5. Band der Schriftenreihe Brentano Haus erschienen
15.09.2026
Prof. Dr. Wolfgang Bunzel legte den 5. Band der vom Freundeskreis Brentano Haus e.V. herausgegebenen Schriftenreihe vor: Bettine Brentano/ von Arnim: Geschriebenes Leben - gelebtes Schreiben
DerBand umfasst 332 Seiten, ist im Reichert Verlag erschienen und für 24,95 € erhältlich.
Die bisher vorliegenden Bände der Schriftenreihe:
Band 1 (2023):
Weinmann, Ute: Karoline von Günderrode. Eine Annäherung an die Lebensgeschichte der Dichterin und an ihre Spuren in Winkel ab 1806.
14,8 x 21 cm, 192 S., 109 farb. Abb., 15 s/w Abb., gebunden, 19,90 €
Im Band 1 der Schriften aus dem Brentano-Haus präsentiert die Autorin bekannte und neue Quellen sowie ausgewählte Fachliteratur zur bewegten Lebensgeschichte der Karoline von Günderrode (1780-1806). Die philosophische Dichterin der Frühromantik widersprach vehement Geschlechterrollenfixierungen, ersehnte stets freies selbstbestimmtes Leben und authentische Liebe. Günderrodes Ferienaufenthalte und der Suizid in Winkel im Sommer 1806, die Bestattung und Geschichte der Grabstätte auf dem Friedhof St. Walburga werden hier zum ersten Mal umfassend dargestellt. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Band.
Reichert Verlag, ISBN: 9783752007251
Band 2 (2024)
Moering, Renate: Bettine und Arnim an Rhein und Main
96 S., 41 farb. Abb., 13 s/w Abb., broschiert, 15,00 €
Bettine Brentano und Achim von Arnim lernten sich 1802 in Frankfurt kennen. Die Kaufmannstochter deutsch-italienischer Abstammung und der preußische Adlige drückten ihre Anziehung indirekt in Briefen an Clemens Brentano aus. Arnim erkannte Bettines Leidenschaft für „Kunst“; sie antwortete in einem virtuosen Text. Zwei ebenbürtige Persönlichkeiten trafen aufeinander und hielten lebenslang aneinander fest. 1808 verlebten sie glückliche Wochen in Winkel. Dort entstand Arnims Gedicht „Wach auf, du halbgeschloßne Blüth“. 1811, nun verheiratet, weilten sie im Rheingau mit der Brentano-Familie. Als Erlebnisorte werden weiter die „grüne Burg“ und Schönbusch mit „des Orangengartens Pforte“ identifiziert. Arnims unglückliche Liebe in Königberg, Auguste Schwinck, war nach einer unbekannten Gedichthandschrift blond und blauäugig. Er sieht nun Bettine Brentano neu: „Wo ein Goldlack Mädchenblicke, Schwarze Locken ohne Tücke.“ Briefe, Lebenszeugnisse, Noten und Bilder verlebendigen beider Treffen und Reisen.
Reichert Verlag, ISBN: 9783752008005
Band 3 (2025) Metz-Becker, Marita:
Sophie Mereau und Clemens Brentano - Szenen einer Ehe um 1800
56 S., 40 farb. Abb., 3 s/w Abb., broschiert, 15,00 €
1798 traf der romantische Schriftsteller Clemens Brentano in einem Jenaer Literarischen Salon auf Sophie Mereau, in die er sich spontan verliebte. An seinen Bruder Christian schrieb er nach Marburg, „dass die vortreffliche Dichterin Professor Mereau, ganz, körperlich und geistig, das Bild unserer verstorbenen Mutter ist“ (zit. n. Gersdorff:165). Die ewige Sehnsucht Brentanos nach mütterlicher Zuwendung, vermutlich zurückzuführen auf den Verlust der früh verstorbenen leiblichen Mutter, sollte in der Ehe mit Sophie Mereau, einer selbstbewussten anerkannten Autorin, desaströse Folgen zeitigen.
Der vorliegende Band analysiert anhand des Briefwechsels der beiden Protagonisten und weiterer Schriften die Stationen ihrer kurzen, aber heftigen Ehe zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Dabei kommt das Geschlechterverhältnis um 1800 ebenso zur Sprache wie die weiblichen Emanzipationsbestrebungen im Kontext von Aufklärung und Französischer Revolution.
