Dolce far niente

28.06.2026

Dolce far niente

Winkeler Traditionsweingut Allendorf feierte geselliges Sommerfest im Georgshof mit 280 „Familienmitgliedern“

Winkel. (sf) „Dolce far niente“: Momente des Innehaltens und des Genießens, dafür sind italienische Familien bestens bekannt und dieses Gefühl gibt es auch im Rheingau: Die Familie Allendorf in Winkel hat über 280 Mitglieder, so schien es beim großen Sommerfest mit italienischem Lebensgefühl, das zum ersten Mal im Georgshof gefeiert wurde. Unter den Reben und rund um das Weingut erlebte die Festfamilie einen Sommertag voller Leichtigkeit und Genuss, der die Probleme der Welt und den Alltag einmal ganz vergessen ließ.
Bisher gab es stets ein sommerliches Fest im mediterranen Ambiente des Brentanohauses. Zehn Jahre lang hatte das Weingut Allendorf hier die Rheingauer Gastfreundschaft gepflegt und sich jetzt wieder ganz auf die Wurzeln des Winkeler Traditionsweingutes besonnen. Und so fand das Sommerfest diesmal im gemütlichen, einstigen Aussiedlerhof der Familie Allendorf statt, der für viele Rheingauer und Gäste von überall während der beliebten Straußwirtschaftswochen wie ein „zweites Wohnzimmer“ ist. Vor über 60 Jahren hatte Fritz Allendorf, dessen Kinder und Enkel heute das Weingut leiten, mit diesem Hof am Ende der Winkeler Kirchstraße den Grundstein für den Erfolg des Weingutes Allendorf gelegt. Ulli Allendorf erinnerte in mehreren Raritätenproben am Sommerfest auch rührig an seine Eltern und wie sie 1964 das „Wagnis“ eingingen, als sie damals den Georgshof als Aussiedlerhof mitten in den Weinbergen außerhalb von Winkel gebaut hatten. Der Hof sei schnell „unsere Heimat geworden“ und was Vater Fritz Allendorf einst begann, das setzte die weinverrückte Familie mit viel Engagement, innovativen Idee und treuen Mitarbeitern fort. Mit großem Einsatz, literweise Herzblut und viel Erfolg ist das Weingut Fritz Allendorf heute mit über 60 Hektar einer der größten privat geführten Wein¬bau-Betriebe im Rheingau. Weinliebhaber aus der Region, aus ganz Deutschland und aller Welt schätzen die vollmundigen Rieslinge, die kräftigen Rotweine und eleganten Sekte. Fritz Allendorf wäre mit Sicherheit stolz auf seine Familie gewe¬sen, wenn er gesehen hätte, mit wie vielen Freunden am Sonntag ein wunderbares Sommerfest auf „seinem“ Georgshofs in Winkel gefeiert wurde. Freunde, Ehrengäste wie die Rheingauer Weinprinzessin Alina Bender, treue Kunden, Nachbarn und Kollegen feierten hier zusammen mit der Gastgeberfamilie Allendorf wie eine große Familie unter dem Motto „Dolce far niente“ das „süße Nichtstun“.

„Wir freuen uns riesig, dass ihr alle gekommen seid“, begrüßten die Gastgeber Ulrich Allendorf gemeinsam mit seiner Schwester Christel Schönleber und deren Kinder Max und Anne, die in dritter Generation das Weingut leiten. Herzlich luden sie zu Genuss pur ein und der hatte es in sich: Feine Weine aus dem Allendorf’schen Keller, darunter auch wahrlich wertvolle Raritäten und prickelnde Sekte mit und ohne Alkohol, köstliche Rebensäfte von befreundeten Gastwinzern, Schmankerl aus der Gutsküche und vom hauseigenen Fischrestaurant „Allendorf am Rhein“ besondere Köstlichkeiten vom Rheingauer Gastkoch Bildesheim sorgten an vielen Stationen über das ganze Gut verteilt hervorragend für das leibliche Wohl der Gäste. Alle Mitarbeiter und Familienmitglieder im Hause Allendorf hatten viele Überstunden und viel Arbeit in Kauf genommen, um dieses Sommerfest zu einem großen Erfolg zu machen.

