3 Winebank-Schlüssel, ein Kunstwerk und eine Torte
07.10.2026
Rheingauer Weinkönigin Katharina Klein hat für ein Jahr ein Weinfach/Kunstwerk von Gabor Török enthüllt
Hattenheim. (sf) Was für ein Abend in der Hattenheimer Winebank: Beim 140. Winebankers Table gab es gleich vier große Überraschungen, die für einen programmreichen Abend sorgten. Drei Schlüsselübergaben nahm Hausherr Christian Ress im Beisein von rund 75 Weinfreunden vor. Denn in der Hattenheimer Winebank gab es im Rahmen des monatlichen Winebankers Table den schon obligatorischen Schlüssel für das „Königinnen-Fach“, das die neue Rheingauer Weinkönigin Katharina Klein entgegennehmen durfte. Der Juniorchef vom Hattenheimer Weingut Balthasar Ress hatte bei der Eröffnung der einzigartigen Winebank auch ein Schließfach für die jeweilige Rheingauer und die Hattenheimer Weinkönigin einrichten lassen. Die „WineBANK“ in Hattenheim entstand nach einer Idee des Hattenheimer Jungwinzers Christian Ress und hat mittlerweile weltweiten Erfolg: 17 mal gibt es weltweit eine Winebank nahc dem Hattenheimer Vorbild und mit der Schlüsselkarte der Hattenheimer „Urbank“ hat man Eintritt in alle Winebanks, egal ob in den USA, auf Mallorca, in Wien, Hamburg, Berlin oder Bremen oder Mainz. und Bremer wird es demnächst auch eine Winebank in New York geben. oder Bremen.
Plauderndes Winzerehepaar
In Hattenheim stehen über 200 Weinfächer unterschiedlicher Größen in dem Ress’schen Weinkeller bereit, 35 bis 332 Flaschen können in den „Schließfächern“ gelagert werden. Darüber hinaus ist in drei separaten Kellern Platz für bis zu 5.500 weitere Flaschen. Fast alle „Wein-Verliese“ sind dauervermietet. Ganz nach dem Vorbild „echter“ Bankschließfächer haben die Kunden der „WineBank“ die Möglichkeit, mit einer Chipkarte rund um die Uhr in den Kellerraum zu gelangen, wo ihre sie Weine unter optimalen Bedingungen lagern und reifen lassen. Und die Kunden können hier auch Tag und Nacht, ob mit Freunden oder Geschäftspartnern, ihre eigenen Weine in der „WineBank“ genießen. Dafür steht nicht nur eine professionell ausgestattete Verkostungstheke zur Verfügung, es gibt auch ein ausgeklügeltes Licht- und Soundsystem. Regelmäßig gibt es auch einen Winebankers Table und „After-Work Banking“, zu dem alle Schließfachbesitzer eingeladen sind. Zu den Treffen und Partys laden die Gastgeber vom Weingut Ress stets berühmte Weinmacher-Kollegen ein. Am Montag war das mit Desiree Eser, Freifrau von Knpyhausen und ihrem Mann Dodo von Knyphausen vom Weingut August Eser in Oestrich ein Rheingauer Kollege, die einen 2023er Spätburgunder & Riesling Sekt, einen 2025er Roten Riesling, einen 2025 Charta Trocken, einen 2022er Nussbrunnen Riesling VDP. Grosse Lage, einen 2020er Dossberg Riesling VDP. Grosse Lage und einen 2024er Rauentahler Rotheberg Riesling Kabinett VDP. Erste Lage mitgebracht hatte. Die beide plauderten humorvoll und wissenswert aus dem Nähkästchen“ eines Winzerehepaares.
Managerwechsel
Moderiert wurde der 140. Winebankers Table von der ehemaligen Rheingauer Weinkönigin Lena Orth, die jetzt auch die neue Winebank-Managerin im Weingut Ress ist. Und nicht nur als Weinmajestät bringt sie jede Menge „Bühnen-Erfahrung“ mit: Lena Orth ist eine ausgewiesene Fachfrau, denn die jetzt ein Jahr lang die Rheingauer Weinkrone. Die 26jährige Hallgartenerin ist nämlich gelernte Winzerin, kennt den Beruf und die Belange der Winzerschaft von der Pike auf und ist dem Weinbau ihrer Heimat eng verbunden. Nach der Gesellenprüfung absolvierte sie noch ein Bachelorstudium in den Studiengängen Weinbau und Oenologie an der Hochschule Geisenheim. Christian Ress hieß die neue Mitarbeiterin im Beisein der Winebanker herzlich willkommen. „Die Majestäten-Dichte bei uns im Weingut ist immer wieder sehr hoch, neben Lena Orth arbeiten noch weitere ehemalige Majestäten in unseren Reihen“ freute sich Christian Ress über den charmanten Zuwachs.
Sein ganz besonderer Dank galt Dominic Nebel, der seit 2021 das Balthasar Ress-Team tatkräftig unterstützt hatte. Der Sommelier hat es sich auf die Fahne geschrieben, Menschen die Welt des Weines mit ihren verschiedenen Facetten näherzubringen. Ursprünglich kommt er aus der klassischen Sterne- und Szene- Gastronomie, wo er unter anderem im Schloss Reinhartshausen, im Nassauer Hof und im Martino Kitchen in leitender Position gearbeitet hat. Als gelernter Sommelier, Restaurantfachmann und Hotelfachmann liegt Dominic das Gastgebersein einfach im Blut. Nachdem er fünf Jahre lang im Weingut Ress der richtige Ansprechpartner für Fragen rund um Weinbegleitung zu Speisen oder den richtigen Anlässen und vor allem auch für alle Belange rund um die Vinothek Hattenheim und die Rheingauer Winebank verantwortlich war, wechselt er jetzt in das Kiedricher Hotel Waldwaid. Christian Ress dankte dem langjährigen Mitarbeiter für sein Engagement und überreichte als besondere Überraschung zum Abschied eine Torte in Form der Winebank. Außerdem bekam auch Dominic Nebel einen der begehrten Winebank-Schlüssel, damit er weiterhin seinem ehemaligen Arbeitsplatz treu bleiben kann.
