Typisch Rheingau: Fachwerkhäuser, Straußwirtschaften und Wein

06.05.2019

Ein Anblick wie dieser säumt das Rheingau. Hinter den Fachwerkhäusern verbergen sich oft Hotels und Gastwirtschaften
Ein Anblick wie dieser säumt das Rheingau. Hinter den Fachwerkhäusern verbergen sich oft Hotels und Gastwirtschaften

Wer in die Kulturlandschaft Rheingau reist, hat mit Blick auf die vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten die Qual der Wahl. Während die naturräumlichen Gegebenheiten die komplette Region zum sehenswerten Ausflugziel machen, sorgen die typischen Rheingauer Einflüsse dafür, dass sich Gäste in Pensionen, Hotels, Gästehäusern und Straußwirtschaften fühlen wie in einer anderen Welt.

Zahlreiche Hotels www.rheingau.de/uebernachten/hotels befinden sich hinter den Balken, die ganz typisch für die Region sind. Schlichtes Design und Holzmöbel heißen die Gäste im Hotel Felsenkeller in Rüdesheim am Rhein willkommen. Hell und modern eingerichtete Zimmer verbergen sich hinter der Fachwerk-Fassade des Hotels zum Grünen Kranz. Und die Zimmer in Berg’s Alter Bauernschänke sind in sich stimmig, auch wenn jede Unterkunft für sich einem anderen Raum- und Farbkonzept folgt.

Besucher-Tipp: Hinter der typischen Fachwerkgestalt, die im Rheingau vorherrscht, verbergen sich nicht nur Hotelzimmer, sondern auch historische Geschichten. Der Klunkhardshof beispielsweise, gilt als eines der ältesten Bauwerke in Rüdesheim am Rhein. Experten vermuten, dass das Gebäude um 1453 erbaut worden sein muss (vgl. www.fachwerkfreunde.de/k2/content/315-rheingau-taunus-kreis).

Tagungshotels hingegen wurden eher seltener hinter das Balkenwerk gesetzt, stattdessen tagen und meeten Geschäftsleute vornehmlich in modernerem Ambiente, beispielsweise in der Burg Schwarzenstein. Pensionen www.rheingau.de/uebernachten/pensionen, Gästehäuser und Ferienwohnungen sind hauptsächlich in klassischen Wohngebäuden untergebracht und lassen sich von außen nur schwerlich als solche erkennen. Der Einrichtungsstil reicht hier von traditionell bis modern. Meist herrscht der Werkstoff Holz vor, der in den Räumlichkeiten für ein großes Maß an Gemütlichkeit sorgt. Vor allem der Landhausmöbel-Stil (vgl. www.wohnen.de/moebel/landhausmoebel.html) passt gut in die Frühstücks- und Aufenthaltsräume, die die Besucher im Rheingau morgens in Empfang nehmen.

Was sind eigentlich Straußwirtschaften und Gutsschänken?

Rheingauer Wein und Rheingauer Delikatessen werden vor allem in sogenannten Straußwirtschaften stilecht gereicht.
Rheingauer Wein und Rheingauer Delikatessen werden vor allem in sogenannten Straußwirtschaften stilecht gereicht.

Gastronomisch ist die Auswahl im Rheingau nicht minder vielfältig. Neben Ausflugslokale reihen sich Bistros, Cafés sowie Restaurants mit bürgerlicher und/oder gehobener Küche. Ganz typisch für die Region sind jedoch sogenannte Straußwirtschaften und Gutsschänken www.rheingau.de/gastronomie/strausswirtschaften.

