Rheingauer Große Gewächse sind ganz großer Genuss

04.11.2026

Acht Rheingauer Spitzenweingüter präsentierten ihre Rheingau Großen Gewächse beim festlichen Dinner im Kronenschlösschen

Hattenheim. (sf) „Rheingauer Große Gewächs sind ganz großer Genuss“, resümierte die Moderatorin Katharina Höfling zum Abschluss eines genussvollen Festabends im Hattenheimer Kronenschlösschen und bekam den Beifall der rund 80 Gäste. In Kooperation mit der Rheingauer Weinwerbung, vertreten durch mehrere Mitarbeiterinnen und dem Team des Kronenschlösschens mit Inhaber Hans Burkhard Ullrich und seiner Tochter Johanna Ullrich an der Spitze präsentierten acht Rheingauer Spitzenweingüter im Rahmen eines festlichen Dinners unter der charmanten Leitung von Moderatorin Katharina Höfling ihre feinsten Rheingau Großen Gewächse RGG.
Seit 2018 gibt es die vom Rheingauer Weinbauverband initiierte Klassifizierung „Rheingau Großes Gewächs“. Nicht nur der Name wurde geändert, auch der maximal zugelassene Restzuckergehalt wurde damals neu definiert: beim Riesling sind es 9g/l und beim Spätburgunder 6g/l, zuvor waren es 13g/l. Basis für diese Klassifizierung waren die bereits für das „Erste Gewächs“ aufgestellten Kriterien: Sie gelten nur für Riesling beziehungsweise Spätburgunder, die Ertragshöchstgrenze beträgt maximal 50 hl/ha, selektive Handlese ist vorgeschrieben, das Mostgewicht muss mindestens Spätlesequalität entsprechen und der Mindestalkoholgehalt 12 Volumenprozent beim Riesling beziehungsweise 13 beim Spätburgunder betragen. „Diese Klassifizierung wurde geschaffen, um das Geschmacksprofil des Rheingauer Weins noch klarer herauszuarbeiten und auch die neue Dynamik und den steigenden Qualitätsanspruch des kleinsten deutschen Anbaugebietes abzubilden“, so der Rheingauer Weinbauverband.

Bei der Präsentation der RGG am Samstagabend im Hattenheimer Kronenschlösschen stand aber vor allem die immer wieder verblüffende Geschmacksvielfalt der Rebsorte Riesling im Mittelpunkt. Die „Königin der Rebsorten“, die den Weinbau im Rheingau prägt und mit zunehmender Erwärmung durch den Klimawandel neue Ansprüche an die Winzer stellt, war der unbestrittene Star des Abends. Die Winzer präsentierten sich dabei als herausragende „Handwerker“, die es exzellent verstehen, den Riesling im Rheingau trotz aller Widrigkeiten wie Hitzewellen oder Dauerregen zu feinsten Tropfen im Glas auszubauen. Wie genau sie das machen, welche Handgriffe dazu nötig sind und was die Winzer an ihrem Riesling lieben, das „kitzelte“ die gut gelaunte Moderatorin Katharina Höfling in unterhaltsamen kleinen Interviews mit allen anwesenden Winzern aus den Fachleuten „heraus“. In lockeren kleinen Gesprächen zwischen den einzelnen Gängen und Flights mit je zwei und drei Spitzengewächsen erfuhren die Gäste so, dass die Winzer vor allem die Arbeit draußen im Weinberg lieben und dass sie die Herausforderung der verschiedenen Terroirs in den Weinlagen als besonderes Potential erkennen. Verblüffend war zum Beispiel, die unterschiedlichen Große Gewächse aus den gleichen Weinlagen zu probieren: Zu jedem Gang hatte es einen Erbacher Siegelberg gegeben und jeder Wein schmeckte anders. Markus Bonsels vom Weingut Bibo-Runge wiederum machte deutlich, wie prickelnd Rheingauer Rieslinge aus Großen Lagen sind und stellte einen ganz wunderbaren 2019er Crémant aus der Hallgartener Jungfer vor.
Unbestritten stand der Genuss ganz und gar im Mittelpunkt: Das Weingut Bott aus Kostheim, vertreten von Michael Bott, Markus Bonsels vom Weingut Bibo Runge aus Hallgarten, Katharina Bausch vom Weingut Hans Bausch Hattenheim, Frank Nikolai von Erbacher Weingut Heinz Nikolai, Matthias Crass vom gleichnamigen Erbacher Weingut, das Weingut Mohr aus Lorch, repräsentiert von Dio Wolf, das Hallgartener Weingut Kurt Bug, vertreten durch Yvonne Bug und das Weingut Schumann-Nägler, vertreten durch Ayla Serbes präsentierten ganz exzellente Große Gewächse, neben den Riesling-Stars auch zwei Spätburgunder von Matthias Crass und dem Weingut Mohr zum Hauptgericht „Rosa Kalbstafelspitz an Rahm-Wirsing und Kartoffel-Krapfen“. Beeindrucken konnte hier auch ein 2016er Sr. Kiliansberg Riesling aus Kostheim.

Zur Vorspeise servierte der neue Küchenchef im Kronenschlösschen, David Eisenberg, einen gebeizten Saibling in Buttermilch und Gurke. Als Zwischengang gab es köstliche Amalfi-Zitronen Gnocchi. Als Dessert kam eine Tarte tatin vom Rheingauer Apfel mit leckerem Pekannuss Eis und Vanille-Crumble auf den Teller. Damit präsentierte sich David Eisenberg als kulinarischer Leiter des Kronenschlösschens zum ersten Mal bei einem großen Festdinner der Rheingauer Winzer. Der neue Küchenchef bringt wertvolle Erfahrungen aus der Sternegastronomie mit und soll künftig nicht nur Gourmet-Restaurant und Bistro prägen, sondern auch für Veranstaltungen und das Rheingau Gourmet & Wein Festival verantwortlich sein. Dass ihm das gelingen wird, wurde bei der Premiere am Freitag klar, denn die Gäste waren voll des Lobes für die kulinarischen Köstlichkeiten, die David Eisenberg servierte. Eisenberg hat seine Ausbildung zum Koch in einem der berühmtesten Restaurants in Frankreich gemacht: „La Pyramide“ in Vienne, in dem der legendäre Fernand Point seinerzeit mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde. Zu seinen Schülern zählten unter anderem auch Paul Bocuse. Nach der Ausbildung sammelte David Eisenberg weiteren Erfahrungen in London, Singapur und Bali, bevor er sich gezielt der traditionellen japanischen Küche widmete. Im Frankfurter Westend betrieb er drei Jahre lang das „Peysk“ mit einer exzellenten Fischküche, die sich durch franco-asiatische Fusionseinflüsse auszeichnete. Beim RGG-Diner zeigte der neue Küchenchef, das er es versteht, perfektes traditionelles Handwerk mit modernen Techniken zu ergänzen. Auch die Gastgeber Johanna und H.B. Ullrich freuten sich sehr über den gelungenen Abend und lobten ausdrücklich auch die wundervollen Weine, mit denen die Rheingauer Winzer an diesem Abend gezeigt hätten, was die Genussregion zu bieten hat. Ein besonderer Dank ging an Moderatorin Katharina Höfling, die so unterhaltsam durch den Abend geführt hatte. Die Veranstalter bescheinigten der MBA im Management in der Internationale Weinwirtschaft, die beim deutschen VDP-Verband arbeitet, beste Gastgeber-Qualitäten und dankten ihr für ihre frische und lebendige Moderation.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 04.11.2026.

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