Katharina Klein ist die 75. Rheingauer Weinkönigin

23.09.2026

Die 26jährige Oestricherin war die einzige Anwärterin auf die Rheingauer Weinkrone

Rheingau. (sf) „Die neue Rheingauer Weinkönigin heißt Katharina Klein!“, verkündete der Präsident des Rheingauer Weinbauverbands, Peter Seyffardt, unter dem Applaus der rund 200 Gäste im Laiendormitorium des Kloster Eberbach. Diesmal nur als Inthronisierung fand die Veranstaltung „Rheingau Royal“ hier an diesem historischen Ort bereits zum sechsten Mal statt. Nur die 27jährige Oestricherin Katharina Klein hatte sich in diesem Jahr für die Nachfolge der scheidenden Rheingauer Weinmajestäten gemeldet, deshalb gab es in diesem Jahr keine spannende Wahl und sehr zum Bedauern vieler junger Fans von „Rheingau Royal“ erstmals seit zehn Jahren auch keine anschließende Party, weil es hier in den letzten Jahren auch einige unschöne Szenen gab.
Verpackt war der Abend der Inthronisierung der neuen Rheingauer Weinkönigin aber wieder in ein unterhaltsames Showprogramm, das zum vierten Mal Katharina Höfling eloquent und gekonnt moderierte. Sie war vor genau zehn Jahren als Katharina Fladung deutsche Weinprinzessin und damit die letzte, die eine deutsche Weinkrone in den Rheingau holte, was sich in diesem Jahr mit der Kandidatur der scheidenden Rheingauer Weinkönigin Lena Roie ändern könnte. Die 32jährige Frankfurterin tritt für den Rheingau am 19. September zur Wahl der Deutschen Weinkönigin in Neustadt an der Weinstraße an und zeigte am Samstagabend, das sie das Zeug dazu hat, auch eine deutsche Krone zu holen.

Weniger junge Gäste

Eröffnet hatten Höfling und Seyffardt den Abend gemeinsam, um die vielen Gäste und Ehrengäste zu begrüßen. Dazu gehörten natürlich die rund 40 amtierenden Ortsweinmajestäten, die zu diesem royalen Termin gekommen waren und in ihren stilvollen Abendkleidern mit Krone für ein wunderbares Bild sorgten. Auch viele ehemalige Rheingauer Weinköniginnen waren mit von der Partie. Im Publikum saßen neben dem Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus, die ehemalige Deutsche Weinkönigin Ulrike Neradt und viele Bürgermeister des Rheingaus. Ein besonderer Gruß ging auch an die Alters- und Ehrenpräsidenten des Rheingauer Weinbauverbandes, Klaus-Peter Keßler und an aus Erbacher stammenden Hessischen Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat Ingmar Jung.
Bedauert wurde vor allem auch von den Weinmajestäten selbst, dass diesmal nicht so viele junge Leute die Wahl der Rheingauer Weinkönigin begleiteten, weil es zum ersten Mal seit zehn Jahren keine anschließende Party gab. 2014 hatte es bei der Inthronisierung der Rheingauer Weinkönigin Julia Jakob und ihrer Prinzessinnen Elena Scholl und Hannah Rosenkranz nach dem royalen Krönungsakt, damals noch traditionell unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine fetzige Party gegeben, die Julias Vater Joachim Jakob alias „DJ Jobbo“ mit fetziger Musik und Lightshow gestaltete. Das kam vor allem beim jungen Publikum bestens an und sprach sich auch schnell herum. Im Jahr danach war man dann noch einen Schritt weiter gegangen und hatte die Inthronisierung von Katharina Fladung und ihrer Prinzessin Stephanie Gönder öffentlich gemacht, ebenfalls schon eine kleine Bühnenshow inszeniert und danach wieder zur Krönungsparty geladen. Im Jahr darauf dann gab es die Premiere der Bühnenshow-Wahl mit Wolfgang Junglas und jetzt mit Katharina Höfling, und die kam vor allem auch bei jungen Leuten sehr gut an. So konnte man in den letzten Jahren auch immer junges Publikum zu diesem royalen Weinevent begrüßen, dass diesmal leider fehlte. „Schade, unsere Freunde fanden die Party in den letzten Jahren immer besonders schön. Das war eine breite, junge Plattform für die Rheingauer Weinkultur, hoffentlich kommt die Party wieder“, meinte auch einige der jungen Weinmajestäten.