Reichert Verlag, ISBN: 9783752009347
Band 4 (2026, 1. Halbjahr)
Kölsch, Gerhard: Bilder vom romantischen Rhein
Regionale Künstler von Christian Georg Schütz bis Edward von Steinle
88 S., ca. 49 farb. Abb., broschiert, 15,00 €
Spricht man von einer „Malerei der Rheinromantik“, so liegt der Gedanke an englische Künstler wie William Turner und George Clarkson Stanfield oder Vertreter der Düsseldorfer Malerschule nahe. Tatsächlich kamen unter den seit dem frühen 19. Jahrhundert in das Mittelrheintal strömenden Touristen auch zahlreiche Künstler von den Britischen Inseln dorthin und hielten diese pittoreske Gegend zwischen Mainz und Köln in Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden fest. Und in Düsseldorf nutzten Maler der 1819 neu gegründeten Kunstakademie wie Carl Friedrich Lessing, Johann Wilhelm Schirmer oder Caspar Scheuren Motive aus dem Rheintal und seinen angrenzenden Gegenden zu gleichermaßen realitätsnahen wie romantisierenden oder im „heroischen“ Stil überhöhten Landschaftsansichten, während Historienmaler wie Carl Joseph Begas auch Szenen aus der realen oder legendenhaften Geschichte der Gegend oder sagenhafte Gestalten wie die Loreley zu ihrem Thema machten. (...) Dass hierbei gerade auch Künstler aus Frankfurt, Mainz und der angrenzenden Region Schlüsselfiguren waren, wurde erst im vergangenen Jahrzehnt in angemessener Weise dargelegt. Der Band vertieft diesen Ansatz, indem er Künstler der genannten Region ins Visier nimmt und dabei den Blick von Christian Georg Schütz dem Älteren bis Edward von Steinle weitet, also Werke mit Motiven rund um den Rhein von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis weit ins späte 19. Jahrhundert hinein zusammenträgt und vorstellt. Reichert Verlag, ISBN: 9783752008937
Band 5 (2026, 2. Halbjahr)
Bunzel, Wolfgang: Bettine Brentano/ von Arnim: Geschriebenes Leben - gelebtes Schreiben
332 S., zahlreiche farb. Abb., 24,95 €
Bettine von Arnim geb. Brentano (1785-1859) gilt heute unbestritten als die wichtigste Autorin der deutschen Romantik. Sie unterscheidet sich freilich in mehrfacher Hinsicht von ihren Kolleginnen: So trat sie erst spät, nämlich im Alter von 50 Jahren, an die Öffentlichkeit und publizierte zeitlebens ausschließlich Brief- und Gesprächsbücher. Zugleich verstand sie sich von Anfang an als politische Schriftstellerin und ergriff in den Debatten der Zeit engagiert das Wort. Konsequent machte sie ihr eigenes Leben zum Gegenstand ihrer Buchveröffentlichungen und beglaubigte im Gegenzug mit ihrer Lebensweise das Geschriebene.
Die Forschung zu Bettine von Arnim hat in den letzten 40 Jahren einen erstaunlichen Aufschwung erfahren. Es erschienen zwei Gesamtausgaben, einzelne Werke wurden kommentiert neu aufgelegt und zahlreiche Briefwechsel (darunter die mit Achim von Arnim, den Brüdern Grimm, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., dem jugendlichen Verehrer Julius Döring sowie ihren drei Söhnen) veröffentlicht. Die Herausgabe eines über 700 Seiten umfassenden Handbuchs (2019) hat die Bedeutung Bettine Brentano/von Arnims für die Literatur- und Kulturgeschichte noch einmal eindrucksvoll bestätigt.
Der als Romantik-Forscher bekannte Frankfurter Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Bunzel (*1960) verfolgte die jüngeren Ansätze, ein verändertes Bild der Schriftstellerin zu gewinnen, nicht nur mit, sondern vermittelte den aktuellen Debatten um sie auch selbst wesentliche Impulse. Er gilt mittlerweile international als ausgewiesener Spezialist, der Leben und Werk Bettine Brentano/von Arnims so gut kennt wie kaum ein anderer. Seit 1987 erforscht er Leben und Werk dieser Autorin, gibt das Internationale Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft mit heraus und hat eine Vielzahl von Einzelstudien sowie zahlreiche Editionen (Politische Schriften; Goethe’s Briefwechsel mit einem Kinde; Dies Buch gehört dem König; Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen; Letzte Liebe. Das unbekannte Briefbuch) vorgelegt. Seine an vielen unterschiedlichen Orten erschienenen Aufsätze ergeben zusammengenommen eine Werkmonographie in Einzelbeiträgen, wie es sie in vergleichbarer Form noch nicht gibt. Der Band eignet sich sowohl als ideale Einführung zu Bettine Brentano/von Arnim als auch als Gesamtüberblick über ihr Schaffen. Mit seinen zahlreichen Abbildungen stellt er ein auch optisch ansprechendes Kompendium zu dieser Schlüsselgestalt des 19. Jahrhunderts dar.
Reichert Verlag, ISBN: 9783752009637
https://www.freundeskreis-brentano-haus.de/
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