Das Deutsche Weininstitut hält unter www.deutscheweine.de für den Begriff der Straußwirtschaften diese Definition vor: „Sie sind ein unverzichtbarer Teil der deutschen Weinkultur (…). Überall in den Weinregionen gibt es sie – mal im Garten eines Winzerhofes, mal in einer rustikalen Scheune und mal als edel ausgestattete Stube oder gar im alten Kreuzgewölbe. Wohl keine Bewirtschaftungsform ist so urig, bodenständig und zugleich zeitgemäß-modern, wie die Ausschankstuben der deutschen Winzer.“

Warum jeder Urlauber einmal eine Straußwirtschaft besucht haben sollte, wird ebenfalls erklärt: Eben dort können feinste Winzer-Weine gekostet werden – außerhalb traditioneller Weinproben, dafür mit typischen, kulinarischen Häppchen als Zugabe. Regionale Unterschiede gibt es vor allem in der Bezeichnung dieser gastronomischen Besonderheit. Doch egal, ob sie als Straußwirtschaft (in Westdeutschland) oder als Hecken- oder Besenwirtschaft (im Badischen und im Württembergischen) bezeichnet werden – die dazugehörigen Symbole an der Tür (Kranz, Besen, Strauß) zeigen an, ob die Wirtschaft geschlossen hat.

Käseplatte und Winzervesper sind dann die klassischen Speisen, die hier auf der kleinen Speisekarte angeboten werden. Auch gibt es hier regionale Klassiker, wie etwa den Handkäs‘ mit Musik oder den Spundkäs‘ im Rheingau, Blut- und Leberwurst in der Pfalz und den Ochsenmaulsalat im Badischen.

Besucher-Tipp: Gerade im Rheingau haben sich viele Straußenwirtschaften zu größeren Gaststätten gemausert, in denen auch warme Gerichte serviert werden. So gibt es die Rheingauer Lauch- oder Kräutersuppe oder einen Wingertsalat zur Vorspeise, Wisperforelle oder Salm in Riesling, Coq au Riesling, Rheingauer Hühner, Dippehas, Woihinkelche oder Winzergulasch. Auch auf der Nachspeisenkarte wird traditionell Weinhaltiges angeboten, wie etwa Rotweinkuchen, Weinsauce mit Karthäuser Klößen, Wein-Kaltschale oder Rheingauer Weinäpfel.

Welche Weine werden hier angebaut?

Riesling und Spätburgunder sind die zwei Weinsorten, die für die Kulturregion Rheingau ganz typisch sind
Riesling und Spätburgunder sind die zwei Weinsorten, die für die Kulturregion Rheingau ganz typisch sind

Im Rheingau wird vornehmlich Riesling angebaut. Von hier aus startete der Weißwein, der von Kennern als vielschichtig bezeichnet wird, seine Erfolgsstory und verbreitete sich auch in andere Weinanbaugebiete. 79 Prozent der Weinbaugebiete diese Region sind für den Riesling reserviert. Zum Vergleich: Deutschlandweit wird nur auf 21 Prozent der zur Verfügung stehenden Weinanbaufläche für den Riesling verwendet.
Zum bekannten Weißen gesellt sich ein Roter, der vor allem gehobenen Weinansprüchen gerecht wird. Der Pinot Noir, ein Spätburgunder, ist nicht nur geschmacklich eine Besonderheit, sondern steht auch für höchste Winzerkunst. Der Spätburgunder steht anbautechnisch buchstäblich im Clinch mit dem Riesling, denn beide schätzen das Anbaugebiet, das vor allem im Rheingau vorzufinden ist. Sein vollmundiger Geschmack und sein Aroma machen ihn so beliebt, obgleich sein Duft vor allem zu täuschen vermag: Dieser Rotwein riecht nämlich ganz intensiv nach roten Früchten.

Besucher-Tipp: Wo das Sträußchen an der Tür hängt, werden die Rheingauer Qualitätsweine ausgeschenkt, deswegen sollten Besucher vor allem auf dieses Zeichen der Wirtsleute achten. Natürlich schmeckt der Wein auch in jedem Restaurant vorzüglich, doch das Ambiente ist nur in einer Rheingauer Gutsschänke echt original.

Abbildung 1: pixabay.com © hschmider (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © engin_akyurt (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © katjasv (CC0 Public Domain)

Ein Bericht von D.P. vom 06.05.2019.

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Interessante Bücher zum Thema Rheingau und Wein:

  • Der wilde Duft des Todes
  • Bildband A4: Der Rheingau von oben
  • MICHAEL APITZ - Vom Rhein
  • Tod in zwei Tonarten
  • Totengruft

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