

Die Prädikats-Pioniere
Der Traubenadler wacht über Reinheit und Originalität. Das
Messingschild an Winzers Tor signalisiert dessen Mitgliedschaft im "Verband
Deutscher Prädikatsweingüter" (VDP). Vor mehr als 100
Jahren schlossen sich die ersten Qualitätsverfechter im Rheingau
zusammen.
Der VDP-Rheingau ist damit ältester Zusammenschluss namhafter Weingüter
in Deutschland.
Die "Schrift über die Versammlung zu Rüdesheim am 18.
Dezember 1896" dokumentiert die Vorgeschichte, die kaum ein halbes
Jahr darauf in die Gründung des VDP Rheingau mündet. Knapp
zwei Dutzend Gutsbesitzer von Rang und Namen beraten sich an jenem Dezembertag
über die "Zweckmäßigkeit einer Zusammenlegung der
Weinversteigerungen", ganz nach dem Vorbild der damals bereits
in Trier stattfindenden Versteigerungen von Mosel und Saar. Schon in
den vorangegangenen Jahren suchte man die Lösung ökonomischer
Probleme in Zusammenschlüssen. 1880 hatte sich der "Verein
für wirtschaftliches Interesse des Rheingaus" gegründet.
1895 nahm sich der bestehende "Rheingauer Obst- und Gartenbauverein"
speziell der Förderung des Weinbaus an. Es beginnt die Zeit der
Winzervereine. Nur wenige Monate nach dem ersten Treffen namhafter Rheingauer
Weingüter in Rüdesheim fasst das eigens einberufene Komitee
unter Vorsitz von Landrat Ludwig Wagner den Beschluss, einen neuen Verband
zu gründen. Auf den 3. April 1897 fällt die Geburtsstunde
der "Vereinigung Rheingauer Weingutsbesitzer".
Zu den Gründungsbetrieben gehören 15 Weingüter. Zum ersten
Vorsitzenden wählte die Gründungsversammlung Philipp Josef
Krayer aus Johannisberg. Die Mitgliederzahl des VDP wächst rasch
und zählt gegen Ende des Gründungsjahres bereits 34 Güter.