So gedeihen die besten Weintrauben - Anbau, Bewässerung und mehr

04.05.2022

Eigene Weintrauben anbauen kann ein großartiges Projekt für den Garten sein. Weinreben sehen nicht nur schön aus, sondern versorgen Sie im Herbst auch mit Weintrauben. So jedenfalls in der Theorie.

Tatsächlich wissen die meisten Hobby-Gärtner überhaupt nicht, wie man sich um Wein kümmert, und schlussendlich geht die Pflanze ein, bildet keine Früchte oder wird von Krankheiten befallen. Wir im Rheingau haben allerdings mehr als reichlich Erfahrung im Anbau von Wein www.rheingau.de/wein und wollen Ihnen einige Tipps verraten, mit denen Ihre Weinreben gedeihen.

So bauen Sie Wein an

Wenn Sie Ihre ersten Weinreben anpflanzen wollen, brauchen Sie das richtige Gefäß. Sie können den Wein einfach im Boden einpflanzen, aber wenn Sie lieber einen Pflanztopf nutzen wollen, müssen Sie gut aufpassen.

Jeder Pflanze sollten zwischen 100 und 120 Liter Erde zur Verfügung stehen, damit die Wurzeln sich weit genug ausbreiten können. Ein großer Pflanzkübel oder sogar ein altes Weinfass können einer oder gleich zwei Weinreben genügend Platz bieten.

Weinreben brauchen zudem ein Gerüst oder eine Mauer, an der sie hochklettern können. Falls Sie den Wein in ein Gemüsebeet einpflanzen, müssen Sie darauf achten, dass daneben keine Pflanzen wachsen, die ihm schaden könnten. Rettiche, Kohl und Salat trinken dem Wein sprichwörtlich das Wasser weg, also ist Vorsicht geboten. Auch Zwiebeln und Knoblauch lassen sich nicht als Nachbarn für Weinreben empfehlen. Hingegen sind Weinbergpfirsiche, Oliven, Kräuter und Klee perfekt als Weinpartner geeignet. Sie können neben den Wein auch Ysop pflanzen, da dieser Schädlinge wie Käfer und Blattläuse fernhält.

Die richtige Bewässerung ist essenziell

Viele Weinpflanzen scheitern daran, dass ihre Gärtner sie nicht korrekt bewässern. Nicht nur die Technik und die Dosierung sind hier wichtig, sondern auch die Art von Wasser. Viele Gärtner gießen ihren Wein einfach so mit Leitungswasser. Zwar funktioniert das in vielen Fällen, aber kann tatsächlich auch schädlich sein. Leitungswasser enthält manchmal unsichtbare Verunreinigungen, die bei bestimmten Pflanzen das Wachstum verlangsamen können oder diese sogar mit der Zeit eingehen lassen. Bei einem zu sauren Boden gedeiht Wein beispielsweise nur bedingt oder gar nicht. Generell sollten Sie Ihr Wasser professionell testen lassen www.wassertest-online.de/wasseranalyse.html.

Der optimale pH-Wert für Weinreben liegt bei zwischen 5 und 7.5. Wenn Ihr Leitungswasser zu 'hart' oder 'weich' ist, wird der Mutterboden mit der Zeit zu sauer oder basisch, was der Pflanze schaden kann. Extrem hartes Wasser lagert außerdem Salz in der oberen Bodenschicht ab, was ebenfalls für Komplikationen sorgen kann.

Selbst mit der bestmöglichen Wasserqualität können Sie Fehler beim Gießen machen. Sie sollten es unbedingt vermeiden, die Blätter und Früchte des Weins zu gießen. Dies erhöht nämlich das Risiko, dass der Wein mit Pilz- und Bakterienkrankheiten befallen wird. Der Boden sollte stets leicht feucht sein. Wenn die Erde über längere Zeit zu nass ist, nimmt der Wein zu wenige Nährstoffe auf. Selbstverständlich sollte der Boden auch nicht zu trocken sein. Eine gute Balance zu finden ist nicht ganz einfach. Falls Sie also bemerken, dass die Blätter gelblich oder welk werden oder die Blüten abgeworfen werden, sollten Sie häufiger oder mehr gießen.

Meine Pflanze ist krank - was nun?

Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die Ihre Weinreben befallen können. Wie bereits erwähnt, kann unkorrektes Gießen ein Risikofaktor für die Bildung von Krankheiten www.mein-schoener-garten.de/pflanzenkrankheiten sein, aber oftmals ist es einfach nur Glückssache. Manche Krankheiten sind unproblematisch, wie beispielsweise Blattmilben. Wenn die Blätter kleine Beulen bekommen und auf der Unterseite weiße Stellen aufweisen, sind Pockenmilben schuld. Diese sind zwar harmlos, sollten aber mit einer Schwefel-Wassermischung besprüht werden, falls sie sich auf den Großteil der Blätter ausbreiten. Eine weitaus größere Gefahr wäre ein Befall durch Echten Mehltau. Echter Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die Ihre Pflanze im schlimmsten Falle umbringen kann und ihre Früchte ungenießbar macht. Sie erkennen Mehltau als mehlige Schicht, die den grünen Teil sowie die Trauben bedeckt. Auch hier kann das rechtzeitige Besprühen mit Schwefelwasser eine positive Wirkung erzielen. Besprühen Sie Ihren Wein mehrmals pro Jahr mit Schwefel www.hilfreich.info/was-macht-der-schwefel-im-wein, da dies auch vorbeugend gegen viele der häufigsten Weinkrankheiten helfen kann.

Grauschimmel kann bei hoher Luftfeuchtigkeit oder nach Regenfällen auftreten. Wenn Sie mit Schimmel befallene Trauben entdecken, können Sie diese einfach vorsichtig entfernen. Die restlichen Trauben sind zum Verzehr unbedenklich, da der Grauschimmel zum Edelschimmel zählt, ganz ähnlich wie die Fungi, die bei der Käseproduktion eingesetzt werden.

Sollte man die Triebe zurückschneiden?

Falls Ihre Weinreben besonders ertragreich sein sollen, können Sie ihre Triebe im Juni zurückschneiden. So wird mehr Energie in das Wachstum der Trauben investiert. Am unteren Stamm sollten Sie radikal kürzen. Besonders bei jüngeren Pflanzen empfiehlt es sich, zwei oder höchstens drei schöne Triebe bestehen zu lassen und den Rest abzuschneiden. Außerdem sollten Sie bei jedem Trieb darauf achten, dass Sie wenigstens zwei Fruchtstände und einige Blätter beibehalten. Falls Sie jedoch keinen großen Wert auf die Trauben legen und die Weinrebe vor allem als Sichtschutz oder Zierpflanze möchten, brauchen Sie die Triebe nicht schneiden und können die Pflanze einfach wuchern lassen.

Ein Bericht von K.H. vom 04.05.2022.

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