Kammerburgmühle

Die Mühlen im Wispertal

Kammerburgmühle

Mitten in der reizvollen Landschaft des Wispertales mit seinen Wiesen und seinem wildromantischen Verlauf zwischen Bad Schwalbach und Lorch liegt unmittelbar an der Abbiegung in Richtung Lipporn die ehemalige Kammerburger Mühle, heute kurz „Die Kammerburg“ genannt. Sie war viele Jahre ein gern besuchtes Ausflugslokal mitten im wild-romantischen Wispertal. Die Müller an der Wisper waren mit die ersten, die ihre Mühlen in Gaststätten umwandelten. Hier sind viele Märchen und Sagen zu Hause und so gibt es auch die Geschichte von einem Schatz auf der Kammerburg, der sich nur alle 100 Jahre zeigt und den einst die geldgierige Müllerin der Kammerburger Mühle heben wollte, wobei sie von einem Geist zu Tode erschreckt wurde.

Der Schatz auf der Kammerburg

In alten Zeiten lag unfern der Kammerburg drunten im schmalen Wispertale eine Mühle. Der Müller war ein fleißiger Mann von munterem Sinn und mit seinem Los allzeit zufrieden, während die Müllerin mehr nach Geld und Gut trachtete, als dem Müller lieb war.

Eines Nachts raunte der Müllerin im Träume eine Stimme zu, nach der Kammerburg zu gehen, um dort einen Schatz zu heben. Als die Frau ihrem Manne am anderen Morgen davon erzählte, lachte dieser über ihr Traumgespinst und riet ihr sich am Tage des Lebens zu freuen, statt auch in der Nacht noch an Geld zu denken. Doch die Stimme verfolgte die Müllerin auch den folgenden Nächten. Als am dritten Tage der Morgen graute, konnte die Müllerin es kaum erwarten, bis ihr Mann mit seinen Säcken gen Lorch gefahren war. Alsdann nahm die Frau ihren dreijährigen Buben auf den Arm und machte sich gar eilig aufden Weg zur Kammerburg. Als sie oben ankam, wurde ihr plötzlich ganz bänglich zumute. Doch die Stimme wisperte ihr zu, sie solle standhaft bleiben, dann werde sie reichen Lohn finden. Nur Sprechen dürfe sie nicht, wenn sie den Schatz heben wolle. Darauf setzte die Müllerin den Kleinen ins Gras, damit er sie beim Suchen nicht behindere. Sie gab ihm ein paar Kiesel zum Spielen, während sie sich auf die Suche machte. In einem der zerfallenen Keller stieß sie auf eine große altersschwarze Truhe. Als sie den Deckel hob, fand sie das Behältnis mit vielen Münzen und gleißenden Edelsteinen angefüllt. Gierig griff sie mit beiden Händen nach dem Schatz, als sie von draußen die ängstliche Stimme ihres Buben hörte. Unwillig wandte sie sich nach rückwärts und rief: Was gibts denn, Bube?“ Da grollte ein fürchterlicher Donner durch das Gewölbe, und eine Stimme rief: „Wehe, wehe, nun muss ich abermals hundert Jahre warten, bis ich erlöst werden kann. Wehe mir und wehe dir!“

Als der Müller am späten Nachmittag nach Hause kam, fand er die Mühle leer. Von bösen Ahnungen getrieben, kam er bei seinem Suchen auch zur Kammerburg. Dort fand er seinen Buben, der im Grase spielte und jauchzte, als er seiner ansichtig wurde. Als der Müller nach seiner Frau weitere Umschau hielt, kam er auch zu dem Gewölbe, worin die Müllerin leise wimmernd am Boden lag. Drei Tage später war der Tod zu Gast auf der Mühle, und die Müllerin wurde auf dem Friedhof zu Lorch zu Grabe getragen. Den Schatz aber hat bis heute niemand zu heben gewagt.

Die Mühlen im Wispertal

Karte und Anfahrt

Kommentare

  • Varg Tarnsson
    am 26.01.2022 um 11:42 Uhr schrieb

    Varg Tarnsson

    Ich freue mig auf die ny öppning von dort; sieht interessant aus...

Schreiben Sie einen Kommentar! (keine Fragen)