Schlüssel für VDP.Rheingau
Den dritten Schüssel überreichte Christian Ress an Dieter Salomon vom VDP Rheingau. „Nachdem der VDP.Rheingau in diesem Jahr in eine neue Ära gestartet ist und sich Wilhelm Weil nach 27 Jahren als Vorsitzender des Verbands verabschiedet hat, wurde die Geschäftsstelle des VDP.Rheingau mit der Wahl von Mark Barth als neuen Vorsitzenden nach Hattenheim verlegt. Das ist ein guter Grund, dem VDP.Rheingau auch ein Winebank-Fach hier einzurichten.“, erklärte Christian Ress. Die Mitgliederversammlung hatte Weils langjährigen Stellvertreter Mark Barth vom Hattenheimer Wein- und Sektgut Barth einstimmig gewählt. Neue Vizevorsitzende ist Julia Seyffardt, Mitinhaberin des Weinguts Diefenhardt. Johannes Eser, vom Johannishof Eser, bleibt dem Vorstandsteam als zweiter Vizevorsitzender erhalten. Gleichzeitig übernahm Dieter Salomon die Geschäftsführung und folgte damit auf Mathias Ganswohl, der den Verband seit 2013 mit geprägt hatte. Dieter Salomon, der den VDP.Rheingau am Montagabend in der Winebank vertrat und den Winebank-Schlüssel dankbar entgegennahm, bringt langjährige Erfahrung aus der internationalen Weinbranche mit. Als Wine Ambassador der Domäne Schloss Johannisberg repräsentierte er über 15 Jahre lang eine der traditionsreichsten deutschen Weinmarken.
Kunstwerk enthüllt
Und damit der Überraschungen beim 140. Winebankers Table immer noch nicht genug, gab es auch noch die Enthüllung eines neuen Kunstwerkes. Nachdem bereits das Foyer in der Hattenheimer Winebank von einer der eindrucksvollen Skulpturen des bekannten Wiesbadener Künstler Gábor Török schmückt, wurde in seinem Beisein jetzt eine weitere enthüllt: Gemeinsam mit seinen engen Freunden Stefan und Catherine Ress stellte Gábor Török das beeindruckende, sich drehende Quadrat aus der von dem Künstler mit Rebholz vermischten Steinmasse vor, das sich geradezu ideal in das schöne Ambiente der Winebank einpasst.
Gábor Török wurde 1952 in Budapest geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Gold- und Silberschmied. Anschließend folgte eine Lehre als Restaurator am Nationalmuseum in Budapest, wo er auch einige Zeit tätig war. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen im Fechten wurde er zum Sportstudium zugelassen, das er 1978 als Diplom-Fechtmeister abschloss. 1979 setzte er sich bei einem Trainingslager in den Westen ab und beantragte in Deutschland Asyl. In Frankfurt begann er zielgerichtet eine Karriere als Künstler. Seit 1980 nimmt er regelmäßig an internationalen Ausstellungen und Messen teil. Prägend waren unter anderem längere Arbeitsaufenthalte in Pietrasanta und Carrara Ende der achtziger Jahre. Von 1989 bis 2004 baute er in Frankfurt aus ehemaligen Gewächshäusern das Internationale Künstlerzentrum 695 auf, das unter einem Dach Ateliers, eine Galerie und ein Theater beherbergte. Architektonisch eindrucksvoll gestaltet, glich das Gebäude mit etwa 2400 Kubikmeter einer begehbaren, sozialen Skulptur. Török prägte das Theater nicht nur durch zahlreiche künstlerisch anspruchsvolle Bühnenbilder, sondern inszenierte hier erfolgreich sein eigenes Stück „Der Apfel“. Seit 2005 lebt und arbeitet er als freischaffender Bildhauer in Wiesbaden, wobei er immer wieder auch architektonische Projekte verwirklicht. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn entwickelte Török kleinformatige Metallreliefe, stets in Kombination mit Holzträgern, die sich durch narrative Bildmotive auszeichneten und in Serien hergestellt wurden. Ende der achtziger Jahre kam es zu einem radikalen Bruch. Bei längeren Arbeitsaufenthalten in Pietrasanta entstanden deutlich größere, freiere Arbeiten aus Bianco Carrara, deren Wurzeln in der klassischen Moderne lagen. Einige Titel seiner frühen Marmorskulpturen Hommage an Rodins Denker oder Hommage an Max Bill verweisen auf Vorbilder, aber letztlich erarbeitete sich Török innerhalb weniger Jahre einen eigenständigen Stil, dem er bis heute formal folgt; wenngleich in unterschiedlichen Materialien. Ausgehend von einem zuvor gewählten Titel, entwickelt Török aus linearen Grundkörpern fließende Bewegungen und sinnliche Geometrien. Nach mehreren Großobjekten aus Edelstahl, fokussiert sich Török seit der Jahrtausendwende auf in Bronze ausgeführte Plastiken in variantenreicher Patinierung. Seine Großplastiken, teils im öffentlichen Raum und teils für den jeweiligen Ort geschaffen, greifen in den sie umgebenden Raum ein und deuten ihn um. Der Dimension kommt hierbei eine große Bedeutung zu.
Ein Bericht von Sabine Fladung vom 07.10.2026.
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