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Schloss Reichartshausen

Schloss Reichartshausen in Hattenheim

Sanft glitten die Wellen an der Bordwand entlang. Nur gelegentlich klatschte eine Schaumkrone schmatzend dagegen. Die Flotte bestand aus den drei Schiffen "Bock", "Sau" und "Pinth". Ihr Liegeplatz gehörte zum größten Logistikzentrum im mittelalterlichen Rheingau: Reichartshausen, Umschlag- und Stapelplatz des Klosters Eberbach. 1742 läßt der Abt das heutige schlossartige Gebäude errichten, aber die Mönche hatten nicht sehr lange Freude daran. Mit der Säkularisierung, 1803, kam die Auflösung des Konvents.

Nach mehr als 650 Jahren ging der klösterliche "Wirtschaftshof" an den Herzog von Nassau, der es seiner Gemahlin Luise von Waldeck schenkte. Das war der Beginn einer langen Kette von häufigen Besitzerwechseln, so 1816, als der Nachbar Erwin von Schönborn die Immobilie erwarb. Dann rollten mehr als hundert Jahre die Weinhändler ihre Fässer kellerauf, kellerab. Unter ihnen so berühmte, wie der Rheingauer Weinmagnat August Wilhelmj oder der Weinhändler Jacob Horz aus Winkel.

Schloss Reichartshausen in Hattenheim

Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts übernahm die bundeseigene Maschinenfabrik und Waffenschmiede Fritz Werner Schloss Reichartshausen zu Repräsentationszwecken.

1971, erst Pächter, dann 1998 als Eigentümer der Anlage, entstand hier die European Business School. Und so rundet sich der Kreis, am alten klösterlichen Businessplatz nun eine (private) Hochschule für Business. Über allem schwebt der Geist der wirtschaftlich überaus erfolgreichen Eberbacher Mönche.

Aber noch andere Geister sind vor Ort. Der Geist der Romantik im Habitus der künstlichen Burgruine des alten Wilhelmj von 1894. Der Geist Buddhas in der Kopie der Eingangshalle des königlichen Palastes von Mandalay, ein Geschenk Burmas an das Haus Fritz Werner 1971. Und jetzt der jüngste, der Geist der New Economie in Gestalt des Walter-Leisler-Kiep Center, das am 27. September 2000 eingeweiht wurde.

Die Geschichte des Schlosses Reichartshausen »

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