Wie eine deutsch-türkische Verbindung die Weinwelt bereichert

04.07.2018

Saynur und Jochen Neher
Saynur und Jochen Neher

Weingut Mohr in Lorch: Premiumweine aus dem Rheingau in bester Bio-Qualität

Die Wurzeln der Mohrs liegen im orientalisch geprägten Südspanien des 15. Jahrhunderts. Der Name Mohr leitet sich von den Mauren ab, die bis 1550 das multikulturelle Zusammenleben dort prägten.

Die Mauren beherrschten das Gebiet vom 8. bis zum 15. Jahrhundert und prägten es mit ihren Bauten, ihrer Kultur, ihren kulinarischen Köstlichkeiten, und das bis heute. Es war eine multikulturelle Gesellschaft, wo Christen, Juden und Muslime sich gegenseitig tolerierten und förderten.

In den Bereichen Medizin, Bildung und Wissenschaft waren die Mauren dem nördlichen Europa weit überlegen.

Der Urgroßvater von Jochen Neher, Wilhelm Mohr III., gründete 1875 das Familienweingut Mohr in Lorch im Rheingau. Seine jüngste Tochter heirate Großvater Dr. Peter Neher, und somit ging das Weingut an die Familie Neher über. Deren Sohn Wolfgang, welcher das rheinhessische Mädchen Gisela mit auf die rechte Rheinseite mitbrachte, führte das Gut zusammen mit seiner Schwester Gitti, bis 1992 sehr erfolgreich weiter. Ihr jüngster Sohn, Jochen Neher, ist seit 1992 der Weinmacher. Seine Profession stellte er auf eine stabile Basis und ging vor und nach dem erfolgreichen Weinbau-Studium an der Hochschule Geisenheim in internationale Weinbaugebiete, unter anderem nach Kalifornien, Neuseeland und ins französische Rhônetal. Zunächst stellte er seine Weine noch konventionell her, klassische Rheingau-Rieslinge, Spät- und Auslesen. Als er dann seine Frau Saynur Sonkaya-Neher kennenlernte, auf einer Weinprobe 1995 im Ruhrgebiet und spätestens mit der Geburt der beiden Kinder, rückte die Nachhaltigkeit immer mehr in den Mittelpunkt.

Deutsch-türkische Verbindung inspiriert zu neue Geschmackswelten

Gemeinsam führen sie die Tradition des Weinguts fort: Orient trifft Okzident.

Mit seiner Frau, der gebürtigen Türkin Saynur, schließt sich der orientalische Kreis wieder.

Seit über 20 Jahren schafft das deutsch-türkische Winzerpaar die Verbindung von zwei Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Gelungene Integration: Die Türkin Sonkaya-Neher ist nach über zwanzig Jahren nicht nur hier angekommen. Sie hat es geschafft, die zwei Welten zu verbinden. Die deutsche Heimat eröffnet ihr die spannende Welt des Weines. Aus ihrer türkischen Heimat hat sie die Kulinarik und die Begeisterung für orientalische Gewürze und Aromen mitgebracht. "Warum sollte ich mich für eine Heimat entscheiden, wenn man beides verbinden kann? Ich liebe Wein! Auch in der Türkei hat der Weinbau eine sehr lange Tradition. (Getrunken werden die angebauten Weine vor allem von den Einheimischen, die in den letzten Jahrzehnten auf den Geschmack gekommen sind und natürlich von den vielen Touristen.) Und mich fasziniert das Zusammenspiel von Wein mit den Aromaten meiner orientalischen Küche. Beides ergänzt sich hervorragend und bereichert sich gegenseitig - wie das Leben unserer beiden Kulturen", lacht Sonkaya-Neher. Die Vielfalt zeichnet uns aus - als Familie und als Weingut", sagt sie. "Deutscher Wein und türkische Küche sind eine tolle Kombination, die nur solange gewagt klingt, bis man sie probiert hat." Und der Einfluss reicht noch weiter. Laut Jochen Neher haben die orientalischen Kochkünste seiner Frau seine Produktionsweise so stark beeinflusst, dass sein Riesling feinherb heute oft und gerne als optimaler Allrounder zu orientalischen Gerichten gekauft wird.
Nach mehr als 20 Jahren in Deutschland fühlt sie sich hier im Rheingau zuhause und freut sich, auf dem Weingut ein Stück ihrer Heimat leben und vermitteln zu können.
Und wo kann man die deutsch-türkische Kombination nun am besten genießen? In der hauseigenen Straußwirtschaft. Denn hier zaubert die Winzersfrau türkische Gerichte mit den typischen Gewürzen und Aromen ihrer Heimat. Immer wieder begeistert Saynur Sonkaya-Neher ihre Fangemeinde mit orientalischen Köstlichkeiten in der Straußwirtschaft und mit ausgefallenen Kochkursen unter dem Motto KOMM TÜRKISCH KOCHEN.

