Hallo, Einschulung! Kindern den Übergang in die Schule erleichtern

05.09.2019

In den meisten Bundesländern sind die Einschulungen für dieses Jahr schon erledigt. Ein großer Tag sowohl für Kinder als auch für Eltern, der von Tränen, Aufregung und Vorfreude begleitet wird. Der Eintritt in die Schule zählt zu den großen Ereignissen, die einen neuen Lebensabschnitt markieren.

Leider lassen es sich viele Verwandte und Freunde, die zum Beispiel bei der Einschulungsfeier zu Gast sind, nicht nehmen, dann immer wieder den „Ernst des Lebens“ zu zitieren. Das ist wohl der Begriff, den Kinder am häufigsten hören, begleitet von einem drohenden Unterton. Liebe Erwachsene, was soll das? Wie hat es sich für euch angefühlt, als ihr vor einige Jahrzehnten bei eurer Einschulung ebenfalls diese Sprüche anhören musstet? In unserer kleinen Liste rund um einen angenehmen und stressfreien Schulbeginn stehen diese Art von Sätzen ganz oben.

1. Keine mahnenden Sprüche zum Kind sagen. Es gibt keinen Grund, die frisch eingeschulten Kinder, die stolz mit ihren Zuckertüten und ihren neuen Klassenkameraden für ein Foto posieren, mit mahnenden Sprüchen vor einer ungewissen Zukunft zu ängstigen. Auch Warnungen vor den eigenen „Hass“-Fächern wie etwa Mathe sind wohl in einer geselligen Runde mit anderen Erwachsenen oder bei einem Schulabschluss eher angebracht. Die Kleinen sind aufgeregt genug und müssen nicht zusätzlich verunsichert werden.

2. Das Kinderzimmer entsprechend ausstatten. Wie schaffen andere Eltern es, dass ihre Kinder gern in die Schule gehen? Mami Bloggerin Nadine Scheiner aus Wiesbaden www.moms.de/ rät dazu, das Kinderzimmer rechtzeitig auf die neue Lebenssituation anzupassen und - ganz wichtig - mit dem Kind gemeinsam die Möbel auszusuchen, die es jetzt braucht. Selbst wenn der Erstklässler sich ein Zimmer mit einem Geschwisterkind teilen muss, sollte es wenigstens eine Ecke für sich selbst haben, wo seine Möbel dann stehen. Was braucht ein Schulkind? Auf jeden Fall einen schönen Schreibtisch mit einer ergonomischen Form und einen passenden Stuhl, auf dem es bequem sitzen kann. Toll sind Schreibtische, deren Platte sich neigen lässt, denn sie erleichtern das Malen und Schreiben. Natürlich darf es für Mädchen gern ein rosa Exemplar sein, wenn sich das Töchterlein dafür begeistern lässt.

3. Den Schulweg nach Möglichkeit allein gehen lassen. Das Thema sicherer Schulweg www.ndr.de/ratgeber/Darf-mein-Kind-allein-zur-Schule-gehen,sicherheit266.html ist immer wieder ein Zankapfel unter Eltern oder mit den Lehrern, denn viele Erziehungsberechtigte würden ihren Nachwuchs am liebsten bis in das Klassenzimmer begleiten. Andere hingegen bauen schon früh das Vertrauen zu ihren Kindern auf, dass diese den Schulweg allein bewältigen können. Obwohl heute sehr viele Mütter arbeiten, gehen trotzdem nur noch knapp die Hälfte der Schulkinder allein zur Schule. 1970 waren es 90 Prozent. Es ist ein nachvollziehbares Bedürfnis nach Sicherheit, dass die Eltern dazu bringt, ihre Kinder nicht allein gehen zu lassen, doch die Gefahren, vor denen Eltern Angst haben, sind meist so gar nicht gegeben. Wer seinen Nachwuchs schützen will, der sollte ihm Selbstbewusstsein vermitteln und ihn langsam an große Aufgaben wie den Schulweg heranführen. Und dann auch loslassen!

4. Keinen Druck aufbauen. Viele Kinder werden bereits im Kindergartenalter auf das Abitur vorbereitet, könnte man meinen. Das Thema Frühförderung ist für viele Eltern sehr wichtig, doch manche nehmen es etwas zu ernst oder wählen die falschen Maßnahmen. Frühchinesisch und Geige dürfen ganz normale, kindliche Aktivitäten wie draußen spielen, toben und Freunde treffen nicht verdrängen. Diese Aktivitäten sind für eine gesunde, auch intellektuelle Entwicklung von sehr großer Bedeutung und stehen den speziellen Fördermaßnahmen an Wichtigkeit in nichts nach. Auch nach der Einschulung sollten Eltern ihre Kinder nicht mit Gesprächen um eine fiktive Zukunft belasten. „Du musst viel lernen, sonst wird nichts aus dir“, ist nicht der richtige Motivator, um seine Hausaufgaben anständig zu erledigen. Eltern sollten sich von der Vorstellung verabschieden, ihr Kind auf einen von ihnen geplanten Weg zwingen zu wollen und sich entspannen. Auch wenn es mit Mathe oder dem Schreiben nicht gleich klappt, ist die Zukunft nicht verloren.

5. Viel unternehmen und Interessen wecken. In der Schule wird gesessen, bei den Hausaufgaben ebenfalls, das kann für einen kleinen Körper sehr anstrengend sein. Umso wichtiger ist es, für einen körperlichen und auch geistigen Ausgleich zu sorgen. Ein regelmäßiger Spaziergang vor dem Abendbrot kann hier ein Anfang sein, Fußball spielen mit Papa und in die Kletterhalle mit Mama sind eine perfekte Ergänzung. Natürlich wird ein Kind nur dann aktiv sein, wenn es auch seine Eltern sind. Das ist ein guter Grund, etwas mehr Bewegung in das eigene Leben zu bringen, um hier ein gutes Beispiel sein zu können. Mit dem Eintritt in das Schulalter erwacht der intellektuelle Geist des Kindes vollständig. Es wird nun zum kleinen Forscher und Entdecker und erkennt Zusammenhänge, die ihm vorher verborgen blieben. Genau diesen wachsenden Entdeckergeist sollten Eltern fördern, indem sie mit dem Kind geneinsam Ausflüge machen. In unserer Region gibt es zum Beispiel viele Burgen und Schlösser, die nur darauf warten, kleinen Besuchern ihre spannende Geschichte zu offenbaren. Auch der regelmäßige Kontakt zur Natur ist für kleine Menschen sehr wichtig. Pilze sammeln, Bäume bestimmen und Blumen pressen eröffnen den Kindern eine Welt, die sie für immer begleiten wird und ihr Verständnis für die großen Zusammenhänge fördert.

Foto: pixabay.com/de/photos/einschulung-luftballon-schulanfang-4445805/

Ein Bericht von E.L. vom 05.09.2019.

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