Testen gibt Sicherheit

23.04.2021

DRK Oestrich-Winkel bietet in seinem Vereinshaus ein Testzentrum für kostenlose Covid-19-Antigentests/Mobile Tests in Kita und Schule

Oestrich-Winkel. (sf) Die Türen hatten sich kaum geöffnet, als schon rund zwei Dutzend Bürger kamen, um sich kostenlos auf das Corona-Virus testen zu lassen: die DRK-Ortsvereinigung Oestrich-Winkel eröffnete in ihrem Vereinshaus in der Kirchstraße in Höhe der Sportanlagen ein Testzentrum für kostenlose Covid-19-Antigen-Test. Zwischen 12 und 15 Uhr können die Bürger sich jeden Samstag auf das Virus testen lassen. Außerdem wird dieser ehrenamtlich von den DRK-Helfer geleistete Dienst auch jeden Dienstagabend zwischen 16.30 und 20 Uhr angeboten. Mitzubringen ist ein Lichtbildausweis und am besten schon die ausgefüllten Unterlagen, die man auf der Homepage des DRK Oestrich-Winkel (drk-oestrich-winkel.de/unser-ortsverein.html) herunterladen kann. Natürlich sind die Unterlagen, ein Fragebogen mit den persönlichen Daten und eine Einverständniserklärung für die Datenerfassung für das Gesundheitsamt, auch vor Ort ausgelegt und dort ausfüllbar. Penible Hygienevorschriften inklusive: schon direkt neben der Eingangstür ist ein Desinfektionsspender, am Tisch der Ausfüll-Unterlagen ebenfalls und bevor man in den Raum des Testzentrums im Obergeschoß geht, gibt es noch mal Desinfektionsstationen.

Den großzügigen Schulungsraum im Obergeschoß des Vereinshauses der DRK Ortsvereinigung Oestrich-Winkel haben die ehrenamtlichen Helfer noch in letzter Minute für das Testzentrum fertig gestellt. Denn eigentlich war dieser Raum die ganze Zeit noch im Rohbau, Kabelstränge und unverputzte Fensternischen beweisen es. „Die Wände wurden erst letzte Woche frisch verputzt, gestern sind sie trocken geworden. Wir arbeiten uns Stück für Stück vor, immer so, wie Geld in der Vereinskasse ist. Da uns im vergangenen Jahr und wohl auch dieses Jahr ganz viele Sanitätsdienste bei großen Festen und Festivals wie der Magic Bike Rallye wegfallen, ist auch nicht viel in der Kasse.“, erläutert dazu Andreas Rottig vom DRK. Das aktive Team ist jedoch nicht untätig und so war es klar, dass die Oestrich-Winkeler DRKler mit dabei sind, als der Bund bei den Sanitäts- und Rettungsvereinen anfragte, ob sie ein Testzentrum eröffnen könnten. Rund 500 ehrenamtliche Stunden habe man in die Vorbereitung für das Testzentrum gesteckt und dazu gehört noch nicht die Ausbildung von 20 Mitgliedern zu fachlich kompetenten Testern.

Denn über das neue Testzentrum im Winkeler DRK-Heim hinaus sind die Oestrich-Winkeler Rotkreuzler schon seit einiger Zeit als mobile Tester in Kita und Schule unterwegs: einmal wöchentlich fahren sie in die Kita Arche Noah nach Geisenheim und testen dort Erzieher und Kinder und das gleiche auch in der Vincenzschule in Aushausen.

