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"Erstes Gewächs" garantiert erste Güte

Reben

Seit 1999 gibt es im Rheingau für besonders herausragende Weine die Klassifizierung "Erstes Gewächs", die dem Weinfreund erste Güte garantiert. Die Rheingauer Winzer haben dieses Gütezeichen für ganz besondere Weine, die im Rheingau wachsen, entwickelt. Die Kriterien für diese Auszeichnung haben die Winzer sehr streng und vielfältig gesteckt. Das beginnt mit der Lage, in der die Reben wachsen, geht über die optimale Bewirtschaftung der Weinberge und ein hochwertiges Lesegut bis hin zum hohen Qualitätsstandard der Ausbaukriterien und der Lagerung des Weines. Das Ergebnis ist ein "Erstes Gewächs", ein mit größter Sorgfalt erzeugtes Spitzenprodukt aus dem Rheingau.

Eines der kleinsten, aber unbestritten der feinsten Weinanbaugebiete Deutschlands ist der Rheingau. Rund 3200 Hektar Weinberge erstrecken sich hier direkt am Rheinufer in sanften Hügel mit Sandlössboden und steil abfallenden Schieferhängen. Durch das enge Rheintal, daß hier für wenige Kilometer in westliche Richtung abknickt, wird das Weinanbaugebiet mit viel Sonne verwöhnt. Gleichzeitig schützt das reich bewaldete Taunus-Gebirge die Weinberge vor Wind und Wetter. Dank dieser einmaligen klimatischen und geologischen Bedingungen reifen hier am 50. Grad nördlicher Breite sogar Zitronen und Mandeln. Über 82 Prozent der Rebfläche im Rheingau sind mit der Königin der Reben, der Rieslingtraube bestockt. Auf rund 13 Prozent reifen hervorragende Spätburgunder.

Die Tradition des Weinanbaus im Rheingau reicht bis in die Römerzeit zurück. Vor allem Benediktiner- und Zisterziensermönche leisteten über viele Jahrhunderte hinweg Pionierarbeit, indem sie System in den An- und Ausbau und den Vertrieb des Weines brachten. Bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen von Bedeutung für den weltweiten Weinbau stammen aus dem Rheingau. Die Spät- und Auslese, der Cabinet-Keller und die Flaschenfüllung haben hier ihren Ursprung.

Im Bestreben, den Anspruch der Weinfreunde auf Weine höchster Reinheit und Qualität zu befriedigen, entwickelte man ein unverwechselbares Gütezeichen, das die Weine der Region Rheingaus klassifizieren sollte. Diese Auszeichnung erhielt den Namen "Erstes Gewächs" und wird seit 1999 für die Erzeugung von besondern Spitzenprodukten verliehen.

Die Kriterien für das "Erste Gewächs" sind streng geregelt und beginnen bei den besten Lagen im Rheingau. Rebsortenspezifisch besonders geeignete Flächen für die Erzeugung von Spitzenprodukten wurden deshalb parzellenscharf abgegrenzt. Nur auf rund einem Drittel der Rebfläche des Rheingaus, zur Zeit auf 1.132 Hektar, wachsen und reifen "Erste Gewächse". Doch nicht nur im Anbau auch im Ausbau und der Lagerung müssen besondere Vorraussetzungen für die Auszeichnung "Erstes Gewächs". Denn die begünstigte Fläche allein klassifiziert noch keinen Spitzenwein, sie dient bei optimaler Bewirtschaftung der Weinberge vielmehr als Grundlage zur Gewinnung eines hochwertigen Lesegutes. Um das für qualitativ hochwertige Weine so wesentliche Merkmal des geringen Hektarertrages zu erreichen, sind die Winzer außerdem zu einem besonderen Rebschnitt gehalten. Die selektive Weinlese per Hand ist zwingend vorgeschrieben. Wichtig zur Erlangung der Auszeichnung ist außerdem die sensorische Prüfung. Sie ist Garant für den Verbraucher, dass Weine, die mit der Bezeichnung "Erstes Gewächs" auf den Markt kommen, tatsächlich einen hohen Qualitätsstandard besitzen und zu den Spitzenprodukten der Region zählen. Ausschließlich die beiden Hauptrebsorten des Rheingaus, der Riesling und der Blaue Spätburgunder dürfen als "Erstes Gewächs" vermarktet werden. Mit dem Gütesiegel "Erstes Gewächs" hat der Rheingau im Deutschen Weinbau wieder eine Vorreiterrolle eingenommen und kennzeichnet Weine besonderer Herkunft und Güte, deren hoher Qualitätsstandard Weinliebhaber aus aller Welt deutlich schmecken können.

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