Die Rheingauer Riesling Routen
Die
Rheingauer Riesling-Routen sind eine verlockende Einladung in den Rheingau. Von
wo aus immer man ihr Folge leistet, diese Weinstraße führt den Gast mitten in
eine Landschaft von dichtgedrängter alter Kultur und Weinbau-Tradition. Die
weiten hügeligen Rebenhänge des Rheingaus breiten sich wie ein geschlossenes
Rebenband - nur durch das Stadtgebiet Wiesbaden unterbrochen - über rund 40
Kilometer Luftlinie von Hochheim/ Flörsheim bis zu den Steillagen von Lorchhausen
aus. Schmucke Weindörfer, bäuerliche Straßenwirtschaften, bekannte Weingüter,
Adelssitze, Weinklöster, Schlösser und Baudenkmäler von Bedeutung prägen auf
engstem Raum dieses "kleine Land mit großen Weinen". Vom Rhein, der hier oft
die Breite eines Sees annimmt, aufsteigende Herbstnebel, "Traubendrücker" genannt,
fördern die Entwicklung des Edelfäule-Pilzes und schaffen die Voraussetzungen
für die begehrten Rheingauer Auslesen.
Als im Juni 1801 Clemens Brentano und Achim von Arnim das Mainzer Marktschiff zu ihrer denkwürdigen Rheinfahrt bestiegen, die eigentlich zur Entdeckung der romantischen Schönheiten führte, war das Schiff wohl noch das komfortabelste Verkehrsmittel. Zu Lande mußte der Rheingaureisende mit seiner Chaise noch auf holprigen Gassen durch die Weindörfer rumpeln. Der heutige Besucher kann diesen Garten Gottes nach allen Richtungen auf vorzüglichen Verbindungsstraßen durchstreifen. Von allen Seiten, vom Rhein-Main-Gebiet, Mainz, Wiesbaden, Frankfurt oder rheinabwärts aus dem Rhein- und Ruhrgebiet kann er bequem und schnell anreisen. Auch den Rhein kann er an drei Stellen mit dem Fährschiff von Ingelheim, Bingen und Niederheimbach aus überqueren. Wer den Rheingauer Wein an seinen Geburtsstätten kennenlernen will, verläßt am besten die stark befahrene Bundesstraße 42 und folgt den Schildern der Rheingauer Riesling Routen. Sie geleitet den Besucher rund 70 Kilometer lang, in Lorchhausen beginnend und in Hochheim endend teils im Zickzack, teils auf Stichstraßen, zu den 13 Rheinufer-Gemeinden und sieben Berg-Ortschaften, und verbindet diese mit den vier Weinbaugemeinden am Main. Dabei werden auch die Sehenswürdigkeiten von Kloster Eberbach, Schloß Vollrads und Schloß Johannisberg berücksichtigt.
Die Riesling-Routen sind gut beschildert. Jede Weinbaugemeinde hat eine hellgrün-weiße Tafel mit dem Ortsnamen, einem gekrönten Rheingauer Römer und dem Schriftzug "Rheingauer Riesling Routen". Vier Übersichtstafeln zeigen in Hochheim, Wiesbaden, am Niederwalddenkmal bei Rüdesheim und in Lorchhausen den Verlauf dieser Weinstraße an. An Wegkreuzungen sind hellgrün-weiße Richtungsschilder angebracht, und gleichfarbige kleine Schilder mit dem Römer-Emblem kennzeichnen alle zu den Routen gehörenden Straßen. Der Gast wird sozusagen ohne viel suchen und rätseln zu müssen unmittelbar bis an den Wirtstisch vor seinen Römer geleitet.
Den Namen bekam diese am 6. Mai 1973 eröffnete Weinstraße von der im Rheingau am meisten angebauten Rebsorte, dem Riesling, der die Art des Rheingauer Weines bestimmt. Die Bezeichnung Routen wurde gewählt, weil sie nicht nur den Einheimischen, sondern vor allem den ausländischen Gästen, die ja in großer Zahl den Rheingau bereisen, die Strecke leichtverständlich macht. Wer daheim an "la route" oder "the route" gewöhnt ist, braucht nicht lange nachzudenken, was gemeint ist. Daß sich aus der Drei-Wörter-Kombination zudem noch eine Art Stabreim ergab, war eine zusätzliche Annehmlichkeit. Der Name mit den drei "R" haftet rasch und fest im Gedächtnis.




Kommentare
von rolf rehage
gut geschrieben! macht neugierig! wir werden auf jeden fall kommen.