Pfarrkirche St. Walburga in Winkel

Pfarrkirche St. Walburga

Mitten im Ortskern von Winkel direkt an der Hauptstraße gegenüber des alten Rathaus steht die Winkeler Pfarrkirche Sankt Walburga. Schließlich ist man in Winkel stolz auf das Kleinod, dessen Historie schon mit dem Bau einer romanischen Kirche um 850 im Winkel begann: in dieser Zeit wohnte der heilige Bischof Rabanus Maurus von Mainz in Winkel. Wahrscheinlich residierte er im bis heute erhaltenen „Grauen Haus" am Rhein, das als ältestes Steinhaus Deutschlands gilt. Ein Denkmal des Heiligen ziert den Kirchvorplatz, denn der Rabanus Maurus hatte im Jahre 850 dreihundert Winkeler Bürger während einer Hungersnot durch Speisung aus seinen Vorräten vor dem Tod gerettet.

Schon vor der Bischofszeit von Rabanus Maurus diente ein Kloster am westlichen Ausgang von Winkel, das dem heiligen Apostel Bartholomäus geweiht war, den Mainzer Erzbischöfen dazu, den Einzug der Zehntsteuer zu sichern. Dieses Kloster gilt älteste zusammenhängende Ansiedlung im Rheingau. Hier wurden aus der ganzen Region die Ernteerträge gesammelt und nach Mainz verschifft. Man nannte die Sammelstelle auch nach der im Rheingau typischen Rebenernte „vinicella“ also „Weinkeller", woraus „Winkela“ und das bis heute gültige „Winkel“ wurde. Die Gemeinde Winkel wurde bald viel größer und breitete sich aus den Anfängen in Bartholomä entlang der Straße nach Osten aus bis zum Ortsende des heutigen Oestrich. Um 1000 setzte sich dann die Dreiteilung des Ortes in Oestrich, Mittelheim und Winkel durch.

Man errichtete anstelle der romanischen Kirche ein gotisches Gotteshaus von dem bis heute die beiden Eingänge und der Chorraum erhalten blieben. 1213 dann wurde die Kirche St. Walburga geweiht. Nach 1500 folgten der Bau des gotischen Chores und des Kirchenschiffes. In Jahre 1675 war die Kirche so baufällig geworden, dass man begann den Chorraum zu renovieren. Berichtet wird in den Analen, dass es in die Kirche hineinregnete und sogar die Hostien im Altar verfaulten. Nach der Renovierung entstand zwischen 1681 und 1684 die gesamte barocke Ausstattung der Kirche. Allerdings sind davon heute nur noch wenige Stücke verblieben, denn 1948 geschah ein dreister Diebstahl und fast alle wertvollen Kirchengeräte wurden gestohlen.

Die örtliche Grafenfamilie Matuschka-Greiffenclau von Schloss Vollrads hatte das Patronat über die Kirche und die Pfarrei. Die gräfliche Familie finanzierte auch im 17. Jahrhundert den Umbau der Kirche und diente ihr über Jahrhunderte hinweg als heimisches Gotteshaus und Grabstätte. Durch eine Tür auf der Südseite gelangt man in die Gruft der Familie, die sich unter dem Chorraum der Kirche befindet. Das romanische Gewölbe hat auch einen Altar mit dem großen Wappen der Familie Greiffenclau.

Im Innern der Kirche Sankt Walburga gilt es das Augenmerk auf drei besondere Figuren zu richten: die wertvolle Sitzfigur des heiligen Rabanus, die Schmerzensmutter „Pietà" und die Büste des heiligen Apostels Bartholomäus. Weiterhin gibt es hinter dem Altar, den ein Relief der heiligen Walburga schmückt, ein großes, wertvolles Gemälde von der Kreuzigung Christi zu sehen. Außerdem schmücken die Kirche Heiligenfiguren von Philippus, Jakobus, dem Schutzpatron der Landwirte und Winzer Wendelin und dem heilige Nikolaus, dem Schutzpatron der Schiffer.

Grabstein Karoline von Günderode
Hinter der Kirche findet man das Grab der Karoline von Günderode (1780 - 1806)

Pfarrkirche St. Walburga

Kommentare

  • Rita Herke
    am 09.10.2008 um 00:44 Uhr schrieb

    Rita Herke

    Bitte korrigieren: Karoline von Günderode
    Webmaster: Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Namen korrigiert.

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