Weinwanderung in Johannisberg

Jedes Jahr am 1. Mai wird von der "Johannisberger Weinkritik" eine dreistündige kostenlose Weinwanderung unter fachkundiger Führung der „Weinkritiker" angeboten.

Die Johannisberger Weinkritik gründete sich 1946: Domänenrat Christian Labonte hatte die Winzer und den Bürgermeister von Johannisberg zu einem fachlichen Gespräch in den Schlosskeller eingeladen. Es galt, nach den Wirren von Kriegs-und Nachkriegszeit wieder untereinander Kontakt aufzunehmen, Erfahrungen auszutauschen und die weinbaulichen Probleme kritisch anzugehen. Man beschloss, sich in bestimmtem Turnus reihum zu treffen. Dafür fand noch auf der Kellertreppe Bürgermeister Hans Krahn den Namen „Johannisberger Weinkritik". Krahn wurde auch ihr erster Oberkritiker. 1965 hielt die Weinvereinigung ihre erste große öffentliche Weinprobe als Einstimmung zum Johannisberger „Fest des Weines und der Rosen". 1976 richtete der Verein den Johannisberger Wein-Wander-Weg ein, auf dem er geführte Wanderungen veranstaltet. Treffpunkt ist immer die "Alte Kelter" gegenüber dem Bürgerhaus.

Auf etwa sieben Kilometern bietet diese Wanderung eine Übersicht über den Weinbau in Johannisberg. 20 Schrifttafeln erläutern die Namen der einzelnen Lagen, informieren über Bewirtschaftungsformen, stellen berühmte Bauwerke vor, zitieren berühmte literarische Besucher des Johannisbergs und bieten viel Wissenswertes über den Rheingau, die reichhaltige Historie und über den Weinanbau von der Traubenlese über die Keltern bis hin zur Vermarktung. Im weiten Bogen geht es um den Johannisberg herum und im Tal auf einen Querweg. Wenige Meter links davon steht die „Christus in der Kelter“ - Kapelle. Von hier führte die Route auf dem Querweg zur Einmündung zurück und weiter bis in den Johannisberger Ortsteil „Grund“ und zum Denkmal der Weinleserin an der Hauptstraße. Rechts leicht ansteigend geht es zum Kloster und hier, ab von der Straße, geradeaus an der Klosterpforte vorbei zur Straße „Im Sand“ bergauf. An der Straßengabelung geht es erst links, dann gleich wieder nach links in die Weinbergsgemarkung „Hölle“, deren Namen sich von „Helde“ also „Abhang“, ableitet. Im weiten Bogen führt der Weg oberhalb des Klosters und später über dem Elsterbachtal um den Hansenberg herum. In Höhe der Weihermühle gehen die Gäste wieder bergan auf den Rheingauer-Riesling-Pfad. In einer S-Kurve gelangt man hier zum Aussichtstempel der Flurbereinigung. Danach führt die Route in die Nähe von Schloss Hansenberg, das um das Jahr 1871 gebaut wurde, 1962 in öffentlichen Besitz gelangte und heute ein Internat für Hochbegabte beherbergt. Kurze Zeit später geht es dann zur Burg Schwarzenstein. Die wurde 1874 vom Weinhändler Peter Arnold Mumm im Stil einer Ruine erbaut und ist heute ein edles Restaurant mit Hotel. Auf der Hauptstraße geht es an der Burg vorbei bergab „Im Vogelsang“, zum Ortseingang Johannisberg auf den Schlosspark zu, am Aussichtspunkt ins Rheintal vorbei zur Kirche und zum Schlosshof. Im Rahmen der Führung werden natürlich auch die Weine der Johannisberger Winzer vor Ort dort probiert, wo sie wachsen.

Veranstalter:

Johannisberger Weinkritik
Claus Odernheimer, Leo Gros, Michael Burgdorf
65366 Johannisberg
E-Mail:

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