Die neue Rheingauer Weinkönigin Katharina Klein ist eine ausgewiesene Fachfrau, wenn es um die königliche Repräsentation des heimischen Premiumproduktes geht: Die Lehramtsstudentin war von 2022 bis 2025 Oestricher Weinprinzessin, bevor sie ihre Heimat in Jahre lang als Oestricher Weinkönigin repräsentierte. Katharina Klein bringt also umfangreiche Erfahrung und Leidenschaft mit und will die Tradition der Rheingauer Weinkönigin würdig weiterführen. Unter ihrem Motto „Tradition im Herzen, Zukunft im Glas“ will sie die Werte des Rheingaus mit einem modernen Blick auf die Weinwelt verbinden. „Mit Katharina Klein übernimmt eine engagierte und authentische Weinbotschafterin das Amt der Rheingauer Weinkönigin.“, ist sich auch der Weinbaupräsident sicher. Und das bestätigte vor einigen Wochen auch schon die Ehrengäste bei der Verabschiedung von Katharina Klein als langjährige Oestricher Weinmajestät im Rahmen des Kranfestes mit dem Oestrich-Winkeler Bürgermeister Carsten Sinß an der Spitze: „Wenn man auf die vergangenen Jahre zurückblickt, dann erkannt man schnell: Es Menschen, die übernehmen ein Amt. Und es gibt Menschen, die füllen ein Amt mit Leben. Drei Jahre Weinprinzessin. Ein Jahr Weinkönigin. Vier Jahre voller Feste, Weinproben, Termine, Begegnungen und unzählige Stunden, in denen du unsere Heimat mit Charme, Herzlichkeit und Begeisterung vertreten hast. Wer vier Jahre Weinmajestät ist, der hat wahrscheinlich mehr Riesling verkostet als so mancher Winzer und mehr Hände geschüttelt als mancher Politiker. Doch das besondere an dir war nie nur die Krone, das Besondere warst immer du selbst. Nach einem langen Tag hast du dich nicht ausgeruht. Es ging weiter: Sei es die Feuerwehr Oestrich, Kolpingfamilie, das Showballett des MCV, Vorbereitung der Playback-Show oder das Zeltlager. Bei so einem Pensum mag vielleicht mancher denken: Da wird bestimmt etwas nur halbherzig gemacht. Aber nein, Katharina hat überall das Gleiche hinterlassen: Freude – Engagement - Gemeinschaft. Das vereint alles sie in sich.“.
Katharina Klein ist Studentin für das Haupt- und Realschullehramt und habe schon als Kind den Traum gehabt, einmal Weinkönigin zu werden. „Und Dank meines langjährigen Patenweinguts „Weinpause“ wurde dies möglich. Denn die Idee, dass ich überhaupt Weinmajestät geworden bin, entstand beim Aushelfen im Weinberg von Simone Kühn bei der Lese“. Die ehemalige Oestricher Weinmajestät, die wie Katharina Klein auch in der Einsatzmannschaft der Oestricher Feuerwehr sehr aktiv ist, habe sie ermutigt, Weinmajestät zu werden. Ein Weg, der sie jetzt sogar zur Gebietsweinkönigin gemacht hat. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe und werden den Rheingau national und international würdig vertreten und seine Weine bekannt machen“, erläuterte die glückliche neue Königin Katharina Klein.

. Die Verabschiedung von Weinkönigin Lena Roie und den Weinprinzessinnen Alina Bender und Alicia Kunz war das zweite große Highlight des Abends. Die drei um die Rheingauer Winzerschaft verdienten Majestäten vergangenen Samstag im Rahmen von Rheingau Royal gebührend und mit vielen guten Wünschen verabschiedet. „Aus Tradition laut. Für den Wein klar. Für den Mittelstand mutig.“ Unter diesem Motto hatte die 32jährige Lena Roie, die aus einer Schaustellerfamilie stammt und deren Eltern das erste mobile Weindorf im Rhein-Main-Gebiet etablierteren ein Jahr lang den Rheingau „regiert“. Festkultur und Weingenuss liegen der die gelernte Hotelfachfrau mit Erfahrungen im internationalen Event- und Hotelmanagement am Herzen: 2019 machte sie sich mit „Wine in the City FFM“ selbstständig und organisiert Weinbars und urbane Festivals. Mit ihrer umfassenden Erfahrung und ihrem erfolgreichen Konzept Weinkultur modern, kreativ und publikumsnah in die Städte zu bringen, könnte die Wein- und Genussexpertin echte Chancen bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin haben.
Und das wäre wirklich dringend mal wieder nötig, denn in den letzten Jahren war man im Rheingau immer wieder enttäuscht über den Ausgang dieser Wahl: Obwohl man immer wieder mit ganz starken Frauen aus dem Rheingau am Start war, gelang es in über 50 Jahren keiner, die Goldene deutsche Weinkrone in den Rheingau zu holen. Seit Ulrike Neradts Amtszeit vor 54 Jahren gab es keine deutsche Weinkönigin mehr aus dem Rheingau. Vier Gebietsweinköniginnen schafften es immerhin, die Prinzessinnenkrone in den Rheingau zu holen und nicht nur sie waren eigentlich königlich unterwegs gewesen. Letztmals hatte die Moderatorin des Abends, Katharina Höfling, 2015/16 mit der Prinzessinnenkrone einen deutschen Titel in den Rheingau geholt. Weinbaupräsident Seyffardt zog nach den vielen, unverständlichen „Niederlagen“ aus dem seit Jahren andauernden, vergeblichen Kampf um die Deutsche Weinkrone: Der Weinbaupräsident erklärte, dass der Verband es den Rheingauer Weinköniginnen freistellt, ob sie bei der Entscheidung auf Bundesebene anträten. Lena Roie will es wagen.

