190 Skater auf der B 42

23.08.2023

Erlebnistour für Skater und Radler ist seit 16 Jahren das Sommer-Highlight für Urlauber zu Hause

Rheingau. (sf) „Wir wollen vor allem auch die Rheingauer ansprechen und ihnen ihre eigene Heimat als tollen Urlaubsort vorstellen. Wir haben das Freizeitrevier Rhein, den Rheingau mit Burgen und Schlössern vor der Tür und vergessen oft, wie schön es auch Daheim sein kann“, erklärten die Sprecher des Skatervereines WIMIC e.V. anläßlich der diesjährigen Tour entlang des Rheins. Mit Unterstützung des regionalen Verkehrsdienstes der Polizei Rheingau-Taunus und des Roten Kreuz Rheingau-Taunus, des 1. Wiesbadener Schulsportvereins 1994 e.V und des Allgemeinen Deutscher Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC) in Wiesbaden und Mainz hatten sie zum 16. Mal ein großes Inline-Skaterevent im Rheingau veranstaltet. Rund 190 Skater und knapp 50 Radfahrer hatten Herbert Reck, Alexander Taitl, Christian Grein, Burkhard Wiche und viele fleißige Helfer des Vereines zu dem größten Skater-Highlight in den Sommerferien begrüßen können. Nicht nur viele Rheingauer waren mit von der Partie, auch aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet, aus Aschaffenburg, Fulda, Mannheim oder Dieburg seien Freunde des Inline-Skating angereist. Einen der weitesten Anreisewege dürfte „Prinzessin“ Heike aus Düsseldorf gehabt haben, die mit rosa Krönchen auf dem Helm die Blicke auf sich zog. Viele der Skater hatten auch Verkleidungen an, Teddys auf dem Helm oder ein witziges Bayernshirt in Lederhosentracht. Die große Gruppe zog bei ihrer Tour viele Zuschauer am Straßenrand an, die den Zug der Skater bestaunten.

Begonnen hatte die große Skaterfahrt bereits am Nachmittag in Mainz-Kastel am Rheinufer. Nahe der Theodor Heuss Brücke waren die rund 190 Skater gestartet, für die Fahrradfahrer ging es am Biebricher Pegelturm los. „Längst nicht nur Profi-Skater haben hier teilgenommen. Wir haben die Tour so konzipiert, dass der Spaß vor dem sportlichen Ehrgeiz im Mittelpunkt stand und auch reine Hobbysportler daran teilnehmen konnten“, so der Sprecher des Organisationsteams. Denn wem die 35 Kilometer-Strecke zu lang war, der durfte auch vom Biebricher Schloß aus mitskaten. Dort rollte der „Inliner Tross“ ab 16.30 Uhr in den Rheingau los. Die landschaftlich schöne Strecke führte die Teilnehmer auf dem Rad und den Inlinern dann entlang des Rheins, ganz bewußt ohne große Steigungen. Außerdem gab es eine ausgiebige Verschnaufpause an der Erbacher Johanneskirche, wo die Kirchengemeinde Triangelis den Skatern und Fahrradfahrern nicht nur ihre Toiletten im Gemeindezentrum zur Verfügung stellte. Hier boten Helfer des Wiesbadener Schulsportvereines auch Getränke, Kaffee und Kuchen zur Stärkung an, was alle Teilnehmer gerne in Anspruch nahmen. Und zudem gab es auch einen „Besenwagen“: Hier konnten Inlineskater, deren Beine zu müde geworden waren, in einen mitfahrenden Bus einsteigen und auch ihr Gepäck transportieren lassen. Und natürlich wurde die bestens vorbereitete Tour zur Sicherheit der Radler und Skater von zwei Polizisten auf dem Motorrad und zwei Polizeiwagen sowie zwei Sanitätern des DRK begleitet, die glücklicherweise nur leichte Blessuren behandeln mussten. 20 Ordner von der Skaterinitiative unterstützten die Polizei, die den Tross begleitete und für einen reibungslosen Ablauf sorgte. Weitere Helfer gab es beim Start und während der Pause an der evangelischen Kirche in Erbach

Vor allem bei den kurzen Streckenfahrten auf der B 42 in Hattenheim und in Winkel sorgten die Skater für Furore und Aufsehen. Riesiger Spaß war hier für die Inlinerskater angesagt.
„Einfach super, wie die hier alles organisiert haben. An jeden wurde gedacht und so macht das Fahren wirklich Riesenspaß“, meinte eine Teilnehmerin. Und auch die Reaktionen vom Straßenrand aus begeisterten die Skater: Beim „Durchrollen“ des Rheingaus applaudierten die Zuschauer mit rhythmischen Klatschen und aufmunternden Zurufen. „Sogar Autofahrer, die warten mussten, lächelten“, berichtete Taitl.

In Rüdesheim gab es spontane aufmunternde Rufe: „Ihr seid spitze, wir kommen gerade von einem Schiff und haben diese endlos scheinende Skaterschlange von euch staunend betrachtet, das war ein Erlebnis“. Sicher habe es aber auch verärgerte Autofahrer gegeben, die insbesondere auf der B 42 etwas warten mussten, doch man sei bemüht gewesen, den Autoverkehr so wenig wie möglich zu behindern, erklärten die Veranstalter.

Zu Zwischenfällen kam es dank der guten Vorbereitung dann auch wirklich nicht und viel früher als erwartet kamen die Inline-Skater in Rüdesheim an. Hier wartete dann schon das nächste Highlight auf die Sportler mit den kleinen Rollen an den Füßen. Am Anleger 12 wartete die Rössler-Linie mit ihrem Ausflugdampfer „Rheinstar“ auf die rollenden Gäste. Hier ging beim Ablegen des Schiffs eine richtige Party los. Ein Discoteam mit dem vereinseigenen DJ Sebastian Müller ließ an Bord der „Rheinstar“ die Plattenteller heiß laufen. Die Rundreise mit dem Schiff ging bis nach Wiesbaden- Biebrich und Mainz, wo die Skater aus diesen beiden Städten und weiterreisende Gäste aussteigen konnten und schließlich dann wieder zurück nach Rüdesheim. Unterwegs wurde sogar zu der fetzigen Musik getanzt bis zum Abwinken und manche ließen nach der 35 Kilometer-Inliner-Tour bei der Fahrt auf dem Rhein auch einfach nur verträumt die Seele baumeln.

Beim Ausstieg in Wiesbaden und Mainz gab es minutenlangen Applaus vom Schiff und von den aussteigenden Skatern und Zuschauern, die am Ufer warteten, bis das Schiff wieder ablegte. Denn alle waren begeistert von der gelungenen Tour. „Viele der Teilnehmer sind schon lange mit dabei!“, hielt Taitl fest, der zusammen mit „Gründervater“ Herbert Reck stolz darauf ist, dass diese Veranstaltung schon seit 16 Jahren einen solchen Erfolg hat. 2009 gab es sogar einen Heiratsantrag während der Tour: Burkhard Wiche, der sich um die Webseite des Vereines kümmert, hatte damals seine Astrid um ihr Ja-Wort gebeten. Mit dem T-Shirt „Streckenkönigin“ war sie an der Seite ihres Mannes natürlich auch in diesem Jahr dabei.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 23.08.2023.

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