"Cross-over leben wir täglich; wir haben gelernt, die Verschiedenheit unserer Persönlichkeiten mit der Sicht auf das Leben und auf die Dinge, als tägliche Würze und Bereicherung zu feiern. Vor allem die kulinarische Verbindung von Morgen- und Abendland belohnt uns mit neuen Gaumenfreuden im Zusammenspiel mit Riesling, Spätburgunder & Orangewein."

Saynur Sonkaya-Neher erzählt weiter: "20 Jahre mit einem Winzer verheiratet, Kinder großziehen, als Pädagogin arbeiten, Büro, Straußwirtschaft und türkische Kochkurse managen und immer mehr die Liebe für den Wein entdecken. Und jetzt endlich - die Kinder sind groß - kann ich mich voll meinen Leidenschaften, dem Wein und der Kulinarik, widmen."

Sie nennen es "Glück" mit TAUSEND & EIN GESCHMACK!

Das Muster auf den Weinetiketten greift übrigens auf die in der dekorativen orientalischen Architektur verwendeten Girih-Kacheln zurück.

Temperament trifft Qualität: Das Weingut Mohr in Lorch hat sich auf vegane Bio-Weine spezialisiert. In den extremsten Steillagen des Rheingaus entstehen hier auf Schiefer- und Quarzböden einzigartig mineralische Weine. Seit 2011 ist das 7,5 Hektar-Weingut bio-zertifiziert und Mitglied im ECOVIN-Verband. Als erfahrener Kellermeister setzt Jochen Neher auf viel Handarbeit und Qualität und das nicht nur bei den Weinen aus den Spitzenlagen Lorcher Schlossberg, Lorcher Krone, Lorcher Bodental-Steinberg und Assmannshäuser Höllenberg.

Beste Bio-Qualitäten

"Die Umstellung auf biologischen Weinbau war gerade am Anfang schwierig. Einem deutlich höheren Arbeitsaufwand stehen grundsätzlich geringere Erträge gegenüber. Wir sprechen hier von 20 Prozent", sagt Neher. Zudem spüren die Lorcher auch den Klimawandel. "Wie sich das auf den Riesling auswirkt, merken wir bereits. Die Weinlese beginnt immer früher und die sensible Reifephase fällt in den witterungsbedingt wärmeren September. Hierdurch kann sich nach ergiebigen Niederschlägen die Traubenfäulnis schnell ausbreiten. Wir haben reagiert und pflanzen neben Weissburgunder jetzt auch Grauburgunder an, eine Rebsorte, die mit dem Klimawandel besser zurechtkommt.", so Neher. Trotz allem sind Jochen Neher und seine Familie zufrieden mit dem Wechsel auf Bio. "Durch die Umstellung ist die Weinqualität weiter gestiegen. Und man ist wieder näher am Rebstock", so der Winzer. Sicherlich gab es anfangs andere Rheingau-Winzer, die sie argwöhnisch betrachteten, mittlerweile beneideten sie ihn eher für seine ausgezeichneten Bio-Qualitäten. Das Weingut steht für Premiumweine hoher Qualität. Und legt sich selbst die Messlatte hoch: "Als modernes und innovatives Weingut wollen wir die Besten in Lorch sein", so Neher.

Alle Weine werden vegan - also ohne tierische Zusätze wie Gelatine, Hühnereiweiß oder Kasein - erzeugt. Da es zuhause auch kein Schweinefleisch auf den Tellern der Familie gibt, versteht es sich von selbst, dass keine aus Schwein hergestellte Gelatine in den Wein kommt. Wein kann man auch nur aus Trauben machen, sonst braucht man nichts. Die Natur macht alles richtig, wenn man ihr die Zeit dazu lässt. Die besten Weine werden daher "spontan" vergoren, mit den Hefen, die aus dem Weinberg kommen, wo die Trauben gewachsen sind!