An der Weinerlebniswelt hatten die Jüngsten der Allendorf-Familie ein wahres Kinderparadies mit riesiger Hüpfburg, Schminkecke und einer Buttonmaschine eingerichtet. Am Eingang zum Georgshof erwarteten die guten Seelen des Hauses, Gabi und Judith, die Gäste mit einem Glas prickelndem Sekt und Jungwinzer Max Schönleber öffnete die ersten Austern. Unter dem Nußbaum hatte der italienische Koch Fio von Allendorf am Rhein seine großen Pfannen stationiert und bot köstliche Pasta Gambias, Pasta Ricotta, Tomate und gegrillter Pulpo. Überall waren Tische und Bänke zum Verweilen aufgebaut und alles sommerlich dekoriert. Unter der Pergola gab es von dem aus Hallgarten stammenden Küchenchef Rene Bildesheim, der gemeinsam mit Naomi Gründer in Rüdesheim das Restaurant „Bees“ gegründet hat, leckere Kalbsbsäckchen, Selleriepüree, Trüffel. Im „Holtmann-Zimmer“ im Gutshaus gab es das beliebte Schmankerl aus Christel Schönleber’s Weingutsküche: Maultaschen mit Bärlauchsauce, verschiedene Salate, Antipasti, Käse, Fenchelsalami und vom Grill Bratwurst, Lammkarree, Pollo arrabiata und Minutensteaks. An der berühmten Theke warteten Kaffee und Erdbeertiramisu und später dann auch Cocktail wie Bellinis und Aperol Spritz.
Jede Tür und jedes Zimmer, der Keller, der Gutsausschank und die Wein.Erlebnis.Welt waren für die Gäste weit geöffnet und überall erwartete sie eine neue Überraschung. In der „Wein.Erlebnis.Welt“, für die die Allendorfs den Innovationspreis der EU kassiert haben, gab es zum Sommerfest auch eine Farbwelt-Führung ganz exklusiv von Ulrich Allendorf persönlich gestaltet, der sich selbst als „Harry Potter der Winzer“ bezeichnete. „Wein ist immer ein Erlebnis, ist Faszination vom ersten Schluck an. Denn Wein spricht alle Sinne an und beflügelt die Gefühle. Kein anderes Getränk hat im Laufe der Menschheitsgeschichte so nachhaltig Landschaften und Kulturen, Poesie und Literatur geprägt und verändert wie der Wein. Jeder Wein ist geprägt von seiner Herkunft, der Rebsorte und natürlich von der Handschrift des Winzers. Weine sind "Fingerabdrücke" von Natur und Mensch zum Trinken. In unserer Wein.Erlebnis.Welt möchten wir Sie auf die Spur des Weines bringen und dabei ganz bewußt Ihre Sinne ansprechen“, so Allendorf. Auf den ersten Blick seien Sehen, Riechen und Schmecken ganz einfache alltägliche Übungen. „Am sichersten und zuverlässigsten scheint dabei der Sehsinn zu sein. Aber obwohl der Mensch vornehmlich in einer Sehwelt lebt, sind gerade hier die Möglichkeiten einer verschobenen Wahrnehmung oder Täuschung am größten, vor allem dann, wenn es um Farben geht", erläuterte Allendorf das "Farberlebnis". Farbe sei kein objektiver Zustand und auch keine Eigenschaft eines Materials. Farben entstünden im Gehirn des Betrachters und beeinflussten damit dessen Emotionen, erklärte er. Jeder Mensch habe, von Beeinträchtigungen der Sinnesorgane abgesehen, die relativ gleiche Farbwahrnehmung, die Farbempfindung der Grundfarben ist bei allen Menschen ebenfalls gleich, demonstrierte er im eigens dafür geschaffenen Farbraum. In diesem Lichtraum der Wein.Erlebnis.Welt konnten die Gäste ausprobieren, welche Farbe in welcher Intensität auf ihr Wahrnehmungs- und Geschmacksempfinden wirkt. "Kann allein ein Farb-Wechsel Ihre Stimmungslage und damit auch Ihr Geschmacksempfinden verändern?“. Mit solchen Überlegungen verblüffte Allendorf die Besucher und führte sie mit dem unterschiedlichen Geschmack des gleichen Weines in vier verschieden Farben "hinters Licht".

Und damit nicht genug, gab es noch wundervolle Sekte vom Sektgut Reinecker aus Auggen in Baden an einer Station im Hof, köstliche Weine und Sekte wie den „Luigi“ vom Familien-Winzerunternehmens F.lli Dorigati aus Mezzocorona, einer Ortschaft in Südtirol und edle Rebensäfte von Weingut Fetz aus Dörscheid im Mittelrheintal.
Hatte man alle diese Stationen „abgearbeitet“, konnte man zur Musik des 22jährigen von Joshua „Joshi“ Harfst - Star der Castingshow „The Voice“ im Jahr 2015 - abtanzen und das „Dolce far niente“ bis in den Abend hinein unter dem lauschigen Rebendach des Georgshofes genießen

Ein Bericht von Sabine FLadung vom 28.06.2026.

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