Verschiedene Verkehrsmittel optimal bündeln

10.11.2018

Studenten der Hochschule Rhein-Main entwickelten Mobilitätskonzepte für Geisenheim

Geisenheim. (sf) „Teilen statt Besitzen – das ist die Zukunft“, da sind sich die Studenten des neuen Studienganges Mobilitätsmanagement an der Hochschule Rhein-Main sicher und diese Idee ist auch Bestandteil aller Konzepte, die die Studenten in einer Seminararbeit einfließen ließen: drei Gruppen stellten im Geisenheimer Rathaus die prämierten Vorschläge eines Mobilitätskonzeptes für die Lindenstadt vor und begeisterten damit gleich auch den Bürgermeister. „Das ist wirklich ein toller Einstieg in dieses immer wichtiger werdende Thema“, sagte er und bekannte, nicht so viele Anstöße erwartet zu haben. Christian Aßmann ist sich auch sicher, dass sich die Mobilität der Menschen in den nächsten Jahren stark verändern wird und das eben nicht nur in den Großstädten: „Die Diskussion ist auch in kleineren Städten und ländlich geprägten Gegenden längst im Gange und ich möchte, dass Geisenheim frühzeitig vorbereitet ist“. Deshalb gab es auch viele Freude über das Kooperationsprojektes mit den Mobilitätsmanagement-Studenten unter der Leitung von Professor André Bruns.

Er hat seit 2016 die Professur „Mobilitätsmanagement und Verkehrsplanung“ an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden inne. Seine Schwerpunkte in Lehre, Forschung und Projekten sind integrierte Konzepte für nachhaltige Mobilität an der Schnittstelle zwischen Raum- und Verkehrsplanung auf regionaler und lokaler Ebene. Bruns ist Mitglied in Gremien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen sowie der Plattform für Mobilitätsmanagement. Für die Studenten sei der Praxisbezug wichtig, deshalb sei man auch von der Hochschulseite für die Kooperation mit Geisenheim dankbar, erklärte Prof. Bruns. In Großstädten seien die Mobilstationen bereits an der Tagesordnung. „Es war interessant, sich nun für eine mittelgroße Stadt wie Geisenheim Gedanken über zusätzliche Verkehrsoptionen zu machen. In einer Seminararbeit mussten die Stunden ein Konzept für sogenannte „Mobilstationen“ für die Stadt Geisenheim erarbeiten. Gemeint sind damit Verknüpfungspunkte für verschiedene Verkehrsmittel, etwa Bahn und Bus, aber auch Carsharing oder Radverleihsysteme“, erklärte Prof. Bruns. Drei Typen von Mobilstationen mit den Größe S, M und L gibt es, die sich nach der Zahl der Verkehrsmittel und der Ausstattung unterscheiden. Je nach Typ unterscheidet sich auch die Ausstattung, wie etwa mit Witterungsschutz und Notrufeinrichtung auf bei kleinen Stationen oder Sitzgelegenheiten, Kiosk, Toilette, Ladestationen und schließlich auch Taxistände sind bei den größeren Varianten weitere Elemente.

Im Fokus standen dabei Themen „E-Carsharing“, also ein Leihangebot für Elektroautos und natürlich auch für E-Bikes. Aus allen Konzepten der Studenten, die jeweils zu dritt zusammen arbeiteten, wurden drei „Siegerteams“ ausgewählt. Ihre Entwürfe stellten die neun Studenten im Foyer des Geisenheimer Rathauses an Stellwänden vor, wo sie noch zwei bis drei Wochen lang zu sehen sind und dann auch in weiteren Präsentationen wie auf dem Wochenmarkt am Dom der Bürgerschaft gezeigt werden sollen.

In ihrem prämierten Konzept machten Eren Gül, Jonas Höpfner und Fabio Polli die Mobilstation zu einem Treffpunkt, der viel mehr als nur ein Verknüpfungspunkt verschiedener Verkehrsmittel sein kann: sie kombinierten ihre Mobilstation mit Information und Service, Kommunikation und Marketing und schlugen drei Entwicklungsstufen vor. Dabei könnte in der ersten Phase am Dom, am Schloss Johannisberg und am Bahnhof Mobilstationen in verschiedenen Größen eingerichtet werden, die vor allem Touristen als Zielgruppe haben. Danach wären etwa die Hochschule und die Berufsschule an der Reihe und schließlich in der letzten Stufe die Höhengemeinden Marienthal und Stephanshausen. Als Beispiel hatte die Gruppe eine Mobilstation am Dom skizziert, die dann einen Verleih für Elektroräder- und E-Auto, WLAN, eine Toilette und die Touristinfo vereint.

Nadine Sahin, Frédéric Porzucek und Dominik Dadic hatten in ihrem Konzept eine Mobilstation für Stephanshausen entwickelt und zwischen Hauptstraße und Dorfgemeinschaftshaus eine Mobilstation für Bus, Fahrradabstellanlagen und eine Ausleihstation für Elektroräder eingeplant. Dazu gibt es in diesem Plan ein Areal für Elektroautos und ebenfalls als Treffpunkt Aufenthaltsflächen, die auch für Veranstaltungen genutzt werden könnten. Und weil „die soziale Komponente eine große Rolle spielt“, wie die Studenten betonten, gibt es hier auch ein Schwarzes Brett mit Infos oder Anfragen und Angeboten zu Mitfahrgelegenheiten.

Alina Arnold, Maximilian Gaßner und Juliane Stiegele beschäftigten sich vor allem auch damit, wie sich die Mobilstationen verwirklichen lassen und zeichneten den Weg von der Bürgerbeteiligung, über Fördermittel und Standortermittlung bis hin zur Vergabe an die Baufirmen und die Fertigstellung. Und auch diese Gruppe sieht in ihrem Konzept ein mehrstufiges Standortkonzept mit Stationen der Größen S, M und L vor. Als Beispiel wurde eine Station am Bürgerhaus Johannisberg skizziert.
Bürgermeister Aßmann meinte, das es wohl auf eine Kombination aus den drei prämierten Konzepten hinaus laufen werde. Die Vorschläge der Studenten seien eine gute Grundlage, mit denen sich als nächstes die Fachabteilungen der Verwaltung und die Fachausschüsse befassen würden. 2019 könne man dann die Planungskosten dazu einstellen und 2020 vielleicht schon die ersten Mobilstationen verwirklichen.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 10.11.2018.

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