Herbstzeit ist LeseZeit

01.09.2026

Nach den Herbstferien geht es wieder los. Dann sind die Kinder im Rheingau zur 4. Rheingauer Kinderbuchausstellung LeseZeit nach Oestrich eingeladen. Drei Wochen lang heißt es dann wieder, nach Lust und Laune in mehr als 600 Büchern zu stöbern.

Initiator der Kinderbuchausstellung ist Jean-Dominique Risch, umtriebiger Stifter und Vorsitzender der Rheingauer Kinderhilfestiftung Zukunft schenken! Jean-Dominique Risch. Die Leseförderung liegt ihm am Herzen. „Kinder liegen mir am Herzen“, wie er sagt. Dafür begleitet er die Ausstellung durchgehend drei Wochen lang ganz persönlich – ehrenamtlich. Jeden Tag begrüßt er dann vormittags die Schulklassen und Kindertagesstätten-Gruppen, richtet nach jedem Besuch die Bücher in den Regalen und die gemütlichen, quietschbunten Sitzsäcke und lüftet einmal durch, bevor die nächsten Kinder kommen. Auch am Nachmittag und am Wochenende ist er dort und kümmert sich. „Sie glauben nicht, wieviel Ruhe und Frieden von lesenden Kindern ausgeht“, erzählt er. Da er die Ausstellung erst schließt, wenn keine Kinder mehr da sind, bleibt er gern auch mal ein Stündchen länger in der Ausstellung, wenn es sein soll. „Die Kinder werden beim Lesen nicht gestört – Öffnungszeiten hin oder her“, so Risch.

Die Vorbereitungen für diese Bildungsveranstaltung, wie Risch LeseZeit verstanden wissen will, haben bereits mit dem Abbau der Ausstellung im vergangenen Jahr begonnen. Etwa ein Viertel des Bücherbestandes der Kinderbuchausstellung sei aussortiert worden, um Platz für Bücher-Neuerscheinungen des kommenden Jahres zu schaffen. Die aussortierten Bücher fanden dann – wie jedes Jahr – ihren Weg als Bücherspende in Schülerbibliotheken von Grundschulen im Rheingau. Nach und nach kommen hier alle interessierten Grundschulen zum Zuge. Einen Höhepunkt der Vorbereitungen bildet für Risch jedes Jahr der Besuch der Leipziger Buchmesse. Drei Tage nimmt er sich hierfür Zeit. Hunderte Bücher gehen dann durch seine Hände. Die Bücher, die ihn ansprechen, finden dann den Weg nach Oestrich in die Ausstellung. Alle Bücher werden dabei grundsätzlich im örtlichen Buchhandel erworben. So hat die Stiftung seit ihrer Gründung im Rahmen ihrer Leseförderangebote mehr als 5.100 Bücher im Wert von rund 64.000 Euro in Kinderhände gebracht.

In diesem Jahr erwarten die Kinder wieder rund 150 Bücher-Neuerscheinungen. Bei der Auswahl ist der Stiftung seit vielen Jahren auch die Rheingauer Kulturjournalistin Verena Hoenig mit ihrer Expertise eine unverzichtbare Unterstützung. Weiter orientiert sich Risch außerdem an Büchern, die mit Kinder- und Jugendbuchpreisen ausgezeichnet wurden oder die ihm von Kindern selbst empfohlen worden sind.

Mit LeseZeit verbindet die Stiftung ein drängendes Anliegen. „Bücher in Kinderhände“, so lautet der Appell der Kinderhilfestiftung. Der Aufruf richtet sich an Eltern, Großeltern, Paten und Freunde, Kindern Bücher zu schenken, vor allem aber auch Zeit zum Lesen. Denn das Lesen, so Risch, „ist eine unglaubliche Bereicherung für Ihre Kinder“. Viel mehr als in blumigen Beschreibungen ausgedrückt, sei das Lesen vor allem eins: der Erwerb von Bildung. Und eben die sei ein Versprechen an das Leben der Kinder. Sie ermöglicht ihnen lebenslang bessere Chancen und eine bessere Teilhabe. „Bildungsreichtum“, so Risch, „beugt sozialer Armut vor“.

Sein Dank richtet sich an die Stadt Oestrich-Winkel, die Gastgeberin der Kinderbuchausstellung ist, was für Risch überhaupt keine Selbstverständlichkeit darstellt, trügen doch mehr als 1000 Kinder 3 Wochen lang auch einigen Straßenschmutz und Unruhe ins Rathaus. Sein Dank richtet sich zudem vor allem auch an das Team von Münster Druck Design in Winkel, das sich gemeinsam mit der Stiftung für bildungsstarke Kinder im Rheingau engagiert und insbesondere auch LeseZeit in erheblichem Maße unterstützt.

Die Kinderbuchausstellung findet im Bürgerzentrum in Oestrich statt und ist vom 19. Oktober bis zum 6. November an Werktagen von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Auch am Wochenende können Kinder die Ausstellung besuchen, dann von 11 bis 16 Uhr. Statt eines Eintritts erbittet die Stiftung am Eingang eine Spende, die dem Stiftungsvermögen zufließt. Die Ausstellung kann nicht mit Straßenschuhen betreten werden - warme Socken sind empfohlen.

https://www.zukunftschenken.de

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