Trendprodukt Orangewein, Assmannshäuser Höllenberg und die Spitzenqualität aus den ältesten Rebstöcken des Rheingaus

Jochen Neher ist ein offendenkender Mensch. Das zeigt sich auch, als ihn eine georgische Praktikanten auf die Idee bringt, einen eigenen Orangewein zu kreieren. Riesling eignet sich dafür nicht", weiß Neher nach etlichen Verkostungen internationaler Orangeweinen als seine persönliche Erfahrungen zu berichten. Daher hat er sich für die Rebsorte Weissburgunder entschieden. Als Referenz an seine Praktikantin Ana K. hat er den Wein "Anas Orange Pinot Blanc" genannt.

Die Weinreben für seinen besten Rotwein gedeihen im weltbekannten Assmannshäuser Höllenberg. Auf dem sehr steilen, wärmespeichernden, rot-violetten Schieferboden findet die Spätburgunderrebe ideale Bedingungen.
Durch den engen Kontakt zu den Weinreben ist es möglich, individuell für jeden einzelnen Weinberg Entscheidungen zu treffen und somit das Potential der Reben zu nutzen. Entblätterung und weitere Qualitätsmaßnahmen werden eingesetzt um die Reife der Trauben zu fördern. In diesem Weinberg werden alle Arbeiten händisch ausgeführt.

Der Rotwein Wein wurde etwa 2 Wochen auf der Maische vergoren und anschließend 12 Monate in deutschen Eichenholzfässer gelagert.

Typisch für den Assmannshäuser Höllenberg besticht dieser Wein durch seine rotbeerige Nase. Neben Kirsche, Himbeere und rote Johannisbeere finden sich Noten von Lorbeer und Liebstöckel. Die ausgewogenen Tannine und der konzentrierte Körper ist das Ergebnis konsequenter Handarbeit.
Der Höhepunkt der Rotweinkollektion sind die über 50-jährigen Alten Reben aus dem Assmannshäuser Höllenberg!

Der Riesling 34: Individualität, Besonderheit, Komplexität - Weine, die sich mit der Zeit erschließen und den Genuss von Originalität ermöglichen!

Die Trauben dieses Weines wachsen im Weinberg mit den ältesten Rebstöcken des Rheingaus - 1934 im Lorcher Schlossberg gepflanzt. "Es ist immer wieder faszinierend mit Reben zu arbeiten, die älter sind als man selbst", erklärt Jochen Neher. Und weiter: " Sie wurzeln so tief, dass kein Wasserstress eines noch so trockenen Sommer ihnen Schaden könnte." Diese Rebstöcke sind wahre Individuen. Jeder ist anders, die Trauben sind von Stock zu Stock unterschiedlich bezüglich Menge, Aussehen, Größe, Reife, Aromatik. Auch hier ist in der Summe die individuelle Vielfalt besser als die Homogenität.

Nach einer langen Maischestandzeit wurde der Wein mit den Hefen, die aus diesem Weinberg stammen, "spontan" vergoren und lange Zeit auf der "Vollhefe" gelagert. Ziel ist es, den Ausdruck des Weinbergs zu bewahren und unverfälscht in die Flasche zu bringen. Im Glas präsentiert sich der Wein mit einem brillanten Zartgold. Der Riesling duftet nach getrockneter Aprikose, reifem gelben Pfirsich und Eukalyptus. Im Hintergrund klingen Honig und Rauchnuancen an. Im Mund präsentiert sich der Riesling 34 konzentriert und opulent, mit erfrischender Säure. Ein einzigartiger Riesling mit sehr intensivem, langem Abgang.

Neben der neuen Linie "TAUSEND & EIN GESCHMACK" bietet seine Premiumweine in vier Klassifikationen an: KLASSIKER, EDITION, PREMIUM und SOLISTEN.
KLASSIKER stehen für feinfruchtige Weine für jeden Tag, geschmackvolle Allrounder für Feierlichkeiten oder erstklassigen Begleiter zu köstlichen Speisen. Diese Weine garantieren Frische und Genuss - ideal für gesellige Stunden mit Freunden.

Ausgewogene und komplexe Weine mit großer Tiefe aus erstklassigen Weinbergen kennzeichnen die EDITION. Die sorgfältigste Rebenpflege mit vielen Arbeiten am Rebstock macht sich im Glas bemerkbar. Geringe Erträge werden mit natürlichen Hefen vergoren und spät abgefüllt. Die Weine entwickeln sich im Laufe der Lagerung zu besten Begleitern feiner Küche.

PREMIUM ist eine Einladung zum höchsten Weingenuss. Die Spitzenweine aus den allerbesten Weinbergen sind Produkt mehrfacher selektiver Handlese von vollreifen Trauben am Rebstock. Sie werden schonende verarbeitet, langsam Vergoren und spät abgefüllt. Die Weine sind besonders aromaintensiv, jedes Glas erweckt Boden, Weinberg und Natur erneut zu Leben. Spitzenweine, welche die besten Gerichte aus aller Welt begleiten und über mehrere Jahre vortrefflich reifen.