Welche Erfahrungen Lena Roie und ihre beiden nicht minder engagierten Weinprinzessinnen Alicia Kunz und Alina Bender in ihrem Ämter in Sachen Wein, Tourismus, Kommunikation, Spontanität, Teamarbeit , Kreativität und Rhetorik gesammelt haben, wieviel Spaß sie hatten und wie viele Menschen sie in dem Ehrenamt kennen gelernt hatte, zeigten sie beeindruckend in einem Film mit vielen Rückblicken auf ihre Termine im Rheingau und überregional. In der kleinen Bilderfolge aus den letzten 12 Monaten blickten die Majestäten ganz persönlich und emotional auf ihr ereignisreiches Amtsjahr zurück. „Es waren viele schöne Termine und wir konnten viele Erfahrungen aus diesem Jahr mitnehmen. Viele tolle Einsätze hatten wir und waren 364 Tage voll im Amt“, erzählten sie dem Publikum und dankten allen, die sie in der Amtszeit unterstützt hatten, die Rheingauer Winzer an der Spitze. Und auch die mit ihnen besonders verbundenen Ortsweinmajestäten hatte zur Verabschiedung rührende kleine Geschichten mit medialer Begleitung vorbereitet: Die Frankfurter Weinkönigin Kay Lorenz hatte zusammen mit der Hochheimer Kollegin Emma Walther und der Eltvillerin Weinkönigin Lilly Schick eine Laudatio für Lena Roie vorbereitet. Stella Fries aus Walluf, hatte die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Amtszeit der Rheingauer Weinprinzessin Alina Bender Revue passieren zu lassen. Denn auch die die 24jährige, die bereits sechs Amtsjahre als Erbacher Ortsweinmajestät den heimischen Wein hervorragend repräsentierte, war auch als Rheingauer Weinprinzessin überall mit Charme und Fachwissen unterwegs gewesen. Die Erbacher Weinmajestäten Svenja David und Josefine Crass sprachen davon, wie sehr sich die 23jährige Alicia Kunz Grundschullehrerin und Rettungssanitäterin beim Maltester Hilfsdienst, die zuvor Oestricher Weinmajestät gewesen war, in ihrem Amt für den Rheingau engagierte.
Mit etwas Wehmut legten die drei engagierten jungen Frauen ihre Kronen auf ein rotes Samtkissen ab und entließen den Rheingau damit in „eine Stunde ohne königliche Regentin“. Verbunden mit dem Abschied übergab Weinbaupräsident Seyffardt den jungen Frauen als Dankeschön für ihre wertvolle Arbeit in den letzten zwölf Monaten ein Ehrengeschenk und Blumen und wünschte ihnen alles Gute. „Unsere Weinmajestäten sind wichtige Botschafterinnen für unsere Region und unser Kulturgut Wein. Sie sind nicht selten im Studium an der Hochschule Geisenheim oder bereits in der Weinwirtschaft tätig und repräsentieren unser Kulturland Rheingau nicht nur fachlich kompetent, sondern auch auf äußerst sympathische und charmante Weise. Um diese Botschafterinnen beneiden uns viele andere Branchen", so der Weinbaupräsident, der es im Rahmen seiner Begrüßungsansprache nicht versäumte, auch allen anwesenden 45 Ortsweinmajestäten für ihr Engagement zu danken.

