Krönung auf dem Flötenweg

07.06.2018

Annika Uebe übernahm die Oestricher Weinkrone von Sophie Egert/Bewerbung um das Amt der Rheingauer Weinkönigin

Oestrich. (sf) Einen besonderen Höhepunkt mit viel weinköniglichem Glanz hatten die Oestricher Winzer bei den diesjährigen Flötenweg-Wandererlebnistagen zu bieten: die Krönung der neuen Weinkönigin Annika Uebe und die Verabschiedung einer der "dienstältesten" Rheingauer Weinmajestäten Sophie Egert, die jedoch mitnichten in den "Ruhestand" geht: sehr zur Freude der Oestricher Winzer, all ihrer Freundinnen in der Rheingauer "Queenie-Familie" und ihrer vielen Fans wird die 22jährige Weinbau-Studentin sich in diesem Jahr um die Rheingauer Weinkrone bewerben. Wie sehr sich alle darüber freuen, dass die beliebte, lebensfrohe Sophie damit noch mindestens ein Jahr für den Rheingauer Wein unterwegs sein wird, wurde im Rahmen der Verabschiedung und Krönung sehr deutlich. Alle Kolleginnen bescheinigten Sophie Egert bei ihren Abschiedsworten auf rührende Weise, wie sehr sie sie schätzen, ihren "Elan und Schwung" lieben, erzählten davon, wie viel man miteinander gelacht habe und welchen Spaß die gemeinsame Amtszeit brachte. Sophie Egert sei die "Lebensfreude pur" erklärten die Majestäten dem aufmerksam lauschenden Publikum auf der großen Wiese am Egertschen Weinstand. Sogar mit einem eigenen Wein der "Schoppe-Queen" aus dem elterlichen Weingut sei dies dokumentiert. Selbst die "Mitkonkurrentin" um die Krone der Rheingauer Winzer in diesem Jahr, Katharina Bausch, die mit ihrem beiden Prinzessinnen zu der Krönung gekommen war, erinnerte sich daran, dass sie schon mit Sophie zusammen im Kindergarten war und gemeinsam eingeschult wurde. "Wir hatten bisher schon gemeinsam so viel Spaß und egal wie unser gemeinsamer Termin im September auf Schloß Johannisberg ausgehen wird, ich freue mich auf die Zeit mit Dir", sagte Katharina Bausch. Lob und Anerkennung gab es auch von offizieller Seite: Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper, Bürgermeister Michael Heil, die Oestricher Ortsvorsteherin Almuth Hammer und die Weinbauvorsitzenden Alexander Geipel und Michaela Eser hatten viele gute Worte für das ehrenamtlichen Engagement der jungen Frauen für ihre Heimat, die Winzer und das Produkt des Rheingaus, den Wein. Sophie Egert zeigte sich in den vergangenen Jahren als sehr würdige Repräsentantin und verstand es immer wieder, ihr Publikum mit launigen Reden und dem für sie typischen Weinspruch "Ein Mädchen und ein Gläschen Wein sind die Retter in der Not. Denn wer nicht trinkt und wer nicht küsst, der ist so gut wie tot" über den Wein und ihre Heimat Oestrich zu fesseln. Ihr Fachwissen und ihre Fähigkeit, ihre Begeisterung für den Wein in Worte zu fassen, sind beeindruckend.


Im Mittelpunkt stand neben der gebührenden Verabschiedung der scheidenden Weinkönigin Sophie Egert natürlich die Krönung der neuen Weinkönigin Annika Uebe. Die 19jährige Annika Uebe stammt aus dem Familienweingut Brüder Eser in Oestrich und wurde bereits vor drei Jahren Weinprinzessin an der Seite von Königin Sophie Egert aus Hattenheim. "Für mich war es wie gestern, aber tatsächlich ist es schon drei Jahre her, dass ich hier an dieser Stelle zur Weinprinzessin gekrönt wurde", erinnerte sich Annika Uebe. Sie habe "extrem viel gelernt" seit diesem Tag: "Ich durfte Weinproben mit moderieren, wurde auf der Bühne immer sicherer beim Reden und habe vor allem auch in Sophie Egert eine besonders geduldige Königin gehabt, die stets alle ihre Fragen beantwortet habe und sie tatkräftig unterstützte. Annika macht dieses Jahr Abitur und überlegt, Internationale Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim zu studieren. Nach dem Abi will sie aber erst mal in verschiedenen Bereichen Praktika absolvieren, um sich besser orientieren zu können.


Im feierlichen Rahmen und im Beisein von rund zwei Dutzend gekrönten Häuptern übernahm sie die Oestricher Weinkrone von ihrer langjährigen Vorgängerin Sophie, die sieben Jahre lang als Repräsentantin für die Oestricher Winzer unterwegs war. Die Krönung fand am Weinstand des Weinguts Egert, aus dem die scheidenden Weinkönigin Sophie stammt, statt. Eingebettet war sie in ein lustiges Spiel an dem die Rheingauer Weinmajestäten aus Erbach, Johannisberg, Geisenheim, Rauenthal, Kiedrich, Hattenheim, Martinsthal, Flörsheim und Hallgarten mit der Rheingauer Weinkönigin Tatjana und ihren Prinzessinnen Alexandra und Janine teilnahmen. Die große Krönungszeremonie im Rahmen der Flötenwandertage war also etwas ganz besonderes und bei herrlichstem Sommerwetter waren viele Weinfreunden von nah und fern gekommen. Umso größer war die Freude, das die Majestäten nach der feierlichen Krönung gerne mit den Gästen plaudern und einige auch noch von Stand zu Stand wandern, um den Winzern "ihre Aufwartung zu machen" und mit dem "Fußvolk" der Flötenwegwanderer und Weinfreunde auf eine glückliche Regentschaft anstoßen.

Ein Bericht von Sabine Fladungvom 07.06.2018.

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