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Life is Live - Theaterstück mit Zeitreise

14.09.2017

Rheingauschule-Theater AG Peripetia präsentierte neues Stück aus eigener Feder mit viel Musik und Tanz

Geisenheim. (sf) "Life is live" heißt das neue Stück der Theatergruppe "Peripetia" der Rheingauschule und das Stück mit einer Zeitreise durch die 80 Jahre bis heute zeigt tatsächlich, wie das Leben wirklich so sein kann. Kein Wunder, schließlich stammt es auch aus der Feder der Schüler selbst. Zur Geschichte: Schon immer lebt Sabine Schimanski in diesem ganz besonderen Haus. Das Haus, das ihr Vater gebaut hat, als sie noch Bornemann hieß, in dem sie inzwischen mit ihrem Mann Norbert und den Kindern Falko und Jeanette lebt. Im Jahr 1985 zieht in der zweiten Wohnung die frisch geschiedene Rosi Hübsch mit ihren Töchtern Kira und Leyla ein und bringt damit das Leben im Haus gehörig durcheinander, denn jede der drei Frauen verguckt sich in einen Schimanski. Auch zwanzig Jahre später, im Jahr 2006, steht das Haus noch an Ort und Stelle, noch immer wohnt dort die Familie, inzwischen Schimanski-Hübsch mit zwei Kindern, und wieder ziehen neue Nachbarn ein, diesmal die Familie Schröder, halb indisch, halb deutsch, mit zwei Töchtern. Für die Jugendlichen sind es die ersten Liebeserfahrungen, den Erwachsenen kommen die Ereignisse
seltsam bekannt vor. Werden es die Kinder am Ende anders machen als ihre Eltern, oder wiederholt sich die Geschichte nur?

Den Schülern sei es ein Anliegen gewesen, in ihrem Stück die "ganz normale und gerade deshalb so interessante" Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner zu erzählen. "Wir haben uns Geschichten ausgedacht, die das Leben schreibt oder schreiben könnte, Geschichten dreier Generationen in zwei Jahrzehnten", erläutern Schüler der Theater-AG der Rheingauschule Geisenheim. Hochmotiviert und mit sichtlichem Spaß an ihrem Stück hatten sich die insgesamt 38 Schülerinnen und Schüler von Jahrgangsstufe 8 bis zum Abiturjahrgang 2017 nach den Sommerferien in ihrer Freizeit wieder in der altehrwürdigen Aula des ältesten Gymnasiums des Rheingau eingefunden, um in die letzte heiße Probenphase einzusteigen. Die Stimmung auf der Bühne war gut, nicht zuletzt deshalb, weil auch viel Musik und Tanz zu dem Stück gehört und man direkt mitgerissen wird von dem Partygefühl. "Mit den Hits und dem Lebensgefühl der 1980er und 2000er wollen wir gerne unsere Eltern, aber auch unsere Mitschüler und Freunde mit auf eine Zeitreise nehmen", so die Schauspieler und Musiker. Bei den Klängen der unvergessenen Hits der Spider Murphy Gang "Skandal im Sperrbezirk", Nenas "99 Luftballons" oder "Girls just wanna have fun" fühlt man sich dann auch sofort zurückversetzt in die 80er Jahre und leidet mit, wenn Sabine ihren Mann nach dem erkannten Ehebruch mit der Nachbarin lautstark vor die Tür setzt. Um dann nur wenig später zu dem titelgebenden Lied "Life is Live" von Opus, Shakiras "Whenever, Whereveer" oder den "Bad Boys" am liebsten auf der Bühne die ausgelassene Haus-Party mit zu feiern. Mit toller Choreografie tanzen die jugendlichen Schauspieler zur fast immer live gespielten Musik des Musikerensembles, das sich extra für das Theaterstück zusammen gefunden hat.

Zusammen mit dieser Musik-AG ist ein sehenswertes Musiktheater entstanden, das letzte Woche in der Aula der Rheingauschule erfolgreich Premiere feierte. Monatelang probten die Schüler und Musiker unter der mittlerweile sehr bewährten Regie von Marvin Kilian, der hier selbst einst als Schüler Theater spielte, für den großen Tag. "Begonnen hatten die Proben ab Januar, vorher stand die Ausbildung der Gruppen und die Arbeit an dem Stück im Mittelpunkt", so Kilian. Gemeinsam mit Oberstudienrat Timo Schweigert hat der Student für das Grundschullehramt die Leitung des diesjährigen Theaterstückes wieder übernommen. "In diesem Jahr gab es eine besondere Situation: Seit Anfang des letzten Schuljahres gibt es erstmals zwei Theaterkurse und beide sollten in dasselbe Stück integriert werden", erläuterte Kilian. Man kam auf die Idee, ein ganz eigenes Stück zu schreiben, in zwei Akten mit zwei Zeitzonen und zwei Ensembles. "Durch den Zeitsprung zwischen den Akten bekamen beide Gruppen gleiche Spielanteile", so Marvin Kilian. Unter Mithilfe von Timo Schweigert und Marvin Kilian verflochten die Schüler viele verschiedene Geschichten aus dem ganz normalen Leben zu einem lebendigen Stück, das in einem großen Haus mit mehreren Familien spielt. Das riesige Haus mit sechs verschiedenen Zimmern hat die Theatergruppe in den Osterferien selbst gebaut und beherrschte die gesamte Bühne. Sogar einen kleinen Balkon und einen großen "Hof" vor dem Haus gab es neben den vier bespielbaren Räumen auf zwei Ebenen. Das passende Lebensgefühl der 1980er und 2000er wurde auch durch Kostüme und Requisiten, vor allem aber durch Musik auf die Bühne gebracht werden. "Dass sich zusätzlich eine freiwillige Schülerband gegründet hatte, die sich selbst organisiert und Lieder einstudiert, war natürlich ein Glücksfall für die Theatergruppe", freuen sich Marvin Kilian und Timo Schweigert. Einige der Schauspieler sangen sogar live auf der Bühne.

Nachdem die Schüler selbst ihre Charaktere erschaffen hatten, wurden sie mit Kostümen ausgerüstet, die deren Eigenschaften unterstreichen sollen. Mit dem Bau des Hauses als Bühnenbild seien die Figuren dann auch zum Leben erwacht. "Es wurde Musik ausgewählt, die in das Stück passt, und es vergingen unzählige anstrengende, nervenzehrende, aber gleichzeitig lustige und tolle Proben, um dieses Stück auf die Beine zu stellen. Insgesamt haben wir ein Jahr daran gearbeitet, es überarbeitet und verändert, doch am Ende steht dieses unserer Meinung nach großartige Stück", so die jungen Schauspieler. Unter ihnen sind viele "Wiederholungstäter", die schon bei den letzten Aufführungen mit viel Engagement und Spaß dabei waren. Aber auch neue Schauspieler haben in die Gruppe gefunden, betreut von Timo Schweigert, dem für die Theater-AG zuständigen Lehrer. Außerordentlich gut habe auch die Zusammenarbeit mit den Musikern geklappt, lobten sie alle.

Ein Bericht von Sabine Fladung vom 14.09.2017.

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