Bevor die neue Rheingauer Weinkönigin gekrönt wurde, gab es noch eine unterhaltsame Bühnenshow mit einer Aufführung des Galli-Theaters, das bereits zum letztjährigen Jubiläum 250 Jahre Spätlese auf Schloss Johannisberg zu sehen war. Schauspieler Simon Geronimo präsentierte in einem Ein-Mann-Stück sehr witzig, was den Spätlesereiter vor 250 Jahren aufgehalten haben könnte. In 20 Minuten ließ er, abwechselnd Reiterhut, Mönchskutte und blonde „Hessisch-Mädche-Perick“ von einem Kleiderständer nehmend, die Geschichte lebendig werden. Da er des Hessischen als Badener immer noch nicht völlig mächtig sei, brauche er die Hilfe des Publikums, so der Filou – und das half ihm kräftig mit Zurufen auf Fragen wie: „Wie spricht man auf Hessisch ein schönes Mädchen an?“, „Was antwortet die dann?“ oder „Wie drücken bibbernd wartende Mönche den dringenden Wunsch aus, der Reiter möge endlich kommen“. So brachte Simon Geronimo genau das wohl für immer offene Detail „Warum kam der Mann drei Wochen zu spät zurück?“ humorvoll und „interaktiv“ auf die imaginäre Bühne im Laiendormitorium. Zum Abschluss ließ Simon Geronimo, den Galli-Fans aus vielen Vorstellungen in der Wiesbadener Adelheidstraße kennen, sogar alle Gäste im Saal aufstehen und tanzen - genau der passende Auftakt für die Inthronisierung der 75. Rheingauer Weinkönigin. Die Idee zu dem einführenden Theaterspaß hatte Jasmin Kettenbach von der Rheingauer Weinwerbung, die in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Galli-Theater die Begegnung mit dem Spätlesereiter höchstpersönlich ermöglicht hatte.

Obwohl die neue Amtsinhaberin bereits vorab feststand, begeisterte Katharina Klein die 200 anwesenden Gäste mit ihrem Charme und dem geballten Fachwissen. Angelehnt an die Wahl der deutschen Weinkönigin, gab es auch für die Kandidatin Katharina Klein nämlich vor ihrer Krönung noch auf der Bühne im Laiendormitorium von Kloster Eberbach, mehrere Aufgaben unterhaltsam vor Publikum zu meistern und sich dabei auch auf der Bühne gekonnt zu präsentieren. Moderatorin Katharina Höfling sorgte zusammen mit der ehemaligen Rheingauer Weinkönigin Michael Eser und der diplomierten Sommelier Simone Schiller für einen unterhaltsamen, spannenden Abend. Katharina Klein musste eine Blindprobe bestehen und zwei Fachfragen beantworten, die ihr Michaela Eser stellte. Damit musste sie ihr Können als Rheingauer Weinkönigin unter Beweis stellen und tat dies mit Bravour: souverän, gekonnt und charmant löste sie alle gestellten Aufgaben und wusste auch die Fachfragen „Wie kann der Rheingauer Riesling die Herausforderungen, die sowohl die klimatischen Veränderungen mit sich bringen als auch das sich verändernde Verbraucherverhalten meistern?“ und „Was versteht man unter einem „Blanc de Noir“?“ hervorragend zu beantworten. Mit Witz, Fachkompetenz und Schlagfertigkeit hatte sie elegant alles gemeistert und das Publikum begeistert. Die Inthronisierung der Rheingauer Weinkönigin fand unter großer Beteiligung von Ehrengästen, Fans, Winzern und Familienmitgliedern statt. Die einjährige Amtszeit werde sie zwar ohne Prinzessinnen, jedoch mit einer großen Unterstützung der Ortsweinmajestäten, beschreiten und das Anbaugebiet repräsentieren. „Auch wenn es in diesem Jahr keine Wahl um die Trägerin der goldene Krone gab, so sind wir uns dennoch sicher, dass wir mit Katharina Klein eine charmante, kluge und motivierte junge Frau für das Amt gefunden haben.“, so Präsident Peter Seyffardt.

Gemeinsam mit der scheidenden Rheingauer Weinkönigin Lena Roie und Minister Ingmar Jung krönte Seyffardt dann schließlich die neue Königin Katharina Klein. „Mit ihr wird der Rheingau bestens repräsentiert werden. Wir können sehr stolz auf alle unsere Weinhoheiten sein“, so auch der Geschäftsführer der Rheingauer Weinwerbung Dominik Russler. Im Amt der Rheingauer Weinhoheiten übernehmen die Majestäten die Aufgabe, den Rheingauer Wein deutschlandweit zu repräsentieren. Ob sie nun zusammen mit den Ortsweinmajestäten die Rheingauer Weinfeste eröffnen, Weinproben moderieren oder auf Messen Fachgespräche führen, das Jahr wird sich für Katharina Klein in jedem Fall sehr abwechslungsreich gestalten.

Ein Bericht von Sabine FLadung vom 23.09.2026.

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