Weinprobe

17.06.2015

Vielleicht war die zukünftige deutsche Weinkönigin dabei

Neun Gebietsweinköniginnen unterhielten Publikum mit der Brentanoscheune

Winkel. (sf) Vielleicht war ja auch die zukünftige Deutsche Weinkönigin schon mit von der Partie: Zum 4. Mal hatte der Chef der Rheingauer Weinbühne, Wolfgang Junglas die Gebietsweinköniginnen zu "Deutschlands größter Weinprobe" nach Winkel geholt.

Leider waren von den 12 Kandidatinnen, die sich in diesem Jahr im September um die deutsche Weinkrone bewerben, dieses Mal nur neun Kandidaten gekommen. Sie alle stellten sich charmant und gekonnt im lockeren Interview mit der amtierenden Deutschen Weinkönigin Janina Huhn auf der Bühne vor. Damit konnte man die jungen Damen, die Deutschlands Wein vertreten wollen ohne großen Druck ganz sympathisch schon mal kennen lernen. "Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich letztes Jahr bei der dritten "Nacht der Weinköniginnen" hier in der Winkeler Brentanoscheune mit meinen Kandidatinnen zusammen gesessen habe und wir uns erstmals alle kennen lernten", erinnerte sich auch die gutgelaunte Janina Huhn. Das sie wirklich deutsche Weinkönigin werden würde, habe sie damals auf keinen Fall geahnt, meinte sie . Die amitierende deutsche Weinkönigin Janina Huhn entpuppte sich als perfekte Gastgeberin und Moderatorin und machte es ihren Kolleginnen im interessanten Plauderton wirklich leicht, sich von der besten Seite zu präsentieren. Und damit noch lange nicht genug: Erstklassige Weine aus allen 13 deutschen Weinanbaugebieten gab es auch zu verkosten. Neun hatte die Majestäten selbst dem Publikum mitgebracht und mit viel Fachwissen präsentiert. Die Weinkönigin aus Saale-Unstrut, Susanne Rothe, stellte dann zusätzlich auch den Wein für ihre Kollegin aus Sachsen vor. Janina Huhn vertrat die Pfälzer Weinkönigin und stellte mit Wolfgang Junglas einen pfälzischen Wein und ihre Heimat vor. Für den Mittelrhein war die Winzerstochter Anne Kauer gekommen, die ebenfalls einen Wein aus ihrem heimischen Weingut Dr. Randolf Kauer mit ihm Gepäck hat, wenn auch keine Krone. "Was nicht ist, kann ja noch werden", meinte dazu Janina Huhn und die junge Frau machte auch ungekrönt ihre Sache perfekt. Bemerkenswert war, das Anne Kauer wie insgesamt acht der 13 Gebietsweinmajestäten alles Studentinnen der Hochschule Geisenheim sind. In den Fachrichtungen Oenologie und Weinbau und Internationale Weinwirtschaft bilden sich die jungen Frauen hier fundiert aus und sind damit geradezu prädestiniert für ihr Amt als Gebietsweinköniginnen. Für die meisten der anwesenden Weinmajestäten war deshalb die Weinprobe im Rheingau auch ein Stückchen "nach Hause kommen", wie es eine Weinkönigin festhielt. Schließlich verbringen die Damen als Geisenheimer Studentinnen viel Zeit im Rheingau. Zu den gekrönten Geisenheimer Studentinnen gehört auch die Rheingauer Weinkönigin Katharina Fladung, die in der Brentanoscheune natürlich ein Heimspiel hatte. "Das ist schon am Beifall zu merken", meinte auch die Moderatorin. Im Interview mit Janina Huhn verriet Katharina, das sie ihre Bachelor-Arbeit dem Amt der Weinkönigin gewidmet hat und hier "Die Weinkönigin als Kommunikationsinstrument" untersuchte. Diese kritische und fundierte Auseinandersetzung mit dem Amt begeisterte nicht nur Janina Huhn, auch das Rheingauer Publikum zeigte sich beeindruckt. Katharina brachte dann auch noch einen ganz besonderen Wein aus ihrem Patenweingut Fritz Allendorf mit, einen roten Riesling, der als Ursprungswein des weißen Rieslings weniger bekannt ist.

