Mit der Barolo Traube verbinden viele Weinliebhaber einen besonderen Mythos

28.06.2018

Um den Barolo rankt sich so manche Legende. Nicht ohne Grund gilt er unter Kennern als der König unter den Weinen. Der Spitzenwein aus einer der ältesten italienischen Rebsorten ist das vielleicht wichtigste Vermächtnis italienischer Weinkultur.

Seine Herstellung aus der Barolo Traube babarolo.com/piemont-magazin/piemontwein-wissen/was-macht-den-barolo-wein-so-besonders Nebbiolo war immer mit überaus hohen Qualitätsansprüchen verbunden.

Erst über eine lange Reifezeit entwickelte er seinen markanten Charakter, der ihn von vielen anderen italienischen Weinen abhebt. Verbraucher mussten die Weine lange lagern, um in den Genuss eines umfassenden Geschmackserlebnisses vielseitiger Früchte zu kommen, das sich auf positive Weise mit dem starken Tanningehalt des Weins verbindet.

Dank verbesserter Technik bei der Produktion ist eine derart lange Lagerung heute nicht mehr notwendig. Auch junge Baroloweine entwickeln bereits ein Geschmackserlebnis, wie es für diesen Wein ganz typisch ist. Aber was zeichnet den Barolo eigentlich genau aus?

Der Weinkönig aus dem Piemont

Barolo ist eine Stadt im Piemont. Bereits seit vielen Jahrhunderten baut man in dieser Stadt einen ganz besonderen Wein an. Ihm eilt ein guter Ruf voraus. So gut, dass ein italienischer Botschafter um 1730 in London den Namen Barolo in einem Brief erwähnt. Allmählich ergibt sich ein Exportgeschäft. Heute kennt man den Wein in der ganzen Welt.

Weinliebhaber schätzen ihn für einen vollen Körper und den charakteristischen starken Gehalt an Tannin. Er hängt zusammen mit der Rebsorte, aus der Barolo produziert wird. Hergestellt wird er nur aus der Barolo Traube Nebbiolo. Die Barolo Traube ist besonders anspruchsvoll bei der Pflege. Sie treibt bereits früh aus. Wenn es dann zu kalt ist, kann dies die Ernte einschränken.
Aus der Verarbeitung der Barolo Traube begeben sich die Winzer auf einen besonderen Weg.
An dessen Ende soll eine starke Tanninstruktur sich allmählich mit vielseitigen Fruchtaromen und Geschmacksnuancen positiv in Verbindung setzen.

Es ist eine trockene und ernste Geschmackskomposition, die dabei herauskommt. Und doch wechseln die Aromen von Himbeeren, trockenen Früchten, Rosen und einer eleganten Trüffelnote sich bei einem guten Barolo geradezu spielerisch ab. Um dieses Geschmacksspektrum zu erreichen, ist bei der Verarbeitung ein hohes Maß an Geld ebenso notwendig wie ein profundes Wissen über die traditionellen Verarbeitungsmethoden der italienischen Weinkultur.

Die Winzer aus Barolo bringen beides mit. Seit langer Zeit widmen sie sich dem Weinbau und haben dabei eine umfassende Kenntnis der besonderen Bedürfnisse der Barolo Traube erworben. Wer einen Barolo kauft, erhält auch genau den und kein anderes Produkt. Der Barolo wird nur aus der Barolo Traube Nebbiolo hergestellt und darf auch nur von einem Weingut kommen. Von der Pflege über die Ernte bis zur Verarbeitung und Lagerung werden hier höchste Qualitätsmaßstäbe erfüllt.

Weingenuss aus dem Nordwesten Italiens

Das Piemont liegt im Nordwesten Italiens. Es ist für seine hügelige Landschaft bekannt. Die Region gehört zu den wichtigen Weinbaugebieten Italiens. Aber auch weiße Trüffel werden in der Region geerntet. Für den Anbau von Wein wie auch für die teuersten Pilze der Welt bieten die Böden gute Wachstumsbedingungen. Bei den Weinhängen in Barolo handelt es sich um Kalkmergelböden. Das bedeutet, dass sich im Boden sowohl Kalk wie auch grobe Partikel von Ton oder Gestein finden. Das ist eine ganz besondere Mischung.

Sie sorgt dafür, dass den Pflanzen immer ein ausreichendes Maß an Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Zugleich wirkt der Boden in geringer Weise als eine Art Wärmespeicher. Während die Barolo Trauben vom mediterranen Klima mit Sonne verwöhnt werden, wärmt der Boden über Nacht die Pflanzen von unten her. Die leicht hügelige Landschaft bietet dem Wein Standort mit einer frischen Brise Luft, ohne die zarten Pflanzen dabei zu heftigen Winden auszusetzen. Zum weltberühmten Weinbaugebiet Barolo gibt es heute sehr genaue Karten. Sie verzeichnen die genaue Zusammensetzung der Böden und die optimalen Anbauflächen.

Sowohl die besonderen Böden wie auch der optimal geplante Erntezeitpunkt tragen zum besonderen Geschmack des Barolos bei. Die Barolo Traube wird hier bereits seit dem frühen 13. Jahrhundert angebaut. Ihren Namen verdankt sie einem Hinweis auf den richtigen Erntezeitpunkt. Über den Nebbiolo weiß jedenfalls der Volksmund zu erzählen, dass sich sein Name von "nebbia" herleite. Das ist die der italienischen Bezeichnung für Nebel.

Wenn ein leichter Nebel in den Weinhängen liegt, kann geerntet werden. Das wissen auch die Weinbauern in der Region und handhaben es seit vielen Jahrhunderten so. Das tradierte Wissen über die Pflege und Verarbeitung der Barolo Traube Nebbiolo wurde über Generationen in italienischen Winzerfamilien weitergegeben. Der Barolo ist unbestritten das perfektionierte Ergebnis dieser Art von Weinproduktion.

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