Echte Profis sind da also an der Arbeit im Impfzentrum in Winkel und das merkt man auch. Freundlich und routiniert werden die Testpersonen empfangen, dabei hält man sich streng an alle Vorgaben und wird auch schon mal ermahnt, wenn man die Maske nicht richtig über die Nase trägt. In einer „Einbahnstraße“ geht es von der Anmeldung in einen Wartebereich mit viel Abstand im Testraum. Zwei Helferinnen des DRK in Schutzkleidung mit Brillen, Mundschutz und Schutzanzug führen den Antigentest durch und fragen auch vorher freundlich, ob der Abstrich lieber durch die Nase oder den Rachen durchgeführt werden soll. Es ist nur ein leichtes Kitzeln zu spüren und schon ist alles vorbei. In einem anderen Wartebereich im Testraum muss man eine Viertelstunde auf das Ergebnis warten und kann dabei noch auf einem Bildschirm einen Fotoreigen vom Vereinsleben des DRK verfolgen. Die Tests sind kostenlos und werden vom Bund, also dem Steuerzahler, über die Abrechnung durch die kassenärztliche Vereinigung bezahlt. Die Dienste rund um das Testen sind ehrenamtliche Leistungen des DRK.

Der Datenschutz wird besonders ernst genommen und so erfährt man auch nicht, ob es am ersten Tag unter den rund 40 „Premierenkunden“ positiv getestete Personen gab. Wenn eine Person positiv getestet wird, erhält diese ein Infoblatt mit der Auflage, sich sofort und ohne Umwege nach Hause zu begeben und dort 14 Tage in Quarantäne zu bleiben. Das DRK informiert umgehend das Gesundheitsamt, das sich dann mit einer behördlichen Anordnung bei dem Betroffenen meldet. Beim Auftreten von Symptomen muss man sich umgehend telefonisch beim Gesundheitsamt und Hausarzt melden. Zusätzlich kann man sich nach dem positiven Antigentest noch einmal mit einem PCR-Test über das Ergebnis versichern, fällt dieser Test dann negativ aus, ist man automatisch aus der Quarantäne entlassen.

„Das mit den Schnelltests durch geschultes Personal hier vor Ort ist ein toller Service. Ich will morgen meine Eltern besuchen und wollte mich unbedingt vorher testen lassen“, meinte eine Dame aus Winkel, die unter den Wartenden sitzt. Ihre Nachbarin fragt auch nach, ob man sich am Samstag vor Ostern vielleicht besser anmelden soll. „Dann wird es sicher voll hier“, meint sie. Tatsächlich braucht man keine Anmeldung, aber sollte dann für die Wartezeit, unter Umständen auch mit Abstand vor der Tür des DRK-Heimes, Geduld mitbringen, wenn alle Warteplätze im Testraum besetzt sind. Am Premierentag wurde mit zwei geschulten DRK-Testern gearbeitet, es gibt jedoch die Möglichkeit, vier Testplätze zu besetzten.

Auch Familien mit Kindern sind schon am ersten Tag mehrfach vertreten: „Mindestens acht Kinder haben wir heute getestet“, erzählen die beiden Helferinnen. Jugendliche unter 14 Jahren können nur in Begleitung ihrer Eltern getestet werden, ab 14 Jahre genügt die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten und ab 16 Jahren darf man ganz alleine bestimmen, ob man sich testen lassen will.

Und auch in Sachen Blutspende ist das DRK Oestrich-Winkel weiterhin sehr engagiert, was in Zeiten der Pandemie immer wieder eine besondere Herausforderung: Gerade erst wurden wieder Blutspendetermine in der Brentanoscheune vergeben. Fiebermessung noch vor Betreten des Raumes, Abstands- und Hygieneregeln gehören auch hier längst schon zum Alltag. Hocherfreut war man, dass man diesmal am 1. Tag 116 Blutspender begrüßen konnte und am zweiten Tag weitere 130. Und das, obwohl es in Corona-Zeiten nicht mal die sonst übliche Verpflegung der Spender oder kleine Geschenke als Dankeschön gibt. Umso mehr freute man sich über die Jubiläumsspender: sieben Personen kamen bereits zur 10. Blutspende, zwei zur 25. und einer zur 50. Blutspende. Sogar eine Person, die sich zum 75. Mal Blut für den guten Zweck abnehmen ließ, war dabei.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 23.04.2021.

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