Volleyballer wieder Sieger beim Wikingerschach

02.09.2026

Neun Mannschaften waren beim fünften „Kubb“-Turnier der Winkler Feuerwehr am Start

Winkel. (sf) Sie sind einfach ungeschlagen: Seit fünf Jahren gibt es das „Kubb“-Turnier der Winkler Feuerwehr und zum fünften Mal in Folge durfte das Volleyball-Team der TG Winkel den selbstkreierten Wanderpokal in Form eines hölzernen Wikingerkönigs mit roter Krone vom Vorsitzenden des Fördervereines der Freiwilligen Feuerwehr Winkel, Markus Wagner, entgegennehmen. Am Sonntagnachmittag hatte die Mannschaft von der TG Winkel sich im spannenden Finale ganz knapp durchgesetzt gegen eines der beiden Teams der Feuerwehr Hattenheim, die zum ersten Mal beim Wikingerschach-Turnier mit dabei waren. Damit hatten die Sportler schon wieder das mittlerweile sehr beliebte Wikingerschach-Turnier der Winkeler Wehr für sich entschieden. Seit die Winkeler Feuerwehr dieses Turnier 2022 ins Leben gerufen hat, ist das Volleyball-Team der TG Winkel auf Siegkurs. Insgesamt waren in diesem Jahr neun Teams mit Teilnehmern im Alter von sieben bis 66 Jahren am Start - allein zwei von der Feuerwehr Kempten, die zum dritten Mal im Rheingau das beliebte Spiel mitspielten. Neben Hattenheim waren auch die Schachfreunde Eltville zum ersten Mal mit von der Partie und probierten sich in einer ganz anderen Art von „Schach“ mal aus. Seit Beginn mit dabei sind auch stets das Team der Feuerwehr Mittelheim und das Showorchester Rheingau Mitte.

Zum ersten Mal an den Start ging auf der Wettkampfwiese hinter dem Feuerwehrgerätehaus auch ein Team der befreundeten Feuerwehr aus der norddeutschen Samtgemeinde Tostedt, was die Organisatoren besonders freute. Denn zu dem 500 Kilometer entfernten Tostedt, das zwischen Hamburg und Bremen liegt, unterhält die Winkeler Feuerwehr nicht nur eine Partnerschaft. Hier bei den Freunden im Norden war den Winkeler auch die Idee zu diesem Event mit einem im Rheingau eher unbekannten Spiel gekommen: „Wir hatten bei unserer befreundeten Wehr in Tostedt schon öfter Wikingerschach, auch in Turnieren oder bei Jugendwehrcamps, gespielt!“, erzählte Markus Wagner. Im Norden ist dieses Spiel, das auch „Kubb“ genannt wird, besonders populär. Weil es solchen Spaß macht, hatten die Winkeler Floriansjünger schon lange die Holzklötze um den so wichtigen Wikingerkönig angeschafft und regelmäßig auch vereinsintern Turniere veranstaltet. Unterstützt wurden sie dabei von der Naspa-Stiftung, die 1000 Euro für die Anschaffung von sieben turniertauglichen Sets für das Wikingerschach spendete. Dabei kam dann auch die Idee auf, sich mal mit anderen Vereinen zu messen und gemeinsam ein spaßiges Turnier zu veranstalten. Zwar hatten sich im ersten Jahr auf die über 30 Einladungsschreiben an regionale Vereine nur vier Teams gemeldet, mittlerweile aber hat es sich herumgesprochen, welch ein Spaß dahintersteckt und diesmal gab es mit neun Teams ein gutes Wettkampffeld, wenn auch die Teilnahme von noch mehr Teilnehmern durchaus möglich wäre.

Pünktlich um 10 Uhr hatten sich die hochmotivierten Mannschaften auf der Wiese hinter dem Feuerwehrgerätehaus in Winkel eingefunden. Hier hatten die Gastgeber alles schon gut präpariert und die Figuren des Wikingerschach aufgestellt. Nach einer kurzen Erläuterung der Turnierregeln durch Markus Wagner und Markus Diehl, die auch die Turnierleitung übernommen hatten, ging es dann auch schon los. Beim Wikingerschach oder Kubb - das sich von dem Wort „Klotz“ für die Holzklötze, mit denen gespielt wird, ableitet - versuchen die Spieler, jeweils die Holzspieler der Gegenpartei mit Wurfhölzern umzuwerfen oder zu „fällen“. Der König, der in der Mitte des Spielfelds steht, muss zuletzt getroffen werden. Wer zuerst alle Kubbs der Gegenpartei und den König getroffen hat, gewinnt das Spiel.

Wikingerschach hat eine sehr beeindruckende Historie: Bereits vor über 5000 Jahren sollen die Menschen im alten Ägypten dieses Spiel gespielt haben. Dies belegt eine altägyptische Grabkammer, deren Inhalt unter anderem das älteste bekannte Kubbspiel zu Tage brachte. Überliefert ist auch, dass sich die alten Griechen mit einem Wurfsport vergnügten, bei dem die Menschen mit Wurfstäben gegeneinander antraten, wobei es das Ziel war, extra dafür gefertigte Steinblöcke umzuwerfen. In Deutschland ist Kubb deshalb als Wikingerschach oder Wikingerspiel bekannt, weil die heutige Spielform sehr wahrscheinlich auch von den Wikingern gespielt und weithin bekannt gemacht wurde. In ihrer Blütezeit hatten die Wikinger im Frühmittelalter als kriegerisches und reiselustiges Eroberungsvolk meist ein Wikingerschach-Spiel mit an Bord: es wurde auf dem Deck der Schiffe gespielt und das zum Teil auch sehr brutal und wohl anfangs auch mit Äxten. Die Wurfäxte wurden später durch Wurfstäbe ausgetauscht und dieses Wikingerspiel erfreut die Menschen heute noch. Das Geschicklichkeitsspiel, das auf ebenen Flächen wie Strand oder Rasen gespielt wird, ist vor allem in Schweden, Belgien, Deutschland, den USA und der Schweiz seit über 40 Jahren wieder sehr beliebt, aber auch in vielen anderen europäischen Ländern und auch auf dem asiatischen und australischen Kontinent nicht mehr selten. Im deutschsprachigen Raum steht Wikingerschach für das gesellige und vereinfachte Parkspiel und Kubb für den Turniersport.
Spaß vor Ehrgeiz
In Winkel standen die Geselligkeit und der Spaß auf jeden Fall vor dem Ehrgeiz im Mittelpunkt, schließlich hatten die Gastgeber auch bestens mit Grilladen und Getränken zu familienfreundlichen Preisen für die Turnierteilnehmer aus drei Generationen gesorgt. Und so war der Sieg eigentlich nur eine schöne „Nebensache“: Gewonnen hatten nämlich eigentlich alle Teilnehmer an diesem schönen sonnigen Nachmittag, denn das Wikingerschach-Turnier hatte riesigen Spaß gemacht und sorgte für einen lustigen Nachmittag und Abend am Feuerwehrgerätehaus. Trotzdem war natürlich die Freude bei den Siegern riesig, als sie den von den beiden Feuerwehrleuten Patrick Rammersbach und Stefan von der Weiden handgezimmerten Wanderpokal entgegennehmen durften. Im nächsten Jahr muss das Team der TG Winkel diesen Pokal dann wieder verteidigen und vielleicht sind dann noch mehr Fans des Wikingerschach mit am Start.

Ein Bericht von Sabine FLadung vom 02.09.2026.

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