißwirtschaft der Ordensbrüder im Kloster. Sie mußten
die Mühle im Jahre 1593 an den Junker Kriebel aus Katzenellenbogen verkaufen.
Um 1900 war die Schamari-Mühle die letzte noch arbeitende Mühle im Johannisberger
Grund. Im Jahr 1929 gab auch sie 1929 ihren Betrieb auf. Bereits 1930 erfolgte
der Umbau zu einem Gutssausschank, und die Besitzer verlegten sich auf den Weinanbau
und die Landwirtschaft. Heute steht die Schamari Mühle unter Denkmalschutz.
Einen ähnlichen Werdegang erlebten dieSchleif-, Oster-, und Weihermühle. Letztere wurde nicht zum Gutsausschank umgebaut und wird heute noch als Landwirtschaftlicher Betrieb im Vollerwerb genutzt.





