Parade der Rheingauer Spitzensekte

21.11.2021

3. Rheingau Sparkling Festival in der Ankermühle

Als Anbaugebiet genießt der Rheingau bei Weinfreunden seit jeher einen guten Ruf. Dass die Rheingauer Winzer aber auch in Sachen Sekt nicht nur gut aufgestellt sind, sondern an der Spitze in Deutschland mitmischen, ist ins Bewusstsein der Öffentlichkeit noch nicht wirklich durchgedrungen. Hier stehen Erzeuger aus anderen Anbaugebieten im Rampenlicht. Um das zu ändern und die Rheingauer Spitzengewächse ins rechte Licht zu rücken, hat Axel Eisenkopf bereits zum dritten Mal das Rheingau Sparkling Festival organisiert. Der Weinliebhaber hat mit dem Diplom des Wine and Spirits Educational Trust (WSET) schon die Vorstufe zum elitären „Master of Wine“ erreicht, kann also mit Fug und Recht als Fachmann bezeichnet werden und stellt sich mit dem Rheingau Sparkling Festival die Aufgabe, die herausragende Qualität Rheingauer Spitzensekte über die bisherigen Grenzen hinaus bekannt zu machen. Als perfekter Veranstaltungsort erwies sich die Ankermühle in den Winkler Weinbergen, die für die verschiedenen Themen des Festivals die passenden Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und mit Finger Food auch für das leibliche Wohl der rund 60 Gäste sorgte. Denn das Festival war unterteilt in verschiedene Themenbereiche – neben den klassischen flaschenvergorenen Rieslingsekten gab es Gelegenheit, auch Rot- und Rosésekte, Prickelndes aus anderen Rebsorten reinsortig und als Cuvée oder auch die gleichen Sekte aus verschiedenen Jahrgängen oder mit unterschiedlicher Dosage zu probieren.

Und wer wollte, konnte an einer Blindverkostung teilnehmen, in der es galt, Rebsorte, Jahrgang und weitere Merkmale bis hin zum Preis von fünf verschiedenen Sekten herauszufinden. Fraglos ein interessanter Ansatz, der nicht nur Genuss, sondern auch viele Gelegenheiten bot, die Geschmacksnerven zu schulen und die Einflüsse von Jahrgang, Dauer des Hefelagers oder Grad der Dosage zu erschmecken. Etwa ein Drittel der insgesamt 74 angestellten Sekte war in der Abteilung „Raritätenkabinett“ zu finden. Hier standen die Sekte der VDP Réserve, die exklusiv bei den Versteigerungen in Kloster Eberbach angeboten werden, neben Sekten, die im Verkauf nicht mehr zu haben sind, oder der herausgehobenen Qualitätsstufe VDP.SEKT.PRESTIGE®, die besonders hohe Anforderungen, angefangen bei der Traubenerzeugung bis hin zum mindestens 36-monatigen Hefelager, erfüllen müssen. Daneben konnte man den ersten Cremant aus dem Rheingau verkosten oder einen Rieslingsekt von 1991, der bis 2021 noch auf der Hefe lag. Als besonderes Schmankerl hatte Mark Barth die Reihe der Versteigerungssekte aus seinem Haus noch exklusiv um den aktuellen Jahrgang erweitert und zwei Flaschen vor den Augen der Gäste warm degorgiert.

Das Sparkling Festival hat eindrucksvoll bewiesen, auf welch hoher Stufe die Rheingauer Winzer auch Sekt erzeugen und wie ambitioniert sie auch die Fortentwicklung betreiben. Die Teilnehmer kamen in den Genuss eines exklusiven Geschmackserlebnisses, dass vom Team der Ankermühle um kleine Köstlichkeiten ergänzt wurde. Kein Wunder, dass auch nach der coronabedingten Pause im letzten Jahr die Veranstaltung innerhalb kürzester Zeit ausgebucht war und sogar eine Warteliste aufgelegt werden musste. Wer also beim nächsten Mal dabei sein will, tut gut daran, sich auf der Webseite whinewisper.de auf dem Laufenden zu halten.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 21.11.2021.

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