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Mythos Asbach - die weltbekannte Wein-Destillerie feiert 125-jähriges Jubiläum

13.06.2017

Asbach, die Spezialität aus Rüdesheim am Rhein, feiert dieses Jahr einen besonderen Geburtstag: Vor 125 Jahren begann die einmalige Erfolgsgeschichte des berühmten deutschen Weinbrandes. Damals, im Jahr 1892, kehrte Hugo Asbach seiner Wahlheimat Frankreich den Rücken, um in Deutschland sein eigenes Unternehmen zu gründen.

Im Gepäck hatte er zwei Brennblasen und das Wissen um die Kunst der Weindestillation, die er aus erster Hand bei französischen Brennmeistern erlernt hatte. Und so machte Hugo Asbach sich daran, unter dem Namen "Export-Compagnie für deutschen Cognac" einen Weinbrand herzustellen, der dem berühmten französischen Cognac ebenbürtig war. Seine Vision war es, die Feinheit von Cognac mit der Perfektion deutscher Handwerkskunst zu vereinen und auf diese Weise dem deutschen Geschmack Tribut zu zollen.

1908 ließ er die Marke "Asbach & Co. Uralt" beim kaiserlichen Patentamt eintragen - der Zusatz "Uralt" bezog sich auf die lange Reifezeit des Produkts und betonte den Qualitätsanspruch. Schon bald erfreute sich der Brand großer Beliebtheit in Deutschland. Selbst die Tatsache, dass mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages 1923 die Bezeichnung "Cognac" nur noch für französische Erzeugnisse erlaubt war, tat dem Erfolg von Asbach keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die von Hugo Asbach geprägte Wortschöpfung "Weinbrand" wurde auch von anderen Erzeugern genutzt und schließlich ins deutsche Weingesetz aufgenommen.

Asbach wuchs in den nächsten Jahren kontinuierlich. Die Spirituose avancierte bald zum beliebten Markenartikel, denn auch in Sachen Marketing bewies das Unternehmen wahren Pioniergeist: Früh wurde die Bedeutung von Werbung erkannt, womit die Marke ihrer Zeit weit voraus war. Bereits 1937 wird der berühmte Slogan "Im Asbach ist der Geist des Weines" entwickelt. Auch der prägnante Satz "Wenn einem also Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert" brennt sich in das kollektive Gedächtnis der Deutschen ein. Heute zählt Asbach mit einer Bekanntheit von 90 Prozent zu den geläufigsten Spirituosenmarken Deutschlands und zu den bekanntesten Markenartikeln überhaupt.

Hugo Asbach
Hugo Asbach

Qualität und Handwerkskunst seit 125 Jahren

Die Anziehungskraft und Beliebtheit von Asbach ist seit 125 Jahren ungebrochen, und das trotz aller Strömungen des Zeitgeistes. Dies ist auch einer konsequenten Qualitätsphilosophie zu verdanken, die das Unternehmen seit jeher verfolgt. Die Mission des Hauses war und ist es, den "Geist des Weines" mit höchster Sorgfalt und Handwerkskunst für Konsumenten in aller Welt erlebbar zu machen. So verwundert es nicht, dass die von Hugo Asbach einst geprägten Maßstäbe für die Herstellung seiner Brände in punkto Perfektion, Sorgfalt und Reifezeit bis heute gültig sind.

So werden für die Asbach Spezialitäten fast ausschließlich weiße Trauben aus den besten Anbaugebieten Europas verwendet. Nach der Lese werden sie gekeltert und zu Wein vergoren. Der ungeschwefelte Wein kommt in die Brennerei, wo er vorgewärmt durch Kupferrohre in die Brennblasen geleitet wird. Er wird so sorgfältig erhitzt, dass nur der Alkohol und die wertvollen aromatischen Bestandteile verdampfen. Die Dämpfe steigen auf in den Kühler, wo sie sich verflüssigen. Auf diese Weise entsteht innerhalb von acht bis zwölf Stunden der Rohbrand, der zur Verfeinerung ein zweites Mal destilliert wird. Vor-, Mittel- und Nachlauf werden dabei sorgfältig voneinander getrennt. Der Mittellauf, "das Herz", gilt als Feinbrand - eine klare Flüssigkeit von etwa 70 % Alkoholgehalt. Dieser Feinbrand gelangt schließlich zur Reifung in eines der Fässer im Asbach Lager.