SOLISTEN schließlich sind Charakterköpfe und so individuell wie das Familienweingut Mohr. Diese Weine sind in jeder Hinsicht besonders und man erschließt sie sich mit der Zeit. Sie verfügen über eine Komplexität von Aromen, die sich im Glas entwickeln und verändern. Der Orangewein und der Premium-Riesling "34".

Mohr-Weine bei Sternekoch Nils Henkel und Bundespräsident Walter Steinmeier im Glas

Jochen Neher baut seine Trauben auf 7,5 Hektar in den besten Lagen von Lorch und Assmannshausen auf Böden mit einer besonderen Beschaffenheit an. Schiefer- und Quarzitböden sind für die besondere Mineralik der Weine verantwortlich. Derzeit sind, je nach Jahreszeit, drei bis zu zehn Mitarbeiter im Einsatz. Bei den Rebsorten setzt der "Aufsteiger" (Vinum) auf Muskateller, Silvaner, Scheurebe, die er gerne auch einmal als Cuvée veredelt, Weiß- und Grauburgunder und natürlich auf Riesling,. Oder sortenrein als Lagenwein mit Holzfasseinsatz und langer Reifung ausbaut. "Mit einer Produktionskapazität von 50.000 Flaschen jährlich sind wir eher klein, aber fein", so Neher. Für seine "TAUSEND & EIN GESCHMACK"-Kollektion kooperiert er daher mit zwei Winzerkollegen aus Rheinhessen (die Qualitäten: Blanc de Blancs trocken, Rosé feinherb, Riesling feinherb und Pinot Noir trocken). Mohr verkauft seine Top-Weine und -Sekte ab Weingut, über Vicampo, im klassischen Weinfachhandel, bei ausgesuchten REWE und EDEKA-Märkten im Raum Bonn-Köln-Bergisches Land, über Denns Biosupermärkte und wird demnächst auch bei REWE-Märkten in Rhein-Main gelistet sein. Ergänzend zu seinen eigenen hat Neher auch türkische Rotweine im Portfolio, die er gerne auch türkischen Gastronomen hierzulande vorstellt. Er sucht diesbezüglich weitere Kooperationspartner. Natürlich stehen die Spezialitäten des Weingutes Mohr auf den Speisekarten gehobener Restaurants: das Kabuki, das SushiSho, das T-Style oder das Hamsilos (alle in Frankfurt)und auch international das Frederikshoj in Arhus/Dänemark und demnächst das Kaskis in Turku/Finnland. Spitzenköche Köche wie Nelson Müller (Restaurant Schote) und Nils Henkel (Restaurant Schwarzenstein) oder Bundespräsident Walter Steinmeier zählen zu seinen Kunden.

Auszeichnungen und Teilnahmen:

- Eichelmann: 3 Sterne "Das Weingut ist weiter im Aufwind - sehr stimmige Kollektion"
- Gault&Millau: 2 rote Trauben "Ganz Rheingau; mineralisch, spannungsvoll, elegant"
- Vinum Weinguide: 2,5 Sterne "Tendenz klar nach oben, Aufsteiger"
- Der Feinschmecker: "Weingut Mohr gehört zu den besten Weingütern"
- Wein-plus: W+ Erzeuger von nationaler Klasse
- Welcome Party des Rheingau Wein- und Gourmetfestivals, Kloster Eberbach
- VeggieWorld, Hofheim
- Pro Wein, Düsseldorf
- Savoir Vivre Weinmesse, Hamburg
- Vicampo Weinmesse Bonn/Siegburg
- Weinmenü im Restaurant 360° in Limburg
- Weinfest Limburg
- Orientalisches Menü im Restaurant Kronenschlösschen in Hattenheim
- Wiesbadener Weinwoche
- Frankfurter Weinmarkt in der Fressgass
- Winzerabend Mercure Hotel City in Hannover
- Weinmenü im Restaurant Zum Lindenhof in Marxen
- Rubinrote Symphonie in Rüdesheim
- Vicampo Weinmesse in Frankfurt

https://www.weingut-mohr.de/

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Interessante Bücher zum Thema Rheingau und Wein:

  • Tod am Höllenberg
  • MARCO POLO Reiseführer Rheingau, Wiesbaden
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  • Rheinsteig - Der Weg ist das Ziel

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