Den letzten Wein des Abends, einen ungewöhnlichen, aber köstlichen 2011er Spätburgunder Likörwein von der Ahr, stellte Gastgeber Wolfgang Junglas persönlich vor. "Allein für die 13 Weine, die hier ausgeschenkt wurden, hat sich schon die Eintrittskarte gelohnt, wo hat man in einer Weinprobe sonst solche Vielfalt", meinte ein Gast. Und natürlich gab es darüber hinaus gab es ganz viel Information, aber auch humorvolle Einblicke in den Alltag einer Weinkönigin.

Seit 64 Jahren gibt es eine "Deutsche Weinkönigin", Wolfgang Junglas betreut die Wahl der Chefin der Weinrepäsentantinnen seit 1997 als Redakteur des SWR, organisiert die Show mit und dreht mit allen Bewerberinnen kleine Filme zur Vorstellung. In zwei Büchern hat er die Erfolgsgeschichte dieser Institution recherchiert und beschrieben. Dann hatte der Wahl-Winkeler die Idee, alle 13 deutsche Gebietsweinköniginnen, die im September zur Wahl der 66. Deutschen Weinkönigin in Neustadt antreten werden, schon zuvor zu einer Bühnenshow einzuladen und diese findet jetzt jedes Jahr in der Winkeler Brentanoscheune statt. "Es war immer mein Traum, auch auf der Bühne zu beweisen, wie eindrucksvoll die Weinköniginnen der Generation Riesling den deutschen Wein darstellen", so der Veranstalter und das gelang absolut. Der Clou des Ganzen war dann die Moderatorin des Abends: die amtierenden Deutsche Weinkönigin Janina Huhn stellte mit großer Professionalität und spürbaren Spaß an der Sache die charmanten Wein-Botschafterinnen vor.

Lisa Dietrich von der Mosel, Laura Weber von der Nahe, Josefine Schlumberger aus Baden, Kristin Langmann aus Franken, Caroline Guthier von der Hessischen Bergstraße, Laura Weber von der Nahe, Isabelle Willersinn aus Rheinhessen, Susanne Rothe aus Saale-Unstrut, Stefanie Schwarz aus Württemberg und natürlich Katharina Fladung vom Rheingau erzählten über ihre Lieber zum Wein und zur Heimat, wie sie zur Weinkrone gekommen waren und was sie in ihrem Ehrenamt erleben. Überhaupt gab es Information in Hülle und Fülle, die Mädchen erläuterten sehr kompetent und mit großen Fachwissen die Eigenheiten der jeweiligen Anbaugebiete, berichteten von Bodenverhältnissen, Rebsorten, Traditionen und modernen Ideen für eine erfolgreiche Zukunft. Einen sehr attraktiven Streifzug durch die deutschen Weinanbaugebiete erlebten die Gäste in der Brentanoscheune.

Für die Zuschauer war der Abend alles andere als trocken, denn alle Weinköniginnen hatten einen typischen Wein aus ihrem Anbaugebiet mitgebracht und verteilen Kostproben davon an das Publikum. 13 exquisite Tröpfchen durften die Gäste verkosten, ein Wein besser als der Andere. Ausgeschenkt würde diese von den Rheingauer Ortsweinkönginnen. Kein Wunder, dass die Stimmung bis 22 Uhr immer besser wurde. Maßgeblichen Anteil daran hatte ganz sicher auch die Deutsche Weinkönigin Janina Huhn als Moderatorin. Die plauderte ganz zwanglos mit den Kolleginnen, fragte sie, was sie an ihrem Amt besonders schätzen und ließ sie die schönsten Termine Revue passieren. Und auch sie selbst blickte zurück auf das Jahr als Deutsche Weinkönigin, dass in drei Monaten endet.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 17.06.2015.

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