Alle Asbach Brände reifen in Fässern aus zweierlei Eichenhölzern: Zunächst in 300 Liter großen Limousin-Eichenfässern aus luftgetrocknetem Holz, ohne Leim und Nägel. Diese relativ kleinen Fässer haben ein ideales Verhältnis von Füllmenge zu Holzoberfläche, so dass es zum intensiven Austausch zwischen Destillat und Holzaromen kommt. Die offene Porosität des Limousin-Holzes fördert den Zutritt von Sauerstoff ins Fassinnere und lässt Teile des Alkohols verdunsten. Das begünstigt die Entwicklung des vollmundigen Charakters und weinigen Bouquets, die die Asbach Brände auszeichnen. Anschließend lagern die Destillate in größeren Fässern aus deutscher Spessart-Eiche. Deren starke Eichenholz-Dauben und das feinporige Holz lassen nur noch wenig Sauerstoff ins Innere gelangen - so können sich die Destillate in Ruhe vermählen und ihre ganze Eleganz entfalten. Verantwortung für die Pflege all dieser Fässer tragen die Küfer in der eigenen Küferei, die dem Fasslager angeschlossen ist.

Für die gleichbleibende Qualität und den unverwechselbaren Geschmack von Asbach ist der Kellermeister verantwortlich - seine Kunst ist es, aus bis zu 25 Einzeldestillaten unterschiedlicher Jahrgänge und Herkunft eine harmonische Mischung zu komponieren. Entscheidend ist hier - neben einer klaren Vorstellung vom angestrebten Profil der einzelnen Asbach-Qualitäten - ein hohes Maß an Erfahrung und Fingerspitzengefühl, wenn durch das geheime Reife- und Veredelungsverfahren am Ende des Prozesses der typische, weinige Asbach Geschmack entsteht, einschließlich des vollen Bouquets und der tiefgoldenen Farbe.

Übrigens ist Asbach der einzige große Weinbrandhersteller in Deutschland, der über ein eigenes Reifelager verfügt - eine echte Schatzkammer mit über 120 wertvollen und bis zu 60 Jahre alten Einzeldestillaten. Die Destillate reifen in mehr als 20.000 Barrique-Fässern.

Das Fasslager in Ottersweiler
Das Fasslager in Ottersweiler

Ein Weinbrand von Weltruf

Qualität setzt sich durch: Asbach war schon bald nach der Gründung nicht mehr nur in Deutschland beliebt, sondern auch im Ausland. Sein Weg führte in die deutschen Nachbarländer sowie nach England und in die USA, bedingt später durch die in Deutschland stationierten Militärs - sie brachten die Spezialität gern ihren Angehörigen in der Heimat mit. Mit zunehmender Bekanntheit wurde die Produktpalette von Asbach kontinuierlich erweitert: Neben dem Klassiker Asbach Uralt gibt es im Premium-Segment den Asbach Privatbrand (8 Jahre gereift). Im Super-Premium-Segment etablierten sich unter anderem der 21 Jahre gereifte Asbach Selection sowie der 15 Jahre gereifte Asbach Spezialbrand. Und auch ein Ultrapremium-Segment wurde mit dem Johann Wolfgang von Goethe Vintage Reserve 1952 geschaffen. Qualitäten aus diesem Segment sind vor allem im asiatischen Raum gefragt, und so konnte sich Asbach neue Märkte in Singapur, Japan, Südkorea, Indonesien, Philippinen, Hong Kong und Taiwan erschließen. Inzwischen wird jede sechste Flasche international vertrieben.

Seit 2002 sind das Unternehmen und die Marke Asbach Teil des Hauses Underberg. Der Vertrieb erfolgt in Deutschland durch die Diversa Spezialitäten GmbH für den Lebensmittelhandel und den Cash & Carry Bereich sowie durch die TeamSpirit GmbH für die Gastronomie und den Fachhandel.

Asbach möchte auch in Zukunft seine Stellung als Top-Spirituosenmarke behaupten und seinen Marktanteil weiter ausbauen. Dabei wird das Unternehmen seinen Grundsätzen von Qualitätsphilosophie und Kundenorientierung treu bleiben - immer eng verbunden mit der Region und dem Ort, wo alles anfing: Rüdesheim am Rhein.

Das Asbach Sortiment umfasst folgende Qualitäten:

Asbach Uralt, 38 % vol. Der Klassiker: rund im Geschmack, harmonisch im Bouquet. Duftet nach Honig und Trauben, am Gaumen ist er von einer milden Süße. Das Bouquet erinnert an Pflaumen und Nüsse.

Asbach Urbrand, 40 % vol. Das erste Meisterstück von Hugo Asbach: ein kräftiger, ausgeglichener Brand, der nach Vanille, Kakao und Holz duftet. Auf der Zunge Noten von Dörrobst, sodann eine feine, pfeffrige Süße. Im Hintergrund Schokoladen- und Kaffeenoten.

Asbach Privatbrand 8 Jahre gereift, 40 % vol. 1908 komponiert Hugo Asbach diesen Brand für anspruchsvolle Genießer. 2013 gibt es die begehrte "Worldwide Brandy Trophy". Fruchtig im Duft, mit dunkler Schokolade und Zedernholz. Am Gaumen vollmundig, würzig, fruchtig. Im Hintergrund Mandel- und Gewürznoten.

Asbach Spezialbrand 15 Jahre gereift, 40 % vol. Destillate aus besten Weinlagen mit mindestens 15 Jahren Reifezeit bilden die Basis für den Spezialbrand. In der Nase Jasmin, dann Zitrus- und Vanillenoten und ein Hauch Apfel. Am Gaumen elegant, frisch, weinig und weich, sodann leicht süß mit dezenten Bitternoten.

Asbach Selection 21 Jahre gereift, 40 % vol. Das Ergebnis hoher Handwerkskunst: Mindestens 21 Jahre gereifte Destillate vereinigen sich in dieser Cuvée, die 2014 zum Weinbrand des Jahres beim ISW gekürt wurde.

Asbach Jahrgangsbrand 1972, 40 % vol. Dieser Brand besteht ausschließlich aus Weinen des Spitzenjahrgangs 1971. Trotz seines Alters (28 Jahre gereift) frisch und elegant auf der Zunge. In der Nase Pfirsich, Nüssen, Safran, Malz und Vanille.

Asbach Freiheitsbrand 1989, 41 % vol. Dieser Jahrgangsbrand würdigt einen wichtigen Moment deutscher Geschichte: Den Mauerfall. 25 Jahre Fassreifung verleihen ihm eine goldene Topas-Farbe. In der Nase elegant-würzig, Noten von Dörrobst und Rauch. Auf der Zunge leicht ledrig, Anflüge von Zimt und Vanille. Im Nachklang anhaltende Holz- und Gewürznoten.

Johann Wolfgang von Goethe Vintage Reserve 1952, 41,8 % vol. Die Rarität von Asbach in limitierter Sonderedition. Intensiv-würzige Noten verbinden sich mit reifen und weinigen Tönen. Am Gaumen Anklänge von Walnuss und Pflaume, umhüllt von edlen Eichenholznoten. Unvergleichlich harmonisch und elegant.

A & A - Asbach und Auslese Riesling - Likör, 19 % vol. Die Kombination von deutschen Riesling-Weinen mit dem Prädikat "Auslese" und Original Asbach ergibt einen goldfarbenen, frisch-fruchtigen Riesling-Likör.

Asbach Pralinenlikör Madame DOr, 15 % vol. Madame DOr ist der erste Pralinenlikör der Welt - entwickelt mit Rüdesheimer Chocolatiers. Ein samtiger und cremiger Genuss, der intensiv nach Schokolade und reifen Trauben duftet. Am Gaumen Noten von Rosinen.

Ein Bericht vom 13.06.2017.

http://www.asbach.de

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