Sanierungsmaßnahmen in weiteren Teilen der Burg laufen

03.08.2026

Bürgerkonsortium stellte drei restaurierte Räume in der Brömserburg der Öffentlichkeit vor

Nach rund neun Monaten Bauzeit war es soweit: Das Bürgerkonsortium übergab in einem kleinen Festakt drei Räumlichkeiten, die zum „Förderverein Rheingauer Weinmuseum & Kulturdenkmal Brömserburg e.V.“ gehören, ihrer Bestimmung. Das ehemalige „Rheingau Zimmer“ heißt jetzt „Rheingau Zimmer Reinhard Asbach“. Mit dem neuen Namen wird Reinhard Asbach als großzügiger Förderer und Mäzen gewürdigt, und es wird ihm für die Jahrzehnte lange Unterstützung gedankt. Weitere Arbeiten in Teilen der Brömserburg laufen. Als nächster Schritt steht die Neubelegung und Gestaltung der Terrasse vor dem „Rheingau Zimmer Reinhard Asbach“ bevor.

Die Sanierung der drei Räume war eine Mammutaufgabe, da viele Jahre lang nichts in die Burg investiert wurde. Durch Wassereinbruch waren die Wände feucht und der Fußboden verfault, so dass er komplett neu aufgebaut und mit neuem Holz belegt wurde. Darüber hinaus war die gesamte Elektrifizierung völlig veraltet. Alle Arbeiten wurden stets in enger Absprache mit den zuständigen Behörden durchgeführt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf mehr als 408.000 Euro.

Welche Maßnahmen wurden im Einzelnen durchgeführt?

Zunächst musste in allen drei Räumen an verschiedenen Stellen der lose, mehrere Zentimeter dicke Putz entfernt und die Stellen neu verputzt werden. Dort, wo der Putz hielt, wurden die vorhandenen Farbschichten abgebeizt. Dann erfolgten die Grundierung der Wände und mehrere Testanstriche bis hin zum heutigen Ergebnis.

Der gesamte Fußboden des rund 60 m² großen „Rheingau Zimmer Reinhard Asbach“ musste entfernt werden. Eine neue Unterkonstruktion wurde eingezogen, auf die dann der Eichenboden mit den Intarsien verlegt werden konnte.

Sehr aufwendig war auch die Montage der Lamperie, da der Raum viele Wölbungen, Ecken und Kanten hat. Aufgearbeitet und veredelt wurden auch die Fußböden in den beiden angrenzenden Räumen. Vier historische Kronleuchter wurden restauriert und neu verkabelt. Alle Fenster und Türen wurden gereinigt, gangbar gemacht und neu gestrichen. Fünf Vitrinen wurden als Ausstellungsfläche für Teile der Sammlung vorbereitet. Das vorhandene Mobiliar wurde aufgearbeitet.

Eine Brandschutztür, getäfelt in historischem Design, wurde ebenfalls installiert, die Vereinsräume wurden komplett neu verkabelt, sowie Vorkehrungen für eine Brandmeldeanlage installiert. Dafür mussten neue Elektro-Steigleitungen aus dem Erdgeschoss bis ins zweite Obergeschoss verlegt werden, um die Unterverteilungen in die einzelnen Räume zu sichern.

Eine großzügige Stahl-Treppe führt jetzt von der Terrasse hinunter in den Innenhof der Burg und dient als zweiter Fluchtweg. Der Belag der Terrasse musste entfernt und der Boden neu abgedichtet werden. Zurzeit laufen die Vorarbeiten, um den Terrassenbeleg in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege neu verlegen zu können.

Bei einer Besichtigung der Burg durch den Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Prof. Dr. Markus Harzenetter, hob dieser die hochwertige Sanierung der Räume und das ausdauernde Engagement des Bürgerkonsortiums hervor.

Wie geht`s weiter?

Die Räumlichkeiten stehen nach Fertigstellung der Terrasse im Herbst 2026 dem Förderverein für seine Vereinsarbeit zur Verfügung. Auch andere Vereine, Institutionen, Einrichtungen und Privatpersonen können die Räume für Veranstaltungen anmieten.

Auch die Arbeiten in weiteren Teilen der Burg, die nicht zum Förderverein gehören, laufen auf Hochtouren. In den Räumen bis zum ersten Obergeschoss ist die „Erlebniswelt Brömserburg“ in Planung. Hier sollen der Rhein, die Rhein-Romantik, der Wein und die Geschichte der Brömserburg erlebbar gemacht werden. Damit hat das Bürgerkonsortium die Berliner Agentur „PRJKTR“ beauftragt.

Die Gespräche mit der städtischen Fremdenverkehrsgesellschaft (FREGE) werden in Kürze wieder aufgenommen. Dabei geht es um das Angebot des Bürgerkonsortiums auf eine Beteiligung der FREGE zur nachhaltigen Absicherung des städtischen Eigentums und damit zur erfolgreichen Implementierung der Erlebnisräume.

Foto: Joachim Piszczan

Ein Bericht von Lydia Malethon vom 